Welche Planeten sind heute zu sehen? Der Himmel im Juli 2026
Möchten Sie wissen, welche Planeten heute sichtbar sind? Hier finden Sie einen regelmäßig aktualisierten Guide zur Sichtbarkeit von Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Unten erfahren Sie, welche Planeten jetzt zu sehen sind, wann Sie danach suchen sollten und wie Sie sie am Himmel erkennen.
👉 Um jeden Planeten von Ihrem Standort aus zu finden, öffnen Sie die kostenlose Star Walk 2 App und nutzen Sie den Planet-Walk-Modus.
Inhalt
- Welche Planeten sind heute sichtbar? (1.–15. Juli 2026)
- Heute sichtbare Planeten in Deutschland, Österreich und der Schweiz
- Beste Daten für die Planetenbeobachtung: 1.–15. Juli 2026
- Abendplaneten: Venus, Jupiter und Merkur
- Morgenplaneten: Saturn, Mars, Uranus und Neptun
- Was ist der helle Stern im Westen nach Sonnenuntergang?
- Was ist der helle Planet vor Sonnenaufgang?
So finden und identifizieren Sie Planeten am Himmel
- Achten Sie auf die hellsten und größten Lichtpunkte am Himmel
- Wenn es flimmert, ist es kein Planet
- Achten Sie auf Planeten in der Nähe des Mondes
- Richten Sie Ihren Blick auf Planetenpaare oder Planetenkonstellationen
- So finden Sie Planeten: Folgen Sie dem Sonnenpfad
- Planeten sind „Wanderer“
- Verwenden Sie eine interaktive Sternenkarte
- FAQ zu den heute sichtbaren Planeten
- Tipps, wie Sie die Planeten sehen können: Fazit
Welche Planeten sind heute sichtbar? (1.–15. Juli 2026)
Vom 1. bis 15. Juli 2026 ist Venus der am leichtesten sichtbare Planet am Abendhimmel. Suchen Sie kurz nach Sonnenuntergang niedrig im Westen nach einem hellen, ruhig leuchtenden Lichtpunkt.
Jupiter und Merkur stehen Anfang Juli ebenfalls in der Nähe am Abendhimmel, sind aber beide schwer zu beobachten. Jupiter steht sehr niedrig in der hellen Dämmerung und wird von Abend zu Abend schwieriger zu sehen. Merkur ist noch schwieriger: Er bleibt nahe bei der Sonne und erreicht am 13. Juli die untere Konjunktion mit der Sonne, daher ist er um Mitte Juli kein gutes Ziel.
Vor Sonnenaufgang ist Saturn der beste Planet für die Beobachtung. Auch Mars ist am Morgenhimmel sichtbar und besonders Anfang Juli interessant, wenn er nahe bei Uranus und den Plejaden erscheint. Uranus und Neptun erfordern ein Fernglas oder Teleskop sowie einen dunklen, klaren Himmel.
Für das genaueste Ergebnis prüfen Sie Ihren lokalen Himmel in Star Walk 2: Die Sichtbarkeit der Planeten hängt von Ihrem Standort, Horizont und Ihrer Zeitzone ab.
| Breitengrad | Merkur | Venus | Mars | Jupiter | Saturn | Uranus | Neptun |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 60°N und höher | ❌ | Niedrig am Abend ⚠️ | Morgen/Dämmerung ⚠️ | Sehr niedrig in der Abenddämmerung ⚠️ | Morgen/Dämmerung ⚠️ | Morgen 🔭 | Morgen 🔭 |
| 50°N | Früher Abend; um den 13. Juli nicht sichtbar ⚠️/❌ | Abend ✅ | Morgen ✅ | Sehr niedrig am frühen Abend ⚠️ | Späte Nacht/Morgen ✅ | Morgen 🔭 | Morgen 🔭 |
| 40°N | Sehr schwierig am frühen Abend; um den 13. Juli nicht sichtbar ⚠️/❌ | Abend ✅ | Morgen ✅ | Sehr niedrig am frühen Abend ⚠️ | Späte Nacht/Morgen ✅ | Morgen 🔭 | Morgen 🔭 |
| 30°N | Früher Abend; um den 13. Juli nicht sichtbar ⚠️/❌ | Abend ✅ | Morgen ✅ | Niedrig am frühen Abend ⚠️ | Späte Nacht/Morgen ✅ | Morgen 🔭 | Morgen 🔭 |
| 20°N | Früher Abend; um den 13. Juli nicht sichtbar ⚠️/❌ | Abend ✅ | Morgen ✅ | Niedrig am frühen Abend ⚠️ | Späte Nacht/Morgen ✅ | Morgen 🔭 | Morgen 🔭 |
| Äquator | Niedrig am frühen Abend; um den 13. Juli nicht sichtbar ⚠️/❌ | Abend ✅ | Morgen ✅ | Niedrig am frühen Abend ⚠️ | Späte Nacht/Morgen ✅ | Morgen 🔭 | Morgen 🔭 |
| 20°S | Niedrig am frühen Abend; um den 13. Juli nicht sichtbar ⚠️/❌ | Abend ✅ | Morgen ✅ | Niedrig am frühen Abend, besser zu Monatsbeginn ⚠️ | Späte Nacht/Morgen ✅ | Morgen 🔭 | Morgen 🔭 |
| 40°S | Niedrig am frühen Abend; um den 13. Juli nicht sichtbar ⚠️/❌ | Abend ✅ | Morgen ✅ | Niedrig am frühen Abend, besser zu Monatsbeginn ⚠️ | Späte Nacht/Morgen ✅ | Niedrig am Morgen 🔭 | Morgen 🔭 |
Legende:
- ✅ Einfaches oder gut machbares Ziel mit bloßem Auge
- ⚠️ Schwierig: niedrig, kurzes Sichtbarkeitsfenster oder durch Dämmerung beeinträchtigt
- 🔭 Optische Hilfe erforderlich oder dringend empfohlen
- ❌ Nicht sichtbar
Diese Tabelle zeigt die allgemeine Planetensichtbarkeit nach Breitengrad. Die Sichtbarkeit kann je nach Stadt, Horizont, Dämmerung, Wetter und Lichtverschmutzung variieren.
Heute sichtbare Planeten in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Diese Tabelle zeigt, welche Planeten sich Anfang bis Mitte Juli 2026 von ausgewählten Städten im deutschsprachigen Raum aus lohnen. Die Sichtbarkeit hängt von Ihrem genauen Standort, dem lokalen Horizont, Wetter und Lichtverschmutzung ab.
| Stadt | Abendhimmel | Morgenhimmel | Bester Planet zur Beobachtung | Schwierige Ziele | Nicht sichtbar |
|---|---|---|---|---|---|
| Berlin | Venus niedrig im Westen; Jupiter sehr niedrig Anfang Juli | Saturn, Mars; Uranus und Neptun mit Optik | Venus | Jupiter, Uranus, Neptun | Merkur um Mitte Juli |
| Hamburg | Venus niedrig in heller Dämmerung; Jupiter sehr niedrig Anfang Juli | Saturn, Mars; Uranus und Neptun mit Optik | Venus | Venus tief stehend, Jupiter, Uranus, Neptun | Merkur um Mitte Juli |
| München | Venus niedrig im Westen; Jupiter sehr niedrig Anfang Juli | Saturn, Mars; Uranus und Neptun mit Optik | Venus | Jupiter, Uranus, Neptun | Merkur um Mitte Juli |
| Wien | Venus niedrig im Westen; Jupiter sehr niedrig Anfang Juli | Saturn, Mars; Uranus und Neptun mit Optik | Venus | Jupiter, Uranus, Neptun | Merkur um Mitte Juli |
| Graz | Venus niedrig im Westen; Jupiter sehr niedrig Anfang Juli | Saturn, Mars; Uranus und Neptun mit Optik | Venus | Jupiter, Uranus, Neptun | Merkur um Mitte Juli |
| Zürich | Venus niedrig im Westen; Jupiter sehr niedrig Anfang Juli | Saturn, Mars; Uranus und Neptun mit Optik | Venus | Jupiter, Uranus, Neptun | Merkur um Mitte Juli |
| Genf | Venus niedrig im Westen; Jupiter sehr niedrig Anfang Juli | Saturn, Mars; Uranus und Neptun mit Optik | Venus | Jupiter, Uranus, Neptun | Merkur um Mitte Juli |
In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Venus Anfang Juli der beste Abendplanet. Sie steht zwar niedrig über dem westlichen Horizont, ist aber sehr hell und daher meist leichter zu finden als Jupiter oder Merkur. Jupiter ist nur ein schwieriges Dämmerungsziel, und Merkur lohnt sich um Mitte Juli nicht. Vor Sonnenaufgang sind Saturn und Mars die einfachsten Planeten für die Beobachtung mit bloßem Auge.
Kurze regionale Hinweise
-
Nördliches Deutschland: Venus steht sehr niedrig in heller Dämmerung; Saturn und Mars sind die zuverlässigeren Ziele am Morgen.
-
Süddeutschland, Österreich und Schweiz: Venus steht etwas günstiger als weiter nördlich, bleibt aber ein niedriges Abendziel. Mars und Saturn sind vor Sonnenaufgang gut erreichbar.
-
Alpenregion: Ein freier Westhorizont ist für Venus und Jupiter am Abend besonders wichtig; für Mars und Saturn vor Sonnenaufgang ist ein freier östlicher bis südöstlicher Horizont hilfreich.
Beste Daten für die Planetenbeobachtung: 1.–15. Juli 2026

1.–5. Juli: Versuchen Sie, Jupiter kurz nach Sonnenuntergang sehr niedrig am westlichen Himmel zu entdecken. Er ist hell, geht aber schnell unter und wird von Abend zu Abend schwieriger zu sehen.
4.–5. Juli: Mars zieht im Stier sehr nahe an Uranus vorbei, zwischen den Plejaden und den Hyaden. Mars ist vor der Morgendämmerung mit bloßem Auge sichtbar, für Uranus benötigen Sie jedoch ein Fernglas oder Teleskop.
7. Juli: Suchen Sie Saturn nahe dem Mond im letzten Viertel vor Sonnenaufgang. Saturn erscheint als ruhig leuchtender gelblicher Punkt nahe dem Mond.
9. Juli: Venus zieht nahe an Regulus vorbei, den hellsten Stern im Löwen. Suchen Sie niedrig im Westen nach Sonnenuntergang. Venus ist deutlich heller als Regulus.
11. Juli: Eine dünne Mondsichel erscheint vor der Morgendämmerung nahe Mars und Uranus, mit den Plejaden in der Nähe. Mars und Mond sind die einfachsten Ziele; ein Fernglas hilft Ihnen, Uranus und den Sternhaufen zu sehen. Wir haben dieses Ereignis in die Liste der besten astronomischen Ereignisse des Jahres 2026 aufgenommen, es ist also definitiv Ihre Aufmerksamkeit wert.
13. Juli: Mars erscheint nahe Aldebaran, dem hellen rötlichen Stern im Stier.
14. Juli: Neumond. Der Mond selbst ist nicht sichtbar, aber der dunklere Himmel macht dies zu einer guten Zeit, um lichtschwächere Objekte fernab von Stadtlichtern zu beobachten.
15. Juli: Der junge Mond zieht nahe an Jupiter vorbei, aber das Paar steht sehr niedrig in heller Dämmerung und ist schwer zu beobachten.
Abendplaneten: Venus, Jupiter und Merkur
Venus: der einfachste Planet heute Abend
Venus ist vom 1. bis 15. Juli 2026 der beste Abendplanet. Suchen Sie kurz nach Sonnenuntergang niedrig am westlichen Himmel. Wenn Sie abends einen sehr hellen, ruhig leuchtenden „Stern“ sehen, handelt es sich wahrscheinlich um Venus.
Venus ist viel heller als die Sterne und sogar in der Dämmerung sichtbar. Sie benötigen weder Fernglas noch Teleskop, um sie zu sehen. Am 9. Juli zieht Venus nahe an Regulus vorbei und bildet ein schönes Paar im Löwen, das mit bloßem Auge sichtbar ist.
Jupiter: hell, aber sehr niedrig
Jupiter erscheint Anfang Juli zwar technisch am Abendhimmel, ist aber kein einfaches Ziel. Er steht sehr niedrig in heller Dämmerung und geht kurz nach der Sonne unter.
Wenn Sie es versuchen möchten, schauen Sie in den ersten Julitagen kurz nach Sonnenuntergang nach Westen. Venus ist viel leichter zu sehen; Jupiter erscheint näher am Horizont. Bis Mitte Juli wird Jupiter sehr schwierig zu sehen, und später im Monat verschwindet er im Glanz der Sonne.
Merkur: Anfang Juli kein gutes Ziel
Merkur ist vom 1. bis 15. Juli 2026 sehr schwer zu sehen. Zu Beginn des Monats geht er kurz nach der Sonne unter; bis Mitte Juli steht er zu nahe an der Sonne, um beobachtet zu werden.
Merkur erreicht am 13. Juli die untere Konjunktion mit der Sonne, planen Sie also um dieses Datum keine Merkurbeobachtung. Wenn Sie ein Fernglas verwenden, nutzen Sie es nur, nachdem die Sonne vollständig untergegangen ist – richten Sie optische Geräte niemals in die Nähe der Sonne.
Morgenplaneten: Saturn, Mars, Uranus und Neptun
Saturn: der beste Planet vor Sonnenaufgang
Saturn ist Anfang Juli 2026 der beste Morgenplanet. Schauen Sie vor Sonnenaufgang in Richtung Osten bis Südosten. Er erscheint als ruhig leuchtender gelblicher Punkt und ist hell genug, um mit bloßem Auge gesehen zu werden.
Am 7. Juli zieht der Mond nahe an Saturn vorbei – der gelbe Punkt nahe unserem natürlichen Satelliten ist um diese Zeit also mit großer Wahrscheinlichkeit Saturn.
Mars: sichtbar vor der Morgendämmerung
Mars ist vor Sonnenaufgang im Stier sichtbar. Er ist nicht so hell wie Venus, Jupiter oder Saturn, aber seine rötliche Farbe hilft, ihn zu erkennen.
Anfang Juli ist eine gute Zeit, Mars zu finden, denn er zieht nahe an Uranus und den Plejaden vorbei. Am 11. Juli erscheint auch die Mondsichel in der Nähe, und am 13. Juli zieht Mars nahe an Aldebaran vorbei.
Uranus: leichter zu finden nahe Mars
Uranus ist am Morgenhimmel sichtbar, aber Sie benötigen ein Fernglas oder Teleskop, um ihn zu sehen. Anfang Juli kann Mars Ihnen helfen, Uranus zu finden, weil die beiden Planeten im Stier sehr nahe beieinander erscheinen.
Unter dunklem Himmel nutzen Sie Mars als Orientierungspunkt und suchen dann die nähere Umgebung mit einem Fernglas ab. Uranus erscheint als schwacher blaugrüner Punkt.
Neptun: optische Hilfe erforderlich
Neptun steht ebenfalls am Morgenhimmel, ist aber zu lichtschwach, um mit bloßem Auge gesehen zu werden. Sie benötigen ein Fernglas oder Teleskop, einen dunklen Himmel und eine Sternbeobachtungs-App, um zu wissen, wohin Sie Ihre Optik richten müssen.
Saturn kann Ihnen helfen, die allgemeine Gegend von Neptun in den Fischen zu finden, aber Neptun selbst bleibt ein lichtschwaches Ziel.
Was ist der helle Stern im Westen nach Sonnenuntergang?
Der helle „Stern“ im Westen nach Sonnenuntergang ist höchstwahrscheinlich Venus. Venus ist der hellste Planet und das am leichtesten auffallende Objekt am Abendhimmel.
Anfang Juli kann auch Jupiter nach Sonnenuntergang niedrig im Westen stehen, aber Venus ist viel heller und leichter zu entdecken. Wenn das Objekt sehr hell, ruhig leuchtend und kurz nach Sonnenuntergang sichtbar ist, handelt es sich wahrscheinlich um Venus.
Was ist der helle Planet vor Sonnenaufgang?
Der hellste Planet vor Sonnenaufgang ist Saturn. Schauen Sie vor der Morgendämmerung in Richtung Osten bis Südosten. Auch Mars ist am Morgenhimmel sichtbar, steht aber niedriger und erscheint schwächer.
So finden und identifizieren Sie Planeten am Himmel
Die meisten Hobby-Astronomen glauben, dass Astronomie ein teures Hobby ist, für das man unbedingt ein sehr teures Teleskop braucht. Doch das Ironische daran ist: Astronomie für Einsteiger ist nicht nur kostengünstig, sondern sogar völlig kostenlos.
Die meisten Planeten sind hell genug, um sie mit bloßem Auge zu sehen – selbst aus der Innenstadt heraus. Ausrüstung vertieft zwar das Erlebnis, ist aber nicht notwendig, um die Lichtpunkte am Himmel zu erkennen. In den nächsten Minuten erfahren Sie genau, wie Sie heute Abend Planeten des Sonnensystems finden – ganz ohne Hilfsmittel.
Achten Sie auf die hellsten und größten Lichtpunkte am Himmel
Venus und Jupiter sind die hellsten Lichtpunkte am Himmel und mit bloßem Auge leicht sichtbar; auch Mars kann zeitweise heller leuchten als viele Sterne. Außerdem erscheinen Planeten größer als Sterne, obwohl Sterne in Wirklichkeit viel größer sind – sie wirken nur kleiner, weil sie viel weiter entfernt sind.
Die Faustregel lautet also: Der auffälligste helle Lichtpunkt am Himmel ist höchstwahrscheinlich ein Planet.
Astronomen verwenden eine Magnitudenskala, um die scheinbare Helligkeit von Himmelsobjekten zu messen. Auf dieser Skala bedeuten niedrigere oder negative Zahlen höhere Helligkeit. Zum Beispiel:
- Sonne: -26,5 mag
- Vollmond: -12,6 mag
- Venus: -4,3 mag (hellster Planet)
- Jupiter: -2,7 mag (zweithellster Planet)
- Sirius: -1,44 mag (hellster Stern am Nachthimmel)
Durchschnittliche Helligkeiten anderer Planeten:
- Merkur: 0,2 mag
- Mars: 0,7 mag
- Saturn: 0,5 mag
- Uranus: 5,7 mag (meist nur mit Fernglas sichtbar)
- Neptun: 7,8 mag (benötigt Fernglas oder Teleskop)
Im Gegensatz zu Sternen ändert sich die Helligkeit der Planeten je nach ihrer Position relativ zur Erde und zur Sonne.
Wenn es flimmert, ist es kein Planet
Die turbulente Erdatmosphäre lässt das Licht entfernter Sterne flackern – sie scheinen zu „funkeln“. Planeten hingegen sind uns deutlich näher und leuchten ruhig und gleichmäßig. Ein heller, nicht flimmernder Lichtpunkt in der Nähe der Ekliptik ist also mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Planet.
Eine ausführliche Erklärung, warum Sterne flimmern, finden Sie in unserem Artikel.
Achten Sie auf Planeten in der Nähe des Mondes
Eine der einfachsten Methoden, einen Planeten zu finden, besteht darin, sich an einem auffälligen Himmelsobjekt zu orientieren, das jeder sofort erkennt: dem Mond. Jeden Monat ziehen Planeten nahe an unserem natürlichen Begleiter vorbei – Astronomen nennen das eine enge Begegnung. Ein heller, nicht flackernder „Stern“ in der Nähe des Mondes ist also mit großer Wahrscheinlichkeit ein Planet!
Wann ein Planet das nächste Mal nahe am Mond vorbeizieht, erfahren Sie in unserem regelmäßig aktualisierten Artikel.

Richten Sie Ihren Blick auf Planetenpaare oder Planetenkonstellationen
Von Zeit zu Zeit stehen Planeten sehr nah beieinander am Himmel. Ein heller Planet kann dabei als Wegweiser für einen lichtschwächeren dienen, etwa wenn Venus nahe an Uranus vorbeizieht. Wenn jedoch beide Planeten hell sind, ergibt das ein spektakuläres Schauspiel mit bloßem Auge.
Zuletzt war eine Planetenkonstellation im Juni 2026 zu sehen, und das nächste Mal werden sich die Planeten im August 2026 in einer Reihe aufreihen. Um den 12. August herum werden sechs Planeten – Jupiter, Merkur, Mars, Uranus, Saturn und Neptun – gemeinsam am Morgenhimmel zu sehen sein.
Mehr erfahren: Planetenkonstellation im August 2026

So finden Sie Planeten: Folgen Sie dem Sonnenpfad
Alle Planeten folgen ungefähr demselben Pfad, den die Sonne täglich am Himmel nimmt – dieser wird durch die Ekliptik dargestellt.
So finden Sie die Ekliptik ganz einfach:
- Verfolgen Sie, wo die Sonne aufgeht, wie sie sich tagsüber bewegt und wo sie untergeht.
- Verbinden Sie diese Punkte gedanklich zu einer Linie.
Nachts schauen Sie entlang dieser imaginären Linie – Planeten erscheinen immer in ihrer Nähe. Merkur und Venus halten sich stets relativ nah an der Sonne auf, daher sind sie meist kurz nach Sonnenuntergang oder kurz vor Sonnenaufgang zu sehen (mehr dazu im Abschnitt über die Planeten).
Wichtig: Schauen Sie niemals direkt in die Sonne – das kann Ihre Augen dauerhaft schädigen!

Denken Sie daran: Die Ekliptik verschiebt sich im Jahresverlauf – im Sommer erscheint sie höher, im Winter niedriger.
Planeten sind „Wanderer“
Ein weiterer Weg, um festzustellen, ob Sie einen Planeten oder einen Stern sehen, besteht darin, seine Position über mehrere aufeinanderfolgende Nächte zu beobachten. So erkennen Sie, wie sich die Planeten Nacht für Nacht relativ zum Hintergrund der Fixsterne verschieben.
Verwenden Sie eine interaktive Sternenkarte
Nachdem Sie das eigenständige Aufspüren von Planeten geübt haben, kann eine App Ihre Funde bestätigen. Die kostenlose App Star Walk 2 bietet den Modus Planet Walk, der alle Planeten hervorhebt und ihre Unterscheidung von Sternen erleichtert. Öffnen Sie dazu einfach die Einstellungen, wählen Sie „Planeten“ und tippen Sie auf Planet Walk. Sie erhalten eine Live-Karte mit allen hervorgehobenen Planeten sowie ein Panel am unteren Bildschirmrand, mit dem Sie direkt zu jedem Planeten springen können.

Wenn Sie nach Alternativen suchen, probieren Sie auch Night Sky, Sky Safari oder Stellarium. Einige Apps sind komplett kostenlos, andere kosten einmalig, und viele bieten zusätzliche Funktionen über In-App-Käufe. Einen schnellen Vergleich der kostenlosen Funktionen finden Sie in unserem Artikel zu den Top-Astronomie-Apps 2026.
Beobachtungstipps für die einzelnen Planeten
Merkur: der schwer fassbare Planet
Merkur ist ein innerer Planet, der näher an der Sonne kreist als die Erde. Das bedeutet, dass dieser Planet am Himmel nie weit von der Sonne entfernt ist; der maximale Abstand zwischen beiden beträgt zwischen 18° und 28°. In der Astronomie wird dies als größte Elongation bezeichnet, und es ist die beste Zeit, um innere Planeten zu beobachten. In einem Jahr erreicht Merkur nur etwa sechs Mal die größte Elongation.
Um Merkur zu finden, blicken Sie tief über den westlichen Horizont kurz nach Sonnenuntergang oder tief im Osten kurz vor Sonnenaufgang. Wie finden Sie heraus, ob er heute Morgen oder heute Abend sichtbar ist – oder gar nicht? Die kostenlose App Star Walk 2 zeigt Ihnen die tägliche Sichtbarkeit des Planeten.

Beginnen Sie mit der Beobachtung, sobald Merkur erscheint und verfolgen Sie ihn bis zu seiner maximalen Entfernung von der Sonne. Beobachten Sie anschließend, wie er wieder im Sonnenlicht verschwindet. Das Beobachtungsfenster ist kurz – meist etwa 30 Minuten, abhängig von Ihrem Breitengrad und der Jahreszeit. Ein kleines Teleskop zeigt Merkurs winzige Scheibe und seine Phasen. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass die Sonne vollständig untergegangen ist, bevor Sie ein optisches Gerät verwenden!
Merkur wird oft übersehen, ist aber einer der überraschendsten Planeten im Sonnensystem. Machen Sie unser Quiz und finden Sie heraus, wie viel Sie wirklich über diesen geheimnisvollen kleinen Planeten wissen!

Venus: Der Abend- und Morgenstern
Venus ist der spektakulärste Planet, den Sie mit bloßem Auge sehen können. Eingehüllt in hochreflektierende Wolken erscheint Venus außergewöhnlich hell am Himmel – bei maximaler Helligkeit ist sie sogar am Tag sichtbar.
Übrigens: Wie der Mond durchläuft auch Venus Phasen, und ihre größte Helligkeit erreicht sie in der Sichelphase. Denn in dieser Phase befindet sich Venus näher an der Erde als sonst und reflektiert mehr Sonnenlicht in unsere Richtung. Sie können die Phasen der Venus mit einem Fernglas erkennen (typischerweise 10x50 oder mit stärkerer Vergrößerung).
Wie Merkur ist Venus ein innerer Planet und erscheint daher nie sehr weit entfernt von der Sonne am Himmel. Zum Vergleich: Merkurs maximale Entfernung von der Sonne beträgt etwa 28°, die von Venus 48°, und die von Jupiter (wie auch anderer äußerer Planeten) bis zu 180°.
Da Venus der hellste Planet ist, entsteht ein atemberaubender Anblick, wenn sie in der Nähe des Mondes erscheint – dem hellsten Objekt des Nachthimmels. Dies gilt selbst in lichtverschmutzten Städten. Um zu erfahren, wann das nächste Venus-Mond-Treffen stattfindet, lesen Sie unseren regelmäßig aktualisierten Artikel.

Weil die Venus so hell leuchtet, halten viele sie für ein Flugzeug oder sogar für ein UFO. Allerdings haben Menschen im Allgemeinen eine reiche Vorstellungskraft und halten viele Objekte für Außerirdische. In unserer Infografik sehen Sie einige künstliche Objekte, die mit UFOs verwechselt wurden.

Mars: Der Rote Planet
Mars leuchtet rostrot und ist daher kaum zu übersehen – selbst in hell erleuchteten Städten. Seine scheinbare Helligkeit variiert je nach Position im Sonnensystem und erreicht ihren Höhepunkt bei der Opposition. Diese tritt etwa alle 27 Monate ein, wenn die Erde direkt zwischen Mars und Sonne steht.
Bei der nächsten Opposition am 19. Februar 2027 wird Mars seine größte Helligkeit und scheinbare Größe erreichen. Bis Juli 2027 wird er jedoch sechsmal schwächer leuchten und auf etwa ein Drittel seiner Größe vom Februar „schrumpfen“!

Wenn Sie ein Fernglas auf einem Stativ befestigen, sehen Sie eine kleine, runde, orangefarbene Scheibe. Mit einem Teleskop lassen sich Details der Oberfläche erkennen, insbesondere die weißen Polkappen.
Übrigens möchten Sie vielleicht einen genaueren Blick auf den Mars werfen. Von allen Planeten gilt er als der am besten für eine Kolonisierung geeignete. Machen Sie unser Quiz und finden Sie heraus, wie viel Sie über den Planeten wissen, auf dem Ihre Nachkommen vielleicht einmal leben werden!

Jupiter: der größte Planet mit sichtbaren Monden
Jupiter ist der größte Planet unseres Sonnensystems und eines der hellsten Objekte am Nachthimmel. Nach der Venus ist er in der Regel der zweithellste Planet – sobald die Venus untergegangen ist, wird Jupiter zum hellsten Planeten und lässt sich leicht mit bloßem Auge, einem Fernglas oder einem kleinen Teleskop erkennen. Jupiter wird bis Ende 2026 heller werden, da er sich der Opposition zur Sonne am 11. Februar 2027 nähert.
Schon ein kleines Teleskop lässt Sie sich wie Galileo Galilei fühlen, wenn Sie Jupiter und seine vier größten Monde – Io, Europa, Ganymed und Kallisto – beobachten, die als die galileischen Monde bekannt sind. Bei klarem, dunklem Himmel können auch Ferngläser ein oder zwei dieser Monde sichtbar machen, deren Position sich jede Nacht verändert. Um sie an einem bestimmten Abend zu lokalisieren, nutzen Sie die Star Walk 2 App (für diesen Objekttyp ist ein In-App-Kauf erforderlich) oder die Sky Tonight App, in der alle Himmelsobjekte kostenlos verfügbar sind.
Auf der Nordhalbkugel kann Jupiter manchmal mit Sirius verwechselt werden, dem hellsten Stern am Nachthimmel. Von Dezember bis März steht Sirius besonders hoch am Himmel – kein Wunder, dass diese beiden leuchtenden Punkte gelegentlich verwechselt werden. Aber machen Sie nicht denselben Fehler und denken Sie daran: Sterne funkeln, Planeten nicht! Außerdem liegt Sirius weit entfernt von der Ekliptik.

Wenn Sie gehofft haben, den berühmten Großen Roten Fleck – einen gewaltigen Sturm auf Jupiter – zu sehen, müssen wir Sie leider enttäuschen. Dafür benötigen Sie eine Vergrößerung von 150–200× sowie außergewöhnlich ruhige und klare Sichtbedingungen.
Wie Sie vielleicht wissen, ist Jupiter der größte Planet in unserem Sonnensystem. Aber wie groß ist er wirklich? Wie viele Erden würden in diesen Gasriesen hineinpassen? Machen Sie unser Quiz und finden Sie es heraus!

Saturn: der goldene König der Ringe und Monde
Saturn, der fünfthellste Planet unseres Himmels, leuchtet in einem markanten gelb-goldenen Farbton. Dadurch ist er selbst ohne Teleskop leicht erkennbar. Um ihn zu finden, halten Sie Ausschau nach einem gelblichen, gleichbleibenden Lichtpunkt (der schwächer leuchtet als Venus oder Jupiter).

Mit jedem kleinen Teleskop sind die berühmten Saturnringe unverkennbar zu sehen. Selbst bei geringer Vergrößerung sind die breiten Bänder der Ringe und die dunkle Cassini-Teilung erkennbar. Steht Saturn in Quadratur, also 90° von der Sonne entfernt, können Sie sogar den Schatten des Planeten auf seinen Ringen erkennen.
Mit einem Teleskop können Sie auch Titan, den hellsten Mond des Saturn, beobachten. Mit größeren Öffnungen werden weitere Monde sichtbar: Rhea, Dione, Tethys und Enceladus erscheinen als winzige, gleichmäßige Lichtpunkte in der Nähe des Planeten.
Wir glauben, dass der wahre König der Ringe und Monde viele Geheimnisse birgt, die Sie garantiert noch nicht kennen. Beweisen Sie uns mit unserem Quiz das Gegenteil!

Uranus: ein blassblauer Punkt
Uranus ist extrem lichtschwach und ohne Teleskop praktisch unmöglich zu erkennen. Selbst durch ein kleines Teleskop erscheint er nur als winziger, blassblauer Kreis, der sich kaum von den Hintergrundsternen abhebt. Um ihn mit bloßem Auge zu erkennen, benötigen Sie einen dunklen Himmel – Bortle-Stufe 5 oder dunkler – sowie präzise Koordinaten.

Am einfachsten lässt sich Uranus beobachten, wenn er sich in der Nähe eines hellen Referenzobjekts befindet, wie dem Mond oder der Venus. Bedenken Sie jedoch, dass der nahe Mond das schwache Leuchten von Uranus leicht überstrahlen kann.
Die meisten Amateurteleskope können weder die Ringe noch Oberflächenmerkmale von Uranus auflösen. Mit mittelgroßen bis großen Instrumenten lassen sich jedoch die beiden größten Monde – Titania und Oberon – als schwache, separate Lichtpunkte erkennen.
Neptun: der entfernteste Planet von der Sonne
Neptun ist der am schwierigsten zu beobachtende Planet. Sie benötigen ein Fernglas oder ein Teleskop sowie ein helles Referenzobjekt wie die Venus, um ihn zu finden. Wenn Neptun sich in der Nähe eines bekannten Himmelskörpers befindet, können Sie ihn als kleinen, blassen Punkt erkennen (natürlich nur mit Fernglas). Seine Ringe und Oberflächendetails sind für Amateurbeobachter nicht sichtbar. Mit einem scharfen Auge kann man die bläuliche Farbe durch ein Fernglas erahnen, deutlich erkennbar wird sie durch ein Amateurteleskop. Mit einem mittelgroßen bis großen Teleskop und exzellenten Sichtbedingungen lässt sich sein größter Mond, Triton, als schwacher Lichtpunkt ausmachen.

FAQ zu den heute sichtbaren Planeten
Welche Planeten sind heute sichtbar?
Vom 1. bis 15. Juli 2026 ist die Venus nach Sonnenuntergang der am leichtesten zu beobachtende Planet am Abend – halten Sie Ausschau nach ihr tief am westlichen Horizont. Vor Sonnenaufgang lässt sich Saturn am besten beobachten, wobei auch der Mars zu sehen ist. Nutzen Sie Star Walk 2, um für Ihren genauen Standort zu überprüfen, was sich gerade über Ihrem Horizont befindet.
Warum funkeln Planeten nicht wie Sterne?
Planeten leuchten in der Regel gleichmäßiger als Sterne, da sie viel näher an der Erde liegen und eher als winzige Scheiben denn als Lichtpunkte erscheinen. Wenn ein helles Objekt in der Nähe der Ekliptik kaum funkelt, könnte es sich um einen Planeten handeln.
Kann ich Uranus oder Neptun mit bloßem Auge sehen?
Uranus ist unter sehr dunklem Himmel technisch gesehen mit bloßem Auge sichtbar, aber er ist extrem lichtschwach und leicht zu übersehen. Sie brauchen ausgezeichnete Beobachtungsbedingungen und eine sehr genaue Vorstellung davon, wo Sie suchen müssen. Neptun ist zu lichtschwach, um mit bloßem Auge sichtbar zu sein, und erfordert ein Fernglas oder ein Teleskop.
Wie erkenne ich, ob ich Venus oder Jupiter sehe?
Venus ist gewöhnlich viel heller als Jupiter und erscheint oft tief über dem Horizont kurz nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang. Jupiter ist ebenfalls sehr hell, kann aber je nach Jahreszeit über einen längeren Zeitraum der Nacht sichtbar bleiben und höher am Himmel stehen. Beide leuchten mit gleichmäßigem Licht und funkeln nicht so stark wie Sterne.
Um sie sicher zu identifizieren, richten Sie Ihr Handy mit Star Walk 2 auf das Objekt.
Warum hängt die Sichtbarkeit der Planeten von meinem Standort ab?
Die Sichtbarkeit der Planeten hängt von Ihrem Standort ab, weil der Himmel in verschiedenen Teilen der Erde unterschiedlich aussieht. Ihr Breitengrad beeinflusst, wie hoch die Planeten über den Horizont steigen, während Ihr Längengrad und Ihre Zeitzone bestimmen, wann sie auf- und untergehen. Auch lokale Bedingungen spielen eine Rolle: Gebäude, Berge, Bäume, Lichtverschmutzung und Wetter können einen Planeten verbergen, selbst wenn er technisch gesehen über dem Horizont steht.
Tipps, wie Sie die Planeten sehen können: Fazit
Sie brauchen keine teure Ausrüstung, um unser Sonnensystem zu erkunden – gehen Sie einfach nach draußen und schauen Sie entlang der Ekliptik nach den hellsten „Punkten“ am Himmel. Venus, Jupiter, Saturn und Mars sind mit bloßem Auge leicht sichtbar, und die Sichtbarkeit von Merkur hängt von der Tageszeit und Ihrem Standort ab. Sie können auch Mond- oder Planetenkonjunktionen als Orientierungshilfe verwenden. Denken Sie daran: Planeten leuchten gleichmäßig, im Gegensatz zu Sternen. Für zusätzliche Hilfe nutzen Sie die kostenlose App Star Walk 2, um Planeten in Echtzeit zu identifizieren.
Weitere Planetenereignisse
Möchten Sie mehr über kommende Planetenereignisse erfahren? Siehe auch:
