Was ist eine Elongation: Beste Sichtbarkeit von Merkur und Venus 2026–2027
In der Astronomie kommt es immer auf den richtigen Zeitpunkt an. Die Elongation ist der Schlüssel, um den schwer fassbaren Merkur aufzuspüren. Seine nächste größte Elongation erreicht er am 21. November mitteleuropäischer Zeit – lassen Sie sich diese Gelegenheit nicht entgehen. Die App Sky Tonight hilft Ihnen, passende Beobachtungszeiten zu finden. Laden Sie sie herunter und entdecken Sie den Nachthimmel aus einer neuen Perspektive! In diesem Artikel erfahren Sie außerdem, was Elongation bedeutet und welche Himmelsmechanik dahintersteckt.
Inhalt
- Termine der größten Elongationen von Venus und Merkur 2026–2027
- Was ist Elongation?
- Konstellationen der unteren und oberen Planeten
- Maximale Elongation von Merkur und Venus: die nächsten Ereignisse
- Elongation und Planetenphasen
Häufige Fragen zur Elongation in der Astronomie
- Wie oft erreicht Merkur seine größte Elongation?
- Wie groß ist Merkurs maximale Elongation? Sind es 28 Grad?
- Wie oft erreicht Venus ihre größte Elongation?
- Größte östliche und größte westliche Elongation: Was ist der Unterschied?
- Wann ist Merkur am Nachthimmel sichtbar?
- Warum sind manche Elongationen Merkurs günstiger als andere?
- Ist die größte Elongation dasselbe wie der größte Glanz?
- Was bedeutet Elongation der Planeten: Zusammenfassung
👉Bei größter Elongation stehen Merkur und Venus am Himmel am weitesten von der Sonne entfernt. Das verbessert meist die Chancen, sie zu entdecken. Die Elongation ist der von der Erde aus gesehene Winkelabstand zwischen einem Planeten und der Sonne, gemessen in Grad.
Termine der größten Elongationen von Venus und Merkur 2026–2027
Die Tabelle zeigt die nächsten größten östlichen Elongationen für die Beobachtung am Abend und größten westlichen Elongationen für die Beobachtung am Morgen. Die Datumsangaben beziehen sich auf die mitteleuropäische Ortszeit; die Beschreibungen nennen zusätzlich UTC.
Tipp: Eine größere Elongation bedeutet nicht automatisch bessere Sichtbarkeit. Auch die Höhe des Planeten in der Dämmerung, seine Helligkeit und der Winkel der Ekliptik zum Horizont spielen eine Rolle.
| Datum | Planet | Größte Elongation | Winkelabstand |
|---|---|---|---|
| 21. November 2026 | Merkur | westliche (morgens) | 19°37′ |
| 3. Januar 2027 | Venus | westliche (morgens) | 46°57′ |
| 3. Februar 2027 | Merkur | östliche (abends) | 18°18′ |
| 17. März 2027 | Merkur | westliche (morgens) | 27°37′ |
| 28. Mai 2027 | Merkur | östliche (abends) | 22°55′ |
So finden Sie Merkur bei größter Elongation: Kurzanleitung
- Schauen Sie 30–60 Minuten vor Sonnenaufgang (westliche Elongation) oder nach Sonnenuntergang (östliche Elongation) nach ihm.
- Wählen Sie einen Standort mit freiem Horizont, etwa am Meer, auf einem Feld oder auf einer Dachterrasse.
- Merkurs westliche Elongationen lassen sich am besten an Herbstmorgen beobachten, seine östlichen an Frühlingsabenden. Das gilt für die mittleren Breiten beider Erdhalbkugeln.
Sicherheitshinweis: Suchen Sie mit einem Fernglas niemals die Umgebung der Sonne ab. Warten Sie abends, bis die Sonne vollständig untergegangen ist, und beenden Sie die Beobachtung morgens deutlich vor Sonnenaufgang.
Was ist Elongation?
In der Astronomie bezeichnet die Elongation den von der Erde aus gesehenen Winkelabstand zwischen einem Planeten oder einem anderen Körper des Sonnensystems und der Sonne, gemessen in Grad. Eine Elongation von 90° bedeutet zum Beispiel, dass ein Objekt an unserem Himmel 90 Grad von der Sonne entfernt erscheint.
Als hellstes Objekt am Himmel kann die Sonne alle anderen Sterne und Planeten überstrahlen. Wenn Sie ihre Position kennen, können Sie die günstigste Beobachtungszeit wählen: Das gesuchte Objekt sollte hoch genug über dem Horizont stehen und der Himmel ausreichend dunkel sein. Sehen wir uns die Elongation am Beispiel der Planeten unseres Sonnensystems genauer an.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Die Elongation ist besonders für Merkur und Venus wichtig, da beide am Himmel stets in der Nähe der Sonne bleiben.
- Größte östliche Elongation = beste Sichtbarkeit nach Sonnenuntergang, also am Abend.
- Größte westliche Elongation = beste Sichtbarkeit vor Sonnenaufgang, also am Morgen.
- Bei Merkur bedeutet „am Nachthimmel“ in der Regel die Dämmerung nahe dem Horizont, nicht die späten Nachtstunden.
Konstellationen der unteren und oberen Planeten
Die oberen Planeten, deren Bahnen weiter von der Sonne entfernt liegen als die Erdbahn, sind Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Ihre Elongation kann von nahezu 0 bis fast 180 Grad reichen. Die unteren Planeten, deren Bahnen näher an der Sonne liegen als die Erdbahn, sind Merkur und Venus. Ihre maximale Elongation beträgt etwa 28 Grad bei Merkur und etwa 48 Grad bei Venus. Deshalb ist Merkur trotz seiner Helligkeit so schwer zu sehen: Selbst bei günstigen Elongationen bleibt er im Vergleich zu Venus recht nahe an der Sonne.
Einige dieser Winkelstellungen haben eigene Namen. Sehen wir sie uns an.
Konjunktion mit der Sonne

Bei einer Konjunktion mit der Sonne steht ein Objekt von der Erde aus gesehen ungefähr in derselben Richtung wie die Sonne. Seine Elongation liegt nahe 0 Grad, und es hat dieselbe ekliptikale Länge wie die Sonne. Am Himmel erscheint es daher sehr nahe bei ihr. Das Sonnenlicht überstrahlt das Objekt, sodass es fast unmöglich direkt zu beobachten ist¹. Sowohl obere als auch untere Planeten können in Konjunktion mit der Sonne stehen.
Die Begriffe „untere Konjunktion“ und „obere Konjunktion“ werden insbesondere für Merkur und Venus verwendet. Bei der unteren Konjunktion befindet sich der Planet zwischen Erde und Sonne. Bei der oberen Konjunktion zieht er von der Erde aus gesehen hinter der Sonne vorbei.
¹In seltenen Fällen lässt sich ein unterer Planet bei unterer Konjunktion während eines Transits beobachten: Er zieht dann als winziger schwarzer Punkt über die Sonnenscheibe. Der nächste Merkurtransit findet am 13. November 2032 statt, der nächste Venustransit am 11. Dezember 2117. Richten Sie optische Geräte niemals ohne spezielle Sonnenfilter auf die Sonne! Andernfalls drohen dauerhafte Augenschäden.
Quadratur

Bei einer Quadratur bilden Sonne, Erde und ein Himmelskörper einen rechten Winkel mit der Erde am Scheitelpunkt. Deshalb erscheinen Sonne und Himmelskörper von der Erde aus 90° voneinander entfernt. Bei östlicher Quadratur steht ein Planet gewöhnlich abends am höchsten, bei westlicher Quadratur morgens. Ein anschauliches Beispiel ist der Mond im ersten Viertel: Diese Phase tritt bei einem Winkelabstand von 90 Grad zur Sonne ein. Der Mond, die oberen Planeten und viele andere Körper des Sonnensystems können in Quadratur stehen. Merkur und Venus können das nicht, da ihre Bahnen innerhalb der Erdbahn liegen. Sie bleiben der Sonne zu nahe, um aus unserer Sicht jemals 90 Grad von ihr entfernt zu erscheinen.
Opposition

Bei einer Opposition unterscheidet sich die ekliptikale Länge eines Objekts um 180 Grad von derjenigen der Sonne. Es erscheint am Himmel ungefähr in der entgegengesetzten Richtung. Dies ist auch die größte Elongation der oberen Planeten. Objekt und Sonne stehen auf gegenüberliegenden Seiten der Erde, sodass die sichtbare Seite vollständig beleuchtet und das Objekt die ganze Nacht sichtbar ist. Die Opposition gilt als beste Zeit zur Beobachtung eines oberen Planeten. In einem eigenen Artikel finden Sie eine Liste der Planeten, Zwergplaneten und Asteroiden, die demnächst in Opposition stehen.
Maximale Elongation von Merkur und Venus: die nächsten Ereignisse

Die unteren Planeten Venus und Merkur können weder in Quadratur noch in Opposition stehen, da ihre Umlaufbahnen innerhalb der Erdbahn liegen. Ihre maximal mögliche Elongation beträgt etwa 28 Grad bei Merkur und 48 Grad bei Venus. Bei größter Elongation stehen sie am Himmel am weitesten von der Sonne entfernt. Das bietet eine besonders gute Gelegenheit, die Planeten zu entdecken. Bei größter östlicher Elongation sind Merkur und Venus am Abendhimmel zu sehen, bei größter westlicher Elongation am Morgenhimmel. Hier folgen die nächsten Termine ihrer größten Elongationen.
21. November 2026: Merkur in größter westlicher Elongation
Am 20. November um 23:29 UTC (21. November um 00:29 MEZ (UTC+1)) erreicht Merkur (−0,5 mag) seine größte westliche Elongation und steht 19°37′ von der Sonne entfernt. Er befindet sich im Sternbild Waage und ist am Morgenhimmel sichtbar.
Diese Sichtbarkeitsperiode begünstigt Beobachter in mittleren nördlichen Breiten. Suchen Sie an den Morgen um den 20.–21. November 30–60 Minuten vor Sonnenaufgang tief im Osten bis Südosten nach Merkur. Wählen Sie einen freien Horizont: Auch ein heller Planet kann hinter Bäumen, Gebäuden oder Dunst verschwinden. In mittleren südlichen Breiten steht Merkur in der Dämmerung deutlich tiefer, wodurch das Beobachtungsfenster kürzer ist.
Die helle Venus mit −4,8 mag dient als guter Orientierungspunkt. Sie steht am Morgenhimmel höher, etwa 15° von Merkur entfernt. Den schwächeren Planeten suchen Sie näher am Horizont. Halten Sie auch nach Spica Ausschau, dem hellsten Stern der Jungfrau, etwa 2° von Venus entfernt. Die beiden bilden ein auffälliges Paar, bevor der Himmel hell wird.
Ein Teleskop liefert einen weiteren Grund zum frühen Aufstehen: Merkur und Venus zeigen sehr unterschiedliche Phasen. Merkur erscheint als winzige, etwas mehr als halb beleuchtete Scheibe. Venus zeigt dagegen eine viel größere, schmale Sichel. Ihre Phase lässt sich leichter erkennen.
3. Januar 2027: Venus in größter westlicher Elongation
Am 3. Januar um 17:58 UTC (3. Januar um 18:58 MEZ (UTC+1)) erreicht Venus (−4,5 mag) ihre größte westliche Elongation und steht 46°57′ von der Sonne entfernt. Im Sternbild Waage leuchtet sie als strahlender „Morgenstern“.
Schauen Sie in mittleren nördlichen Breiten nach Südosten bis Südsüdosten, in mittleren südlichen Breiten nach Osten, etwa 60–90 Minuten vor Sonnenaufgang. Venus ist an ihrer Helligkeit selbst in lichtverschmutzten Städten leicht zu erkennen. In den mittleren Breiten beider Halbkugeln steht sie dann bereits deutlich über dem Horizont; in den Tropen noch höher. Sie können den Planeten auch an den umliegenden Morgen beobachten und müssen nicht bis zum 3. Januar warten.
Am Morgen des 3. Januar steht auch eine abnehmende Mondsichel in dieser Himmelsregion. Mond und Venus erscheinen ungefähr eine Faustbreite bei ausgestrecktem Arm voneinander entfernt. Die genaue Anordnung hängt von Ort und Beobachtungszeit ab. Sie bieten einen schönen Anblick mit bloßem Auge oder auf einem Weitwinkelfoto. Achten Sie vor Beginn der helleren Dämmerung auf das Erdlicht: den schwachen Schimmer auf dem unbeleuchteten Teil des Mondes, verursacht durch von der Erde reflektiertes Sonnenlicht.
Im kleinen Teleskop erscheint Venus ungefähr halb beleuchtet, wie ein winziger Halbmond. Beobachten Sie sie in den folgenden Wochen erneut: Der beleuchtete Anteil wächst, während ihre scheinbare Scheibe kleiner wird, weil sich Venus von der Erde entfernt.
3. Februar 2027: Merkur in größter östlicher Elongation
Am 3. Februar um 06:13 UTC (3. Februar um 07:13 MEZ (UTC+1)) erreicht Merkur (−0,5 mag) seine größte östliche Elongation und steht 18°18′ von der Sonne entfernt. Er ist ein Abendobjekt im Sternbild Wassermann.
Trotz des vergleichsweise kleinen Winkelabstands ist dies eine gute Gelegenheit in mittleren nördlichen Breiten. Die Planetenbahn verläuft steil zum Abendhorizont. Merkur bleibt deshalb über dem Horizont, während der Himmel dunkler wird. Beginnen Sie 30–45 Minuten nach Sonnenuntergang mit der Suche, in mittleren nördlichen Breiten im Südwesten bis Westsüdwesten. In mittleren südlichen Breiten bleibt Merkur in der hellen Dämmerung deutlich tiefer und ist schwerer zu entdecken.
Beginnen Sie einige Abende vor dem 3. Februar mit der Beobachtung. Merkur ist dann heller und wird auf dem Weg zur nächsten Konjunktion mit der Sonne schwächer. Warten Sie nach der größten Elongation zu lange, erschweren sowohl die abnehmende Helligkeit als auch der schrumpfende Sonnenabstand die Suche.
Mit einem Teleskop und ruhiger Luft können Sie versuchen, Merkurs winzige, ungefähr halb beleuchtete Scheibe zu erkennen. Ihr scheinbarer Durchmesser beträgt nur etwa 7 Bogensekunden. Den Planeten mit bloßem Auge zu entdecken ist daher wesentlich leichter, als seine Phase aufzulösen.
17. März 2027: Merkur in größter westlicher Elongation
Am 17. März um 06:49 UTC (17. März um 07:49 MEZ (UTC+1)) erreicht Merkur (0,3 mag) seine größte westliche Elongation und steht 27°37′ von der Sonne entfernt. Dies ist Merkurs weiteste Elongation im Jahr 2027, nahe seinem maximal möglichen Winkelabstand. Er befindet sich im Sternbild Wassermann.
Die besten Bedingungen bieten mittlere südliche Breiten und die Tropen. Suchen Sie dort 45–60 Minuten vor Sonnenaufgang im Osten bis Ostsüdosten. Merkur steht ausreichend hoch, bevor die Morgendämmerung zu hell wird. In mittleren nördlichen Breiten verläuft die Planetenbahn flach zum Morgenhorizont, weshalb Merkur deutlich tiefer bleibt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Sichtbarkeit entsprechend schwierig; in Nordeuropa kann die Suche trotz des großen Sonnenabstands äußerst schwierig sein.
Nutzen Sie Venus als Wegweiser zu Merkur. Der viel hellere Planet leuchtet ungefähr 10° entfernt – etwa eine Faustbreite bei ausgestrecktem Arm. An günstigen südlichen Standorten steht Venus höher, Merkur näher am östlichen Horizont. Sobald Sie beide entdeckt haben, lassen sie sich anhand ihrer Helligkeit leicht unterscheiden.
Versuchen Sie es an mehreren Morgen um den 17. März und danach. Merkur wird allmählich heller, weil sich ein größerer Anteil seiner beleuchteten Seite der Erde zuwendet. Auch ein klarer Morgen einige Tage später kann sich daher lohnen.
28. Mai 2027: Merkur in größter östlicher Elongation
Am 28. Mai um 09:56 UTC (28. Mai um 11:56 MESZ (UTC+2)) erreicht Merkur (0,5 mag) seine größte östliche Elongation und steht 22°55′ von der Sonne entfernt. Er befindet sich im Sternbild Stier und ist am Abendhimmel sichtbar.
Suchen Sie etwa 30–45 Minuten nach Sonnenuntergang im Westnordwesten bis Nordwesten. In den Tropen treffen eine günstige Merkurhöhe und rasch einsetzende Dunkelheit zusammen. Auch in vielen mittleren nördlichen Breiten ist eine Beobachtung möglich. Weiter nördlich erschwert jedoch die lange Dämmerung im späten Frühling die Suche. In mittleren südlichen Breiten steht Merkur tiefer: Beginnen Sie früh, solange er noch ausreichend über dem Horizont steht.
Warten Sie nicht auf völlige Dunkelheit. Dann könnte Merkur bereits zu tief stehen oder untergegangen sein. Behalten Sie während der abnehmenden Dämmerung denselben Himmelsbereich im Blick. Eine Weile wird der Planet leichter erkennbar, bevor seine sinkende Höhe die Sicht wieder verschlechtert. Versuchen Sie es auch an klaren Abenden vor dem 28. Mai, wenn Merkur etwas heller ist.
Bei ruhiger Luft zeigt ein Teleskop Merkurs kleine Sichel, deren Scheibe nur zu etwa 40 % beleuchtet ist. Die größte Elongation fällt nicht immer mit einer Halbphase zusammen. In den folgenden Abenden wird die Sichel schmaler und der Planet schwächer, obwohl sein scheinbarer Durchmesser zunimmt.
Elongation und Planetenphasen
Wie der Mond zeigen auch Planeten Phasen. Zwar wird im Weltraum stets eine Hälfte eines Planeten von der Sonne beleuchtet, doch wie viel von dieser beleuchteten Seite wir von der Erde aus sehen, ändert sich mit seiner Elongation. Die Phasen lassen sich mit einem Teleskop beobachten. Bei Venus, dem hellsten Planeten, können sie sogar mit einem Fernglas erkennbar sein.
Phasen der unteren Planeten

Wie die Abbildung oben zeigt, durchlaufen die unteren Planeten einen vollständigen Phasenzyklus: von der Neuphase bei unterer Konjunktion über die Halbphase nahe den größten Elongationen bis zur Vollphase bei oberer Konjunktion. Die Voll- und Neuphase sind jedoch äußerst schwer zu beobachten, da die Planeten dabei vom Sonnenlicht überstrahlt werden. Die tatsächlich sichtbaren Phasen reichen daher von einer Sichel bis zu einer mehr als halb beleuchteten Scheibe.
Phasen der oberen Planeten

Die oberen Planeten durchlaufen keinen vollständigen Phasenzyklus, sondern zeigen nur geringe Änderungen zwischen mehr als halb beleuchteten und vollen Phasen. Bei Opposition erscheinen sie vollständig beleuchtet; dies ist die beste Zeit, sie zu beobachten.
Häufige Fragen zur Elongation in der Astronomie
Hier erfahren Sie, wie die Elongation die Sichtbarkeit von Planeten beeinflusst und wie sie sich vom größten Glanz unterscheidet.
Wie oft erreicht Merkur seine größte Elongation?
Merkur erreicht seine größte Elongation sechs- oder siebenmal im Jahr. Dabei wechseln sich größte östliche Elongationen am Abendhimmel und größte westliche Elongationen am Morgenhimmel ab. Derselbe Typ wiederholt sich im Mittel etwa alle 116 Tage, sodass insgesamt ungefähr alle zwei Monate eine größte Elongation auftritt.
Wie groß ist Merkurs maximale Elongation? Sind es 28 Grad?
Merkurs größte Elongation kann maximal etwa 28° betragen. Bei Venus kann der Wert bis zu 48° erreichen.
Wie oft erreicht Venus ihre größte Elongation?
Venus erreicht während eines Zyklus von etwa 584 Tagen beziehungsweise 19 Monaten zweimal ihre größte Elongation: einmal die größte östliche Elongation am Abendhimmel und einmal die größte westliche Elongation am Morgenhimmel. Die Abstände sind ungleichmäßig. Auf eine östliche Elongation folgt ungefähr fünf Monate später eine westliche; bis zur nächsten östlichen vergehen anschließend etwa 14–15 Monate.
Größte östliche und größte westliche Elongation: Was ist der Unterschied?
Bei östlicher Elongation ist ein Planet am besten nach Sonnenuntergang zu sehen, bei westlicher Elongation am besten vor Sonnenaufgang.
Wann ist Merkur am Nachthimmel sichtbar?
Merkur lässt sich meist in der Abend- oder Morgendämmerung am leichtesten finden und bleibt dabei oft nahe am Horizont. An einem völlig dunklen Himmel steht er nur selten hoch über dem Horizont. Die besten Chancen, Merkur zu sehen, bieten die Tage um seine größte Elongation.
Warum sind manche Elongationen Merkurs günstiger als andere?
Neben der Elongation beeinflussen auch die Neigung der Ekliptik zum Horizont und Ihr Breitengrad die Sichtbarkeit Merkurs. Bei manchen Elongationen steht er deshalb höher über dem Horizont als bei anderen.
Ist die größte Elongation dasselbe wie der größte Glanz?
Nein, größte Elongation und größter Glanz sind verschiedene Ereignisse:
- Bei größter Elongation steht ein Planet am Himmel am weitesten von der Sonne entfernt. Er hat dann von der Erde aus gesehen den größten Winkelabstand zur Sonne.
- Den größten Glanz erreicht ein Planet, wenn seine scheinbare Helligkeit maximal ist.
Venus erreicht ihren größten Glanz beispielsweise meist zwischen unterer Konjunktion und größter Elongation: während einer Abendsichtbarkeit nach der größten östlichen Elongation, während einer Morgensichtbarkeit vor der größten westlichen Elongation.
Was bedeutet Elongation der Planeten: Zusammenfassung
Die Elongation ist der Winkelabstand zwischen einem Planeten oder einem anderen Körper des Sonnensystems und der Sonne am Himmel. Sie wird in Grad gemessen. Von ihr hängen die Planetenphasen und die Sichtbarkeit ab, was sich besonders deutlich bei den unteren Planeten Venus und Merkur zeigt. Möchten Sie wissen, wann Merkur oder Venus von Ihrem Standort aus sichtbar sind – heute oder im Laufe dieser Woche? Nutzen Sie die kostenlose App Sky Tonight. Mehr über die besten Beobachtungszeiten für die oberen Planeten erfahren Sie in unserem Artikel über die Opposition in der Astronomie.

