Polarlichter erklärt: Wie entstehen Nordlichter und Südlichter?

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Lassen Sie sich die Polarlichtsaison nicht entgehen! Die Tagundnachtgleiche rückt näher und läutet eine der besten Zeiten des Jahres für Polarlichtaktivität ein. Ob Sie Nordlichter oder Südlichter sehen möchten: Dieser Leitfaden zeigt Ihnen die besten Zeiten und Orte für die Beobachtung und erklärt, wie dieses Leuchten am Himmel entsteht. Finden Sie mit der App Sky Tonight die dunkelsten Stunden an Ihrem Standort. Dann gehen Sie nach draußen und schauen Sie nach oben!

Inhalt

Wann ist die beste Zeit, um Polarlichter zu sehen?

Die besten Chancen auf Polarlichter haben Sie, wenn drei Bedingungen zusammenkommen: ein dunkler Himmel, klares Wetter und hohe Sonnenaktivität. Deshalb sind der Winter, Neumond und Phasen des Sonnenmaximums auf beiden Halbkugeln besonders günstig. Auch rund um die Tagundnachtgleichen ist die Polarlichtaktivität besonders hoch.

Im Winter sind die Nächte länger, vor allem in Polnähe, wo die Sonne während der Polarnacht überhaupt nicht aufgeht. Bei Neumond erhellt der Mond den Nachthimmel nicht. Dadurch ist es noch dunkler, und Polarlichter lassen sich leichter erkennen.

Doch Dunkelheit allein reicht nicht aus: Polarlichter hängen auch vom Zusammenspiel zwischen dem Sonnenwind und dem Erdmagnetfeld ab. Hier kommen die Tagundnachtgleichen ins Spiel. Während die Erde die Sonne umkreist, verändert sich die Ausrichtung des Erdmagnetfelds gegenüber dem Magnetfeld, das der Sonnenwind mit sich führt. Rund um die Tagundnachtgleichen kann magnetische Rekonnexion Energie effizienter vom Sonnenwind in die Magnetosphäre übertragen. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit für Polarlichter.

Wann sind Nord- und Südlichter zu sehen?
Die Grafik zeigt die jeweiligen Beobachtungsfenster für Nord- und Südlichter. Die obere Hälfte zeigt das Beobachtungsfenster für Nordlichter (September bis März), die untere Hälfte das für Südlichter (März bis September). Die dunkelsten Monate – Dezember und Januar im Norden bzw. Juni und Juli im Süden – sind durch besonders starke Polarlichter gekennzeichnet. Die stärkste Polarlichtaktivität im März und September wird durch Lichtblitze dargestellt.

Wann ist die beste Zeit, um Nordlichter zu sehen?

Die größten Chancen, Nordlichter zu sehen, haben Sie von September bis März. Sie können jederzeit erscheinen, solange es dunkel ist. Die intensivsten Erscheinungen treten jedoch meist zwischen 21 und 2 Uhr auf, häufig mit einem Höhepunkt zwischen 23 Uhr und Mitternacht.

In den Wochen rund um die Tagundnachtgleichen im März und September nimmt die Polarlichtaktivität oft zu. Dezember und Januar bieten dagegen in hohen nördlichen Breiten die längsten Nächte. So bleibt Ihnen mehr Zeit, das Schauspiel zu erleben.

Wussten Sie schon? An Orten in hohen Breiten wie Spitzbergen bleibt die Sonne den ganzen Tag unter dem Horizont, und zwar von Mitte November bis Ende Januar. Deshalb können Sie dort sogar um die Mittagszeit Nordlichter sehen.

Wann ist die beste Zeit, um Südlichter zu sehen?

Auf der Südhalbkugel dauert die Hauptsaison für Polarlichtbeobachtungen von März bis September – genau umgekehrt wie auf der Nordhalbkugel. Wie bei Nordlichtern sind die Chancen meist zwischen 21 und 2 Uhr am besten, besonders zwischen 23 Uhr und Mitternacht.

Hier bieten Juni und Juli die längsten und dunkelsten Nächte, während die Zeiträume rund um die Tagundnachtgleichen im März und September meist eine erhöhte Polarlichtaktivität mit sich bringen.

Am Südpol bleibt die Sonne ungefähr von der Tagundnachtgleiche im März bis zu der im September unter dem Horizont. Während dieser monatelangen Polarnacht können Südlichter sogar mitten am Tag erscheinen. Aber ganz ehrlich: Würden Sie wirklich nur wegen der Polarlichter bis zum Südpol reisen? Es gibt deutlich leichter erreichbare Orte, um sie zu beobachten. Lesen Sie weiter – wir zeigen Ihnen, wo Sie hinfahren können.

Polar Lights
Entdecken Sie, wie Polarlichter entstehen, welche Farben sie haben können, wo man sie sehen kann und wie man sie fotografiert – alles in einer anschaulichen Infografik.
Siehe Infografik

Wie lange dauern Nordlichter und Südlichter?

Manche Polarlichter sind nur wenige Minuten zu sehen, andere können stundenlang anhalten. Eine feste durchschnittliche Dauer gibt es nicht. Im Laufe einer Nacht können aber mehrere Polarlichtphasen aufeinanderfolgen, besonders bei erhöhter geomagnetischer Aktivität, die rund um die Tagundnachtgleichen häufiger auftritt.

Intensität und Dauer können sich von Nacht zu Nacht stark unterscheiden. Das macht jede Beobachtung einzigartig. Diese Unvorhersehbarkeit macht die Suche nach Polarlichtern so spannend: Sie wissen nie, wann der Himmel plötzlich aufleuchtet.

Was ist ein Polarlicht?

Ein Polarlicht ist eine wunderschöne Leuchterscheinung am Himmel in der Nähe der Polarregionen der Erde. Auf der Nordhalbkugel heißt sie Nordlicht oder Aurora borealis, auf der Südhalbkugel Südlicht oder Aurora australis.

Die Prägung des Begriffs „Aurora borealis“ im Jahr 1619 wird meist Galileo Galilei zugeschrieben. Der Name verbindet Aurora, die römische Göttin der Morgenröte, mit Boreas, dem griechischen Gott des Nordwinds. „Aurora australis“, die Bezeichnung für das Südlicht, stammt vom lateinischen Wort australis, das „südlich“ bedeutet und von Auster abgeleitet ist, dem römischen Gott des Südwinds.

Wie entstehen Nordlichter und Südlichter?

Nordlichter und Südlichter entstehen, wenn geladene Teilchen von der Sonne, die mit dem Sonnenwind kommen oder bei Sonnenstürmen ausgestoßen werden, auf Gase in der oberen Erdatmosphäre treffen – hauptsächlich auf Sauerstoff und Stickstoff. Das Erdmagnetfeld lenkt diese Teilchen in Richtung der Pole.

Polarlichter entstehen in 80 bis 1.000 Kilometern Höhe über der Erde. Sie bilden leuchtende Vorhänge, Spiralen, Koronen, Strahlen und andere Formen, die den magnetischen Feldlinien folgen. Besonders faszinierend ist, dass sie zu „tanzen“ scheinen: Sie verändern sich ständig mit den Teilchenströmen und Magnetfeldern in der Magnetosphäre der Erde.

Formen der Nord- und Südlichter
Genau wie Wolken können Polarlichter viele verschiedene Formen annehmen, von einfachen Farbbögen bis hin zu komplexen, wirbelnden Mustern. Hier sind nur einige der häufigsten Formen.

Warum Polarlichter 2026 noch immer stark sein können: Sonnenzyklus 25

Polarlichter sind eng mit dem etwa elfjährigen Aktivitätszyklus der Sonne verbunden. In ihrer aktivsten Phase, dem Sonnenmaximum, entstehen mehr Sonnenflecken, Sonneneruptionen und koronale Massenauswürfe (CMEs). Letztere sind riesige Wolken geladener Teilchen, die geomagnetische Stürme auslösen und Polarlichter auf der Erde verstärken können.

Sonnenzyklus 25 erreichte sein Maximum im Oktober 2024, mit einer Aktivität, die deutlich über den ursprünglichen Vorhersagen lag. Der Zyklus befindet sich inzwischen in seiner abklingenden Phase. Das bedeutet aber nicht, dass die Sonnenaktivität plötzlich zur Ruhe gekommen ist. Sie nimmt allmählich und ungleichmäßig ab, sodass auch im Laufe des Jahres 2026 noch starke Eruptionen und koronale Massenauswürfe auftreten können.

Wenn das Material eines starken, auf die Erde gerichteten Ausbruchs unseren Planeten erreicht, kann es hellere Polarlichter hervorrufen und sie viel weiter von den Polen entfernt sichtbar machen als gewöhnlich. Auch 2026 kann deshalb noch spektakuläre Erscheinungen bieten – sogar an Orten, an denen Polarlichter nur selten zu sehen sind.

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Wo kann man Nordlichter und Südlichter sehen?

Polarlichter sind am häufigsten in der Polarlichtzone zu sehen, einem etwa 6° breiten Gürtel, dessen Mitte ungefähr bei einer geomagnetischen Breite von 67° liegt. Der Bereich, in dem zu einem bestimmten Zeitpunkt Polarlichter auftreten, heißt Polarlichtoval.

Bei geomagnetischen Stürmen können sich diese Ovale ausdehnen, sodass Polarlichter viel weiter von den Polen entfernt sichtbar werden. Nordlichter waren gelegentlich sogar im Mittelmeerraum und im Süden der USA zu sehen. Südlichter waren wiederum bis nach Neukaledonien und in die Pilbara-Region in Westaustralien sichtbar. Einer der extremsten Fälle war das Carrington-Ereignis von 1859, als Polarlichter sogar in den Tropen zu sehen waren.

Polarlicht-Oval
Am 11. September 2005, nur vier Tage nach einer rekordverdächtigen Sonneneruption, nahm der Satellit IMAGE diese Aufnahme der Südlichter auf. Größe und Form des Polarlicht-Ovals verändern sich mit der Sonnenaktivität. Die aktuellen Polarlicht-Ovale finden Sie auf der Website des NOAA Space Weather Prediction Center.

Die besten Orte für Nordlichter (Aurora borealis)

Hier sind einige beliebte und gut erreichbare Reiseziele, um Nordlichter zu beobachten:

  • Norwegen – Tromsø, Alta und die Lofoten
  • Schweden – Abisko und Kiruna im schwedischen Lappland
  • Finnland – Rovaniemi und Gebiete nördlich des Polarkreises
  • Russland – Die Region Murmansk, darunter Teriberka und die Halbinsel Kola
  • Island – Fast das gesamte Land bietet hervorragende Beobachtungsmöglichkeiten
  • Kanada – Yukon, die Nordwest-Territorien, Nunavut und der Norden Albertas
  • Alaska (USA) – Fairbanks und der Denali-Nationalpark

Bei starken geomagnetischen Stürmen lassen sich Nordlichter gelegentlich deutlich weiter südlich beobachten: in Teilen Schottlands, in nördlichen US-Bundesstaaten wie Minnesota, Michigan und Maine und sogar in noch niedrigeren Breiten.

Die besten Orte für Südlichter (Aurora australis)

Südlichter sind schwieriger zu beobachten, weil die riesigen Meeresflächen rund um den Südpol und die wenigen besiedelten Gebiete in hohen südlichen Breiten den Zugang erschweren. Einige Orte bieten aber dennoch gute Beobachtungschancen:

  • Tasmanien (Australien) – Gebiete südlich von Hobart und abgelegene Strände wie die bei Cockle Creek
  • Neuseeland – Die Südinsel, besonders die Umgebung von Dunedin und Invercargill, sowie die Stewartinsel
  • Südliches Argentinien und Chile (Patagonien) – Hier sind Polarlichter gelegentlich bei starken Sonnenstürmen sichtbar
  • Subantarktische Inseln – Zum Beispiel Südgeorgien oder die Falklandinseln (für Expeditionen oder Forschende)
  • Antarktis – Die Region mit der höchsten Südlichtaktivität, aber auch die am schwersten erreichbare

Wie kann man Polarlichter sehen?

So erhöhen Sie Ihre Chancen, Nordlichter (Aurora borealis) oder Südlichter (Aurora australis) zu erleben:

  • Wählen Sie den richtigen Ort

Suchen Sie sich einen Ort innerhalb oder in der Nähe der Polarlichtzonen. Bedenken Sie aber, dass das Wetter in manchen polnahen Regionen rau oder unberechenbar sein kann. Empfehlungen finden Sie im Abschnitt Die besten Orte für Polarlichter in diesem Artikel.

  • Wählen Sie den richtigen Zeitpunkt

Nordlichter sind von September bis März sichtbar, Südlichter von März bis September. Die besten Beobachtungszeiten liegen zwischen 21 und 2 Uhr, besonders zwischen 23 Uhr und Mitternacht.

  • Verfolgen Sie die Polarlichtvorhersagen

Nutzen Sie Webseiten wie das Zentrum für Weltraumwettervorhersage und SpaceWeatherLive, um sich über die bevorstehende Polarlichtaktivität zu informieren. Behalten Sie den Kp-Index im Blick: Ein Wert von 5 kennzeichnet einen schwachen geomagnetischen Sturm. Die Sichtbarkeit hängt aber von Ihrem Standort und den Beobachtungsbedingungen ab. Innerhalb der Polarlichtzonen können Polarlichter auch bei niedrigeren Kp-Werten sichtbar sein.

  • Suchen Sie einen dunklen, klaren Himmel

Meiden Sie die Lichter der Städte, damit der Himmel möglichst dunkel ist. Planen Sie Ihre Polarlichtsuche rund um Neumond, wenn möglichst wenig natürliches Licht stört, und wählen Sie Nächte mit klarem Himmel und wenigen Wolken.

Mit der App Sky Tonight finden Sie ganz einfach die dunkelste Nacht für die Polarlichtbeobachtung. Ihr Sternbeobachtungsindex kombiniert Mondphase, Wetterbedingungen und Lichtverschmutzung und zeigt Ihnen, wie gut die Beobachtungsbedingungen heute Nacht sind. Im Kalender der App können Sie für jeden Tag die Mondphasen nachschauen und sehen, wann die völlige Dunkelheit beginnt und wie lange sie anhält.

Sky Tonight – Planen Sie Ihre Sternenbeobachtungsnacht
Nutzen Sie die Funktionen „Heute sichtbar“ und „Kalender“ in der App Sky Tonight, um die längste und dunkelste Nacht für die Beobachtung von Polarlichtern zu finden.
  • Schauen Sie in die richtige Richtung

Beginnen Sie an Ihrem Beobachtungsort mit einem Blick nach Norden auf der Nordhalbkugel und nach Süden auf der Südhalbkugel. Achten Sie auf eine weite, freie Sicht zum Horizont. Innerhalb des Polarlichtovals sollten Sie auch direkt nach oben und in andere Richtungen schauen.

  • Ziehen Sie sich warm an und haben Sie Geduld

Tragen Sie warme Kleidung und nehmen Sie eine Decke oder einen Stuhl mit, damit Sie es bequem haben. Vermeiden Sie den Blick in helle Lichtquellen, damit sich Ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnen können. Erkunden Sie während des Wartens mit Sky Tonight im Nachtmodus die Sterne und Planeten – so vergeht die Zeit angenehmer.

Mit den richtigen Bedingungen und etwas Glück werden Sie mit einem der eindrucksvollsten Naturschauspiele belohnt!

Mythen und Legenden über Polarlichter

Seit jeher blicken Menschen mit Staunen und Neugier auf den leuchtenden Himmel. Um die geheimnisvollen Lichter zu erklären, haben sie zahlreiche Geschichten erdacht. Hier sind einige der faszinierendsten Polarlichtmythen aus aller Welt.

  • Skandinavien: In Thomas Bulfinchs Nacherzählung nordischer Mythen aus dem 19. Jahrhundert sind Nordlichter der Glanz der Rüstungen der Walküren, die ausreiten, um gefallene Krieger für Walhall auszuwählen.

  • Finnland: Einer finnischen Volkserzählung zufolge entstehen Polarlichter, wenn ein magischer Fuchs mit seinem Schwanz Schnee in den Himmel fegt. Deshalb bedeutet das finnische Wort für Polarlichter übersetzt „Fuchsfeuer“.

  • Sibirien: Die Tschuwaschen glaubten, das Nordlicht sei eine fliegende Schlange und eine Gottheit der Geburt, die die Seelen von Babys verteilte.

  • Grönland: Die Inuit sahen in den Polarlichtern die Seelen der Toten, die mit einem Walrossschädel Fußball spielten.

  • Nordamerika: In einer algonkinischen Erzählung waren Polarlichter Feuer, die die Schöpfergestalt Nanabozho entzündete, um sein Volk an sich zu erinnern und über es zu wachen.

  • Neuseeland: Die Māori sahen im Südlicht den Widerschein von Fackeln oder Lagerfeuern ihrer Vorfahren, die nach Süden gereist waren und sich in jenen fernen Ländern niedergelassen hatten.

  • Australien: Die Aborigines deuteten Südlichter als Feuer in der Geisterwelt oder als Vorzeichen von Ahnenwesen.

Häufige Fragen

Warum haben Polarlichter unterschiedliche Farben?

Die Farben von Polarlichtern hängen von der Art des Gases in der Atmosphäre und der Höhe ab, in der die geladenen Teilchen darauf treffen:

  • Grün – Entsteht durch Sauerstoff in etwa 100 bis 200 km Höhe
  • Rot – Entsteht ebenfalls durch Sauerstoff, aber weiter oben, oberhalb von 200 km
  • Blau/Violett – Entstehen durch Stickstoff in etwa 100–200 km Höhe
  • Rosa – Entsteht häufig durch Stickstoff am unteren Rand eines Polarlichts, unterhalb von etwa 100 km
  • Gelb – Eine Mischung aus überlagerten roten und grünen Lichtemissionen

Die häufigste Polarlichtfarbe ist Grün.

Sind Nordlichter und Südlichter wirklich so farbenprächtig?

Ja, Nordlichter und Südlichter können wunderschöne Farben zeigen. Mit bloßem Auge wirken diese aber meist weniger kräftig als auf Fotos. Grün ist die häufigste und am besten sichtbare Farbe, während Rot-, Violett- und Blautöne bei direkter Beobachtung oft blass oder gräulich erscheinen. Auch Lichtverschmutzung und Wolken können die Sicht beeinträchtigen. Unter einem sehr dunklen Himmel und bei starker Polarlichtaktivität können Sie jedoch auch mit bloßem Auge eine breite Farbpalette erkennen.

Gibt es einen Unterschied zwischen Nordlichtern und Südlichtern?

Nordlichter und Südlichter sind im Grunde dasselbe Naturphänomen. Sie treten allerdings auf entgegengesetzten Halbkugeln auf, und ihre wichtigsten Beobachtungssaisons sind vertauscht. Polarlichter können auf beiden Halbkugeln gleichzeitig und in ähnlichen Mustern erscheinen. Ihre Formen und ihr zeitlicher Verlauf können sich jedoch aufgrund von Schwankungen des Erdmagnetfelds und der Richtung des Sonnenwinds unterscheiden. Nordlichter sind außerdem bekannter und werden häufiger beobachtet, weil Orte in hohen Breiten auf der Nordhalbkugel leichter zu erreichen sind.

Sind Polarlichter gefährlich?

Polarlichter entstehen so hoch in der Atmosphäre, dass sie für Menschen, die sie vom Boden aus beobachten, keine Gefahr darstellen. Die Sonnenstürme, die starke Polarlichter auslösen, können allerdings technische Systeme beeinträchtigen, etwa GPS, Funksignale und den Betrieb von Satelliten.

Gibt es Polarlichter auf anderen Planeten?

Polarlichter gibt es nicht nur auf der Erde: Sie wurden auch auf anderen Planeten und Monden nachgewiesen. Besonders spektakulär sind die Polarlichter auf Jupiter. Sein gewaltiges Magnetfeld lenkt geladene Teilchen zu den Polen und erzeugt Erscheinungen, die viel größer und energiereicher sind als auf der Erde. Anders als irdische Polarlichter werden sie hauptsächlich durch die schnelle Rotation des Jupiters angetrieben und weniger durch den Sonnenwind.

Sogar auf Merkur können Polarlichter auftreten, obwohl er keine nennenswerte Atmosphäre besitzt: Energiereiche Elektronen können auf seine Oberfläche treffen und Röntgenstrahlung erzeugen. Diese Strahlung ist mit bloßem Auge unsichtbar und wird mit Instrumenten an Bord von Raumsonden untersucht.

Nordlichter und Südlichter: Fazit

Nordlichter und Südlichter, auch Aurora borealis und Aurora australis genannt, gehören zu den faszinierendsten Naturwundern der Erde: tanzende Lichtwellen, die sich mit bloßem Auge beobachten lassen. Sie entstehen durch das Zusammenspiel des Sonnenwinds mit dem Erdmagnetfeld.

Die besten Chancen auf Polarlichter haben Sie bei hoher Sonnenaktivität, in den dunkelsten Nächten und an einem Ort mit wenig Lichtverschmutzung in Polnähe. Nutzen Sie die App Sky Tonight, um die dunkelste Nacht zu finden und Ihre Beobachtung rechtzeitig für die besten Bedingungen zu planen. Speichern Sie diesen Artikel, damit Sie ihn erneut lesen können, wenn Ihre ideale Polarlichtnacht näher rückt.

Wir wünschen Ihnen einen klaren Himmel und ein beeindruckendes Schauspiel farbenprächtiger Polarlichter!

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