Warum sind Planeten kugelförmig? Ihre Formen einfach erklärt
Warum sind Planeten rund? Trotz ihrer unterschiedlichen Größen und Zusammensetzungen sind alle acht Planeten des Sonnensystems annähernd kugelförmig. Asteroiden haben dagegen viel vielfältigere Formen – manche ähneln sogar Erdnüssen oder Hundeknochen! Warum sind also alle Planeten rund, während kleinere Himmelskörper nahezu jede Form annehmen können? Sehen wir uns an, was Planeten rund macht, warum manche runder sind als andere und wie die Schwerkraft das Universum um uns herum formt.
Erkunden Sie außerdem die 3D-Modelle der Planeten in Solar Walk 2. Sie zeigen, wie unterschiedlich diese Welten sind – obwohl sie alle dieselbe Grundform haben.
Inhalt
- Warum sind alle Planeten rund?
- Sind Planeten perfekt rund?
Warum sind Planeten rund? Häufige Fragen
- Ist die Erde perfekt rund?
- Wenn die Erde schnell genug rotiert, um sich am Äquator auszuwölben, warum fliegen wir dann nicht davon?
- Wer entdeckte, dass die Erde rund ist?
- Wie lässt sich beweisen, dass die Erde rund ist?
- Was denken Anhänger der flachen Erde über andere Planeten?
- Warum ist der Mond rund?
- Sind Sterne rund?
- Warum sind Planeten rund? Das Wichtigste zum Schluss
Warum sind alle Planeten rund?

Planeten sind rund, weil die Schwerkraft ihre Form bestimmt. Sie entstehen aus verstreuten Gas- und Staubteilchen, die einen Stern umkreisen. Durch die Schwerkraft ziehen sich die Teilchen gegenseitig an und bilden Klumpen, die wachsen, indem sie weiteres Material aus ihrer Umgebung aufnehmen.
Während ein entstehender Planet wächst, wird seine Schwerkraft stark genug, um sein Material umzuformen. Die Schwerkraft zieht Materie aus allen Richtungen nach innen, sodass ein annähernd kugelförmiger Körper entsteht. Deshalb sind Planeten rund.
Warum sind Planeten rund, die meisten Asteroiden aber nicht?

Die Form eines Himmelskörpers hängt von seiner Masse ab: Je größer sie ist, desto stärker zieht ihn seine eigene Schwerkraft in eine rundere Form. Asteroiden sind meist zu klein, als dass ihre Schwerkraft die Unregelmäßigkeiten ihrer Form ausgleichen könnte.
Viele Asteroiden im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter sind Überreste von Material, aus dem nie ein Planet wurde. Jupiters starke Schwerkraft störte das Wachstum größerer Körper und verhinderte, dass sich das Material zu einem Planeten zusammenfügte.
Auch manche kleineren Himmelskörper haben genügend Schwerkraft, um annähernd rund zu werden. Wenn sie die Sonne umkreisen, keine Monde sind und ihre Bahnumgebung nicht von anderen Körpern freigeräumt haben, werden sie als Zwergplaneten eingestuft. Ihre annähernd runde Form ist eines der entscheidenden Kriterien, die sie von kleineren, unregelmäßig geformten Asteroiden unterscheiden.
Sind Planeten perfekt rund?
Planeten sind keine perfekten Kugeln, weil sie sich um ihre Achse drehen. Bei dieser Rotation wirkt die Zentrifugalkraft nach außen und damit der Schwerkraft entgegen. Dieser Effekt ist am Äquator am stärksten: Der Planet wölbt sich dort nach außen und wird an den Polen etwas abgeplattet. Die Auswölbung heißt Äquatorwulst, und die entstehende Form wird als abgeplattetes Rotationsellipsoid bezeichnet.

Jupiters abgeplattete Form lässt sich sogar im Teleskop erkennen! Bei guten Beobachtungsbedingungen fällt Ihnen vielleicht auf, dass seine Scheibe entlang der Wolkenbänder etwas breiter wirkt als quer dazu. Eine gute Gelegenheit bietet sich am 11. Februar 2027: Dann steht Jupiter in Opposition und ist die ganze Nacht sichtbar. Für ein ruhigeres Bild warten Sie, bis Jupiter hoch über dem Horizont steht.
Welcher Planet ist am rundesten?

Wie stark ein Planet abgeplattet ist, hängt nicht nur von seiner Rotationsgeschwindigkeit ab, sondern auch von seiner Dichte und seinem inneren Aufbau. Venus und Merkur kommen der Kugelform am nächsten, weil sie sich am langsamsten drehen.
Nach dieser Logik könnte man erwarten, dass Jupiter, der am schnellsten rotierende Planet des Sonnensystems, am stärksten abgeplattet ist. Überraschenderweise geht dieser Titel aber an Saturn! Er dreht sich zwar etwas langsamer als Jupiter, hat aber eine deutlich geringere Dichte und eine schwächere Schwerkraft. Deshalb kann er sich am Äquator stärker auswölben.
Beeinflussen Berge und Täler die Form von Planeten?
Berge, Täler und andere Landschaftsformen machen die Oberfläche eines Planeten uneben, beeinflussen seine Gesamtform aber kaum. Stellen Sie sich vor, die Erde würde auf die Größe eines Basketballs mit etwa 24 cm Durchmesser schrumpfen. In diesem Maßstab würde selbst der Mount Everest nur 0,17 mm über den Meeresspiegel hinausragen.
Und wie sieht es mit Olympus Mons auf dem Mars aus? Der etwa 22 km hohe Berg würde nur 0,8 mm aus der Oberfläche ragen, wenn der Mars so groß wie ein Basketball wäre. Selbst ein so gewaltiger Berg verändert die Gesamtform des Planeten kaum!
Olympus Mons ist der größte Vulkan im Sonnensystem. Aber wie gut kennen Sie die anderen Rekordhalter unseres Sonnensystems? Testen Sie in unserem Quiz Ihr Wissen über die größten, kleinsten, tiefsten und weitere außergewöhnliche Objekte!

Warum sind Planeten rund? Häufige Fragen
Ist die Erde perfekt rund?
Die Erde ist rund, weil die Schwerkraft ihre Materie aus allen Richtungen zum Mittelpunkt zieht und ihr dadurch eine annähernde Kugelform verleiht. Allerdings ist die Erde keine perfekte Kugel: Durch ihre Rotation ist sie am Äquator etwas breiter und an den Polen abgeplattet. Diese Form heißt abgeplattetes Rotationsellipsoid.
Wenn die Erde schnell genug rotiert, um sich am Äquator auszuwölben, warum fliegen wir dann nicht davon?
Um die Form eines Planeten zu verändern, muss seine Schwerkraft nicht überwunden werden. Denken Sie an Wasser in einer rotierenden Schüssel: Es steigt an den Rändern hoch, bleibt aber in der Schüssel. Ähnlich kann sich das Material der Erde langsam verlagern und verformen, sodass der Planet am Äquator etwas breiter wird. Selbst festes Gestein tief im Erdinneren kann sich über lange Zeiträume verformen. Die Schwerkraft hält weiterhin alles zusammen.
Die Erde dreht sich schnell genug, um ihre Form leicht zu verändern, aber bei Weitem nicht schnell genug, um uns von ihrer Oberfläche zu schleudern. Am Äquator bewegen wir uns durch die Erdrotation mit etwa 1.670 km/h. Damit ein Mensch am Äquator allein durch die Erdrotation schwerelos würde, müsste diese Geschwindigkeit rund 28.500 km/h erreichen – also etwa das 17-Fache! Wenn Radius und Masse der Erde gleich blieben, würde sie sich dann in nur 84 Minuten einmal um ihre Achse drehen.
Wer entdeckte, dass die Erde rund ist?
Die Vorstellung einer kugelförmigen Erde stammt aus dem antiken Griechenland und wird häufig Pythagoras (ca. 570–495 v. Chr.) zugeschrieben. Später lieferte Aristoteles (384–322 v. Chr.) Belege für die runde Form der Erde, darunter ihren gekrümmten Schatten auf dem Mond bei Mondfinsternissen. Im 3. Jahrhundert v. Chr. ging Eratosthenes (ca. 276–194 v. Chr.) noch einen Schritt weiter: Er verglich den Sonnenstand in zwei ägyptischen Städten und berechnete den Erdumfang mit erstaunlicher Genauigkeit.
Wie lässt sich beweisen, dass die Erde rund ist?
Beim Blick über das offene Meer können Sie weiter sehen, wenn Sie einen höheren Standpunkt einnehmen. Dabei können Teile entfernter Objekte sichtbar werden, die zuvor durch die Erdkrümmung verdeckt waren. Wäre die Erde flach, wären diese Teile bei ausreichend guten Sichtbedingungen auch vom Boden aus zu sehen. In unserem Artikel finden Sie weitere Möglichkeiten, die runde Form der Erde nachzuweisen.
Was denken Anhänger der flachen Erde über andere Planeten?

Manche Anhänger der flachen Erde gehen davon aus, dass Planeten tatsächlich rund sind, die Erde aber schlicht kein Planet ist und deshalb nicht kugelförmig sein muss. Verschiedene Gruppen innerhalb der Bewegung haben dazu eigene Vorstellungen. Sie sind sich einig, dass die Erde flach sei. Für die anderen Planeten haben sie sich jedoch noch nicht auf eine gemeinsame Erklärung verständigt.
Warum ist der Mond rund?
Unser natürlicher Satellit ist kugelförmig, weil er genügend Masse und damit ausreichend Schwerkraft besitzt, um rund zu bleiben. Aus demselben Grund sind auch die Galileischen Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto rund. Monde können jedoch auch unregelmäßige Formen haben. So ähneln die Marsmonde Phobos und Deimos Asteroiden: Sie sind klein, und ihre Schwerkraft reicht nicht aus, um sie kugelförmig zu machen.
Sind Sterne rund?

Wie Planeten sind auch Sterne annähernd kugelförmig, weil die Schwerkraft ihre Materie zum Mittelpunkt zieht. Eine schnelle Rotation kann jedoch dazu führen, dass sie sich am Äquator auswölben und an den Polen abplatten. Ein eindrucksvolles Beispiel ist Regulus, der hellste Stern im Sternbild Löwe. Er dreht sich alle 16 Stunden einmal um seine Achse, sodass sein Äquatordurchmesser etwa 32 % größer ist als sein Poldurchmesser!
Warum sind Planeten rund? Das Wichtigste zum Schluss
Planeten sind rund, weil die Schwerkraft ihr Material während ihrer Entstehung zum Mittelpunkt zieht. Perfekte Kugeln sind sie allerdings nicht: Durch ihre Rotation werden sie am Äquator etwas breiter und an den Polen abgeplattet. Wie stark diese Abplattung ausfällt, ist von Planet zu Planet verschieden und hängt von Rotation, Dichte und innerem Aufbau ab.
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