Zodiakallicht (komisches, dreieckiges Licht am Himmel): Wie ist es heute zu sehen?
Das Zodiakallicht ist ein schwaches, dreieckiges Leuchten, das durch Sonnenlicht entsteht, welches von Staub im Sonnensystem gestreut wird. Vor Sonnenaufgang wird es als falsche Morgendämmerung, nach Sonnenuntergang als falsche Abenddämmerung bezeichnet. September und Oktober bieten gute Gelegenheiten zur Beobachtung: Blicken Sie auf der Nordhalbkugel vor der Morgendämmerung nach Osten oder auf der Südhalbkugel nach der Abenddämmerung nach Westen. Wählen Sie einen dunklen, mondlosen Himmel und planen Sie mit der kostenlosen App Sky Tonight, wo und wann Sie Ausschau halten sollten.
Inhalt
- Zodiakallicht einfach erklärt
- Bedeutung der falschen Morgen- und Abenddämmerung
- Wann ist das Zodiakallicht zu sehen?
- Wie kann ich das Zodiakallicht sehen?
- Zodiakallicht: häufig gestellte Fragen
- Was ist das Zodiakallicht in Kürze?
Zodiakallicht einfach erklärt
Was ist das Zodiakallicht?
Das Zodiakallicht ist Sonnenlicht, das von winzigen Staubteilchen gestreut wird, die die Sonne umkreisen. Von der Erde aus sieht sein auffälligster Teil wie eine dunstige Pyramide aus, die vom östlichen oder westlichen Horizont aufsteigt, während die Sonne noch weit darunter steht.
Es ist auf die Ekliptik zentriert, die scheinbare jährliche Bahn der Sonne über den Himmel. Diese Bahn verläuft durch die Tierkreissternbilder, denen das Phänomen seinen Namen verdankt. Auch die Bezeichnung „Tierkreislicht“ ist gebräuchlich, doch Zodiakallicht ist der astronomische Fachbegriff.
Der Lichtkegel kann sich zur Seite neigen, statt senkrecht nach oben zu weisen. Sein Winkel hängt von Ihrem Breitengrad, der Jahreszeit und der Uhrzeit ab.
Vielleicht haben Sie das Zodiakallicht schon einmal gesehen, ohne zu erkennen, was es war. Es kann wie der Lichtschein einer nahe gelegenen Stadt oder eine anhaltende Dämmerung wirken. Auch eine Verwechslung mit der Milchstraße ist verständlich. Beide können unter dunklem Himmel milchig aussehen, doch die Pyramidenform unterscheidet das Zodiakallicht vom unregelmäßigeren Band der Milchstraße. Unter einem dunklen Himmel lässt sich manchmal sogar beobachten, wie die Milchstraße das Zodiakallicht kreuzt.

Wie entsteht das Zodiakallicht?
Anders als die Dämmerung, die durch in der Erdatmosphäre gestreutes Sonnenlicht entsteht, hat das Zodiakallicht seinen Ursprung außerhalb der Atmosphäre.
Das Zodiakallicht entsteht, wenn Sonnenlicht von interplanetaren Staubkörnern reflektiert wird, die sich nahe der Ebene des Sonnensystems konzentrieren. Diese Körner bilden eine abgeflachte Struktur, die Zodiakalwolke, die sich von der Umgebung der Sonne bis über die Erdumlaufbahn hinaus erstreckt.
Doch woher kommen diese Staubkörner? Material, das Kometen abgeben, und Kollisionen zwischen Asteroiden füllen den Staubvorrat immer wieder auf. Eine Studie aus dem Jahr 2021 auf Grundlage von Daten der Raumsonde Juno deutete außerdem darauf hin, dass ein Teil des Staubs vom Mars stammen könnte. Wie er der Marsgravitation entkommen könnte, ist allerdings noch ungeklärt.
Übrigens erzeugt auch die Erdatmosphäre zahlreiche spektakuläre Lichterscheinungen! Sehen Sie sich in unserem Quiz zu atmosphärischen Phänomenen die Bilder an und testen Sie, wie viele Sie erkennen.

Wie hell ist das Zodiakallicht?
Das Zodiakallicht ist meist eine kontrastarme Erscheinung. Es bildet keinen scharf begrenzten Lichtstrahl, sondern zeigt sich als sanftes, dreieckiges Leuchten, das den Himmel leicht aufhellt und allmählich in der Dunkelheit verblasst.
Bei größter Helligkeit und unter einem wirklich dunklen Himmel kann das Zodiakallicht sogar heller als die zentrale Scheibe der Milchstraße leuchten. Oft erscheint es jedoch schwächer und wird deshalb leicht übersehen. Lichtverschmutzung, Mondlicht und eine geringe atmosphärische Transparenz können es mühelos überstrahlen, zumal das Zodiakallicht gewöhnlich in Horizontnähe am hellsten ist. Es ist keine seltene Erscheinung, aber sehr zart und zeigt sich nur unter hervorragenden Beobachtungsbedingungen.
So schwach es Gelegenheitsbeobachtern auch erscheinen mag: Für Weltraumteleskope ist das Zodiakallicht eine bedeutende Quelle von Vordergrundlicht, besonders in der Infrarotastronomie. Bei Präzisionsbeobachtungen muss es daher sorgfältig berücksichtigt werden.
Bedeutung der falschen Morgen- und Abenddämmerung

In der Astronomie bezeichnet die falsche Morgendämmerung das Zodiakallicht, das vor Sonnenaufgang als schwaches, kegelförmiges Leuchten über dem östlichen Horizont zu sehen und an der Ekliptik ausgerichtet ist. Anders als eine echte Morgendämmerung bleibt es keilförmig begrenzt, statt den gesamten Himmel aufzuhellen. Es handelt sich nicht um die wirkliche Dämmerung, sondern um Sonnenlicht, das von Staub im Sonnensystem gestreut wird.
Daneben gibt es die falsche Abenddämmerung. Wie Sie vielleicht schon vermutet haben, ist dies eine andere Bezeichnung für Zodiakallicht, das nach Sonnenuntergang erscheint.
Ist das Zodiakallicht eine falsche Morgen- oder Abenddämmerung?
Je nach Tageszeit wird das Zodiakallicht als falsche Morgen- oder Abenddämmerung bezeichnet. In den mittleren Breiten beider Halbkugeln ist es im Frühling nach der Abenddämmerung („falsche Abenddämmerung“) und im Herbst vor der Morgendämmerung („falsche Morgendämmerung“) am einfachsten zu sehen.
Beachten Sie, dass die Jahreszeiten auf der Nord- und Südhalbkugel entgegengesetzt verlaufen.
Was bedeuten Abend- und Morgendämmerung in der Astronomie?
In der Astronomie sind Abend- und Morgendämmerung bestimmte Zeitpunkte, die sich nach der Position der Sonne zum Horizont richten. Man unterscheidet drei Arten: die bürgerliche, nautische und astronomische Dämmerung. Entscheidend ist jeweils, wie weit sich der Mittelpunkt der Sonne unter dem Horizont befindet:
- Bürgerliche Abend-/Morgendämmerung: 6°
- Nautische Abend-/Morgendämmerung: 12°
- Astronomische Abend-/Morgendämmerung: 18°
Lesen Sie unseren Leitfaden zu Dämmerung, Abend- und Morgendämmerung, um zu erfahren, wie der Himmel in den einzelnen Phasen aussieht.
Wann ist das Zodiakallicht zu sehen?
In den mittleren Breiten beider Halbkugeln ist das Zodiakallicht am besten um die Tagundnachtgleichen herum zu sehen. Zur günstigen Tageszeit steht die Ekliptik steil zum Horizont, sodass ein größerer Teil des Leuchtens höher in den dunklen Himmel ragt. In tropischen Breiten kann es unter dunklem Himmel das ganze Jahr über beobachtet werden.
| Jahreszeit | Nordhalbkugel | Südhalbkugel |
|---|---|---|
| Um die Tagundnachtgleiche im März | Westen nach der Abenddämmerung: falsche Abenddämmerung | Osten vor der Morgendämmerung: falsche Morgendämmerung |
| Um die Tagundnachtgleiche im September | Osten vor der Morgendämmerung: falsche Morgendämmerung | Westen nach der Abenddämmerung: falsche Abenddämmerung |

Zodiakallicht im Frühling: Zeit der falschen Abenddämmerung
Halten Sie im Frühling unmittelbar nach der astronomischen Abenddämmerung am westlichen Himmel nach dem Zodiakallicht Ausschau, sobald die astronomische Dämmerung am Abend beendet ist. Die Länge des Beobachtungsfensters hängt vom Standort und den Bedingungen ab.
Auf der Nordhalbkugel erscheint es Ende Februar, ist um die Tagundnachtgleiche im März am besten sichtbar und bleibt bis Anfang Mai zu sehen.
Auf der Südhalbkugel erscheint das Zodiakallicht Ende August, ist um die Tagundnachtgleiche im September am besten sichtbar und bleibt bis Anfang November zu sehen.
Zodiakallicht im Herbst: Zeit der falschen Morgendämmerung
Halten Sie im Herbst kurz vor der astronomischen Morgendämmerung am östlichen Himmel nach dem Zodiakallicht Ausschau, solange der Himmel noch vollkommen dunkel ist. Die Länge des Beobachtungsfensters hängt vom Standort und den Bedingungen ab.
Auf der Nordhalbkugel erscheint es Ende August, ist um die Tagundnachtgleiche im September am besten sichtbar und bleibt bis Anfang November zu sehen.
Auf der Südhalbkugel erscheint das Zodiakallicht Ende Februar, ist um die Tagundnachtgleiche im März am besten sichtbar und bleibt bis Anfang Mai zu sehen.
Beste Termine für das Zodiakallicht im September und Oktober 2026
Die beste Zeit zur Beobachtung des Zodiakallichts liegt um die Tagundnachtgleichen.
Die nächste Tagundnachtgleiche findet nach GMT/UTC am 23. September 2026 statt (in den Zeitzonen Amerikas am 22. September). In diesem Jahr liegt die Tagundnachtgleiche im September nur drei Tage vor dem Vollmond. Mondlicht kann die Beobachtung um die Tagundnachtgleiche stören. Wählen Sie deshalb um den 11. September oder 10. Oktober, wenn Neumond ist, ein mondloses Beobachtungsfenster (GMT/UTC-Daten; das lokale Datum kann abweichen).
An herbstlichen Morgen auf der Nordhalbkugel können auch die Tage nach Neumond günstig sein, sobald der zunehmende Mond untergegangen ist. Probieren Sie es an Frühlingsabenden auf der Südhalbkugel in den Tagen vor Neumond, bevor der abnehmende Mond aufgeht. Prüfen Sie die örtlichen Mondauf- und -untergangszeiten, damit der Mond während Ihres Beobachtungsfensters unter dem Horizont steht.
Entdecken Sie jetzt alle Mondphasen in unserem interaktiven Mondkalender.
Wie kann ich das Zodiakallicht sehen?
Suchen Sie einen Ort mit dunklem Himmel fernab von Stadtlichtern, denn das Zodiakallicht ist schwach und wird von jeder hellen Quelle, einschließlich des Mondes, leicht überstrahlt. Je dunkler der Himmel, desto größer sind Ihre Chancen, es zu sehen. Prüfen Sie die Dunkelheit Ihres Himmels auf der Bortle-Skala mit unserer praktischen Infografik.

So erkennen Sie das Zodiakallicht
Wenn Sie nach der Abenddämmerung oder vor der Morgendämmerung ein schwaches, dreieckiges Leuchten nahe dem Horizont sehen, könnte es sich um Zodiakallicht handeln und nicht um Wolken, Stadtleuchten oder die Milchstraße. Wichtige Hinweise sind seine Kegelform und die Ausrichtung an der Ekliptik. Unter einem dunklen, mondlosen Himmel tritt es wesentlich deutlicher hervor.
So finden Sie das Zodiakallicht am Himmel
Die App zur Himmelsbeobachtung Sky Tonight hilft Ihnen, das Zodiakallicht zu finden. Wählen Sie zunächst eine Beobachtungszeit für Ihren Standort:
- Öffnen Sie die App und tippen Sie unten auf dem Bildschirm auf das Kalendersymbol, um den Kalender aufzurufen.
- Wählen Sie das Datum aus, an dem Sie das Zodiakallicht beobachten möchten. Ein guter Ausgangspunkt ist der 11. September 2026, das GMT/UTC-Datum des Neumonds, der der Tagundnachtgleiche im September am nächsten liegt. Sie können auch einen benachbarten Termin mit einem mondlosen Beobachtungsfenster wählen.
- Öffnen Sie den Reiter „Himmel“. Dort sehen Sie Ihre örtlichen Zeiten der astronomischen Dämmerung. Prüfen Sie im Reiter „Mond“ die Mondauf- und -untergangszeiten, um ein mondloses Fenster zu finden.
- Für die falsche Morgendämmerung: Wählen Sie einen Zeitpunkt kurz vor Beginn der astronomischen Morgendämmerung, solange der Himmel noch vollkommen dunkel ist.
- Für die falsche Abenddämmerung: Wählen Sie einen Zeitpunkt unmittelbar nach Ende der astronomischen Abenddämmerung.
- Wenn Sie den Moment nicht verpassen möchten, stellen Sie eine Erinnerung ein.
Begeben Sie sich zum gewählten Datum und Zeitpunkt an einen Ort mit dunklem, klarem Himmel und bestimmen Sie die Richtung des Zodiakallichts. Blicken Sie vor der Morgendämmerung nach Osten oder nach der Abenddämmerung nach Westen und stellen Sie die Himmelskarte auf Ihr Beobachtungsdatum und Ihre Beobachtungszeit ein.
Die Ekliptik dient als allgemeine Referenzrichtung, denn das Zodiakallicht ist an ihr ausgerichtet. In der App Sky Tonight wird sie als gelbe gepunktete Linie dargestellt. In den App-Einstellungen können Sie die Ekliptik ein- oder ausblenden.

Zodiakallicht: häufig gestellte Fragen
Hat das Zodiakallicht etwas mit den Tierkreiszeichen zu tun?
Das Zodiakallicht ist ein astronomisches Phänomen, während Tierkreiszeichen zur Astrologie gehören. Die einzige Verbindung ist der Begriff „Tierkreis“, der das Himmelsband bezeichnet, in dem das Zodiakallicht und die Tierkreissternbilder zu finden sind. In unserem separaten Artikel erfahren Sie mehr über die Tierkreissternbilder und den Unterschied zu den astrologischen Zeichen.
Was ist Zodiakalstaub?
Zodiakalstaub besteht aus interplanetaren Staubteilchen, die sich nahe der Ebene des Sonnensystems konzentrieren. Sie bilden eine sehr diffuse, abgeflachte Wolke und streuen das Sonnenlicht, durch das das Zodiakallicht entsteht.
Was ist der Unterschied zwischen Zodiakallicht und Gegenschein?
Der Gegenschein entsteht wie das Zodiakallicht durch Sonnenlicht, das von interplanetarem Staub reflektiert wird. Er erscheint jedoch genau gegenüber der Sonne am Himmel und ist um den antisolaren Punkt zentriert. Innerhalb des schwächeren Bandes des Zodiakallichts bildet er einen etwas helleren, ovalen Fleck. Der Gegenschein ist noch schwerer zu erkennen als das Zodiakallicht und erfordert einen sehr dunklen Himmel; indirektes Sehen kann helfen.
Was ist die wahre Morgendämmerung?
„Wahre Morgendämmerung“ bezeichnet die tatsächliche Aufhellung des Himmels vor Sonnenaufgang, im Gegensatz zur „falschen Morgendämmerung“ des Zodiakallichts. Die astronomische Morgendämmerung ist anhand der Sonnenposition genau definiert, doch „wahre Morgendämmerung“ wird nicht unbedingt als Synonym dafür verwendet.
In der islamischen Praxis beschreibt die „wahre Morgendämmerung“ Licht, das sich waagerecht am östlichen Horizont ausbreitet. Sie markiert den Beginn der Fajr-Gebetszeit und an Fastentagen den Beginn des täglichen Fastens.
Was ist das Zodiakallicht in Kürze?
Das Zodiakallicht ist eine dunstige Lichtpyramide, die vom Horizont aufsteigt. Am einfachsten ist es nach der Abenddämmerung nahe der Tagundnachtgleiche im Frühling und vor der Morgendämmerung nahe der Tagundnachtgleiche im Herbst zu sehen. September und Oktober 2026 bieten gute Gelegenheiten, das Zodiakallicht zu beobachten. Da der Vollmond nahe der Tagundnachtgleiche am 23. September 2026 liegt, ist die beste Beobachtungszeit um den 11. September oder 10. Oktober (GMT/UTC-Daten), während eines mondlosen Beobachtungsfensters.
Wählen Sie zur Beobachtung des Zodiakallichts eine mondlose Nacht und einen dunklen Ort fernab von Stadtlichtern. Die kostenlose App Sky Tonight hilft Ihnen bei der Planung: Sie zeigt die örtlichen Dämmerungszeiten, Mondphasen, Mondauf- und -untergangszeiten sowie die Ekliptiklinie, der das Zodiakallicht folgt.
Viel Erfolg bei Ihrer Himmelsbeobachtung!
