Meteorschauer der Tauriden 2026: Uhrzeit, Beobachtungstipps und Sichtbarkeit

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Die Meteorschauer der Tauriden sind da! Die Südlichen Tauriden zeigen ein frühes Maximum um den 13. Oktober, gefolgt von einem weiteren am 4./5. November. Etwa eine Woche später erreichen die Nördlichen Tauriden ihr Maximum am 11./12. November. Beide Ströme sind für langsam ziehende Meteore und gelegentliche Feuerkugeln bekannt. 2026 stört das Mondlicht rund um ihre Maxima nur wenig.

Planen Sie Ihre Meteorbeobachtung mit Sky Tonight: Finden Sie den Radianten des jeweiligen Stroms, prüfen Sie, wann der Mond an Ihrem Standort unter dem Horizont steht, und wählen Sie die dunkelsten Stunden. So erhöhen Sie Ihre Chancen, Tauriden zu entdecken.

Inhalt

Südliche und Nördliche Tauriden 2026

Nördliche und Südliche Tauriden – Radianten der Meteorströme
Rund um ihre Novembermaxima liegen die Radianten der Südlichen und Nördlichen Tauriden nahe beieinander, aber an unterschiedlichen Stellen im Stier. Der südliche Radiant liegt westlich und etwas südlich von Aldebaran, der nördliche nordwestlich des Sterns.

Die Tauriden bilden einen lange aktiven Meteorstromkomplex mit zwei Hauptzweigen: den Südlichen und den Nördlichen Tauriden. Beide bringen relativ wenige Meteore pro Stunde hervor, sind aber für helle, langsam ziehende Meteore und gelegentliche Feuerkugeln bekannt. Bei den Südlichen Tauriden gibt es zwei besonders interessante Beobachtungszeiten: ein frühes Maximum um den 13. Oktober und das Novembermaximum am 4./5. November. Die Nördlichen Tauriden erreichen ihr Maximum am 11./12. November.

Die stündlichen Meteorraten in diesem Artikel gelten für einen dunklen Himmel und einen Radianten direkt im Zenit. Die tatsächlich sichtbare Zahl hängt von der Höhe des Radianten, der Dunkelheit des Himmels und den Beobachtungsbedingungen ab.

Um den 13. Oktober: Frühes Maximum der Südlichen Tauriden

  • Meteore pro Stunde: etwa 5
  • Mondphase: zunehmende Mondsichel
  • Radiant: nahe der Grenze zwischen Walfisch und Widder
  • Sichtbar von: beiden Halbkugeln

Frühes Maximum der Südlichen Tauriden: Beobachtungsaussichten 2026

Um den 13. Oktober geht die schmale zunehmende Mondsichel bereits am Abend unter, sodass der Himmel den größten Teil der Nacht dunkel bleibt. Der Radiant liegt nahe der Grenze zwischen Walfisch und Widder. Beobachten Sie vom späten Abend bis in die Stunden um Mitternacht, wenn er höher am Himmel steht.

Laut dem Meteorstromkalender 2026 der IMO könnte die Aktivität in diesem Jahr etwas über dem Durchschnitt liegen. Unter idealen Bedingungen bringt dieses frühe Maximum gewöhnlich etwa 5 Meteore pro Stunde hervor. Halten Sie auch nach Saturn Ausschau: Nach seiner Opposition am 4. Oktober ist er weiterhin hell und gut zu beobachten.

4./5. November: Novembermaximum der Südlichen Tauriden

  • Meteore pro Stunde: 5–10
  • Mondphase: abnehmende Mondsichel
  • Aktivitätszeitraum: 20. September – 20. November
  • Radiant: im Sternbild Stier
  • Sichtbar von: beiden Halbkugeln

Novembermaximum der Südlichen Tauriden: Beobachtungsaussichten 2026

Auch beim Maximum am 4./5. November sind die Mondlichtbedingungen günstig. Die abnehmende Mondsichel geht erst am frühen Morgen auf. Die Stunden um Mitternacht bieten daher ein gutes Beobachtungsfenster, bevor das Mondlicht die Sicht beeinträchtigt.

Der Radiant befindet sich nun im Stier. Die ideale Rate liegt bei diesem Maximum bei etwa 5–10 Meteoren pro Stunde. Achten Sie auf langsame Meteore und gelegentliche Feuerkugeln, rechnen Sie aber mit Wartezeiten zwischen den Sichtungen. Die Plejaden, ein kleiner Sternhaufen im Stier, sind ein weiteres leichtes Ziel für das bloße Auge.

11./12. November: Maximum der Nördlichen Tauriden

  • Meteore pro Stunde: 5
  • Mondphase: schmale zunehmende Mondsichel
  • Aktivitätszeitraum: 20. Oktober – 10. Dezember
  • Radiant: im Sternbild Stier
  • Sichtbar von: beiden Halbkugeln

Maximum der Nördlichen Tauriden: Beobachtungsaussichten 2026

Das Maximum am 11./12. November folgt kurz auf den Neumond am 9. November. Die schmale zunehmende Mondsichel geht am Abend unter. Dadurch bleiben die Stunden um Mitternacht weitgehend frei von Mondlicht, während der Radiant im Stier günstig steht.

Die Aktivität kann etwa zehn Tage lang, von Anfang bis Mitte November, nahe am Maximum bleiben. Damit bieten sich mehrere Nächte für einen Versuch. Die ideale Rate zum Maximum beträgt etwa 5 Meteore pro Stunde. Suchen Sie später in der Nacht auch nach Orion mit seinen drei Gürtelsternen sowie den hellen Sternen Beteigeuze und Rigel.

Was sind die Tauriden?

Die Tauriden sind jährlich wiederkehrende Meteorströme, die mit dem Encke-Komplex zusammenhängen. Einer Hypothese zufolge entstand dieser Komplex durch den Zerfall eines großen Ursprungskometen. Dabei blieben der Komet 2P/Encke, mehrere Asteroiden und Meteorströme zurück.

Die Südlichen Tauriden entstehen aus Überresten des periodischen Kometen 2P/Encke. Er war der zweite Komet, dessen periodische Wiederkehr erkannt wurde. Seine relativ großen Teilchen erzeugen oft farbige Feuerkugeln.

Die Nördlichen Tauriden hängen möglicherweise mit dem Asteroiden 2004 TG10 zusammen, der einen gemeinsamen Ursprung mit dem Kometen Encke haben könnte. Der Meteorstrom wird sichtbar, wenn die Erde diesen Teilchenstrom durchquert.

Rund um ihre Novembermaxima scheinen die Meteore beider Ströme aus dem Sternbild Stier zu kommen. Ihre Radianten liegen jedoch in unterschiedlichen Bereichen des Sternbilds.

Die Tauriden sind von den meisten Orten auf beiden Halbkugeln sichtbar, wobei die Nordhalbkugel gewöhnlich die besseren Bedingungen bietet. Es handelt sich meist um schwache Meteorströme mit typischen idealen Maximalraten von etwa 5–10 Meteoren pro Stunde. Ihre Meteore ziehen langsam über den Himmel und werden gelegentlich zu Feuerkugeln – gute Motive für die Astrofotografie.

Der Asteroidenschwarm der Tauriden: Eine Gefahr für die Erde?

Innerhalb des größeren Tauriden-Komplexes haben Astronomen eine dichtere Ansammlung von Meteoroiden identifiziert, den resonanten Tauriden-Schwarm. In bestimmten Jahren zieht die Erde in dessen Nähe vorbei. Forschende untersuchen, ob sich darin auch größere Körper von Asteroidengröße befinden. Eine Hypothese bringt sogar den Körper, der 1908 die Tunguska-Explosion auslöste, mit dem Tauriden-Komplex in Verbindung. Das Tunguska-Objekt selbst war mit etwa 50 bis 100 Metern Durchmesser vergleichsweise klein. Größere Körper können bei einer Kollision mit der Erde jedoch Zerstörungen auf regionaler Ebene verursachen.

Dangerous Asteroids 101
Ist ein Asteroid im Anflug auf die Erde? Wie groß muss ein Asteroid sein, um eine Stadt zu zerstören? Schauen Sie sich diese Infografik an, um tolle Fakten über gefährliche Asteroiden zu erfahren.
Siehe Infografik

Lange war unklar, wie viele große Objekte der Tauriden-Schwarm tatsächlich enthalten könnte. Eine neuere Studie der University of Maryland deutet darauf hin, dass die Gefahr geringer sein könnte als zuvor befürchtet. Bei der Suche wurden keine zum Schwarm gehörenden Asteroiden gefunden. Auf dieser Grundlage schätzten die Forschenden unter den Annahmen der Studie eine Obergrenze von 9 bis 14 Objekten mit etwa 100 Metern Durchmesser oder mehr. Das ist für die planetare Verteidigung beruhigend. Dennoch betonen die Autoren weiterhin, wie wichtig zusätzliche Beobachtungen und bessere Nachweismethoden sind.

Eine weitere neuere Studie untersucht, ob eine Ansammlung größerer Körper im Tauriden-Schwarm bei nahen Begegnungen in den Jahren 2032 und 2036 die Wahrscheinlichkeit von Explosionen in der Atmosphäre erhöhen könnte. Solche Explosionen entstehen, wenn einfallende Himmelskörper in der Luft zerbersten. Diese mögliche Risikoerhöhung setzt eine bislang unbestätigte Ansammlung größerer Körper voraus. Die Studie sagt keinen konkreten Einschlag voraus.

Geht vom Tauriden-Schwarm also eine unmittelbare Gefahr aus? Nach dem aktuellen Forschungsstand ist nicht mit einem großen Einschlag aus diesem Schwarm zu rechnen. Wissenschaftlich bleibt der Tauriden-Komplex dennoch wichtig: Er enthält meteorerzeugende Teilchen und möglicherweise auch größere Körper, deren Anzahl noch ungewiss ist.

In unserem ausführlichen Artikel erfahren Sie, wie Astronomen potenziell gefährliche Objekte entdecken und was sich tun lässt, falls eines davon auf Kollisionskurs mit der Erde gefunden wird.

Wie lassen sich die Tauriden beobachten?

Um die Tauriden zu genießen, brauchen Sie keine besondere Ausrüstung. Diese Tipps helfen Ihnen, mehr Meteore zu entdecken:

  • Prüfen Sie die Wettervorhersage und die Mondphase, um die beste Beobachtungsnacht auszuwählen.

  • Nutzen Sie Sternen-Apps zur Orientierung. Unsere Apps Sky Tonight und Star Walk 2 helfen Ihnen, den Radianten zu finden, und liefern wichtige Informationen zu jedem Meteorstrom, den Sie beobachten möchten.

  • Behalten Sie einen möglichst großen Teil des Himmels im Blick. Suchen Sie einen Ort mit freiem Horizont und dunklem Himmel. Legen Sie sich auf eine Decke oder lehnen Sie sich in einem Klappstuhl zurück. Schauen Sie etwas neben den Radianten, wo die Leuchtspuren länger erscheinen.

  • Erhalten Sie die Dunkeladaptation Ihrer Augen. Ihre Augen brauchen Zeit, um sich an die Dunkelheit anzupassen und mehr Meteore wahrzunehmen. Verwenden Sie eine Taschenlampe mit rotem Licht und den Nachtmodus Ihres Handys, damit diese Anpassung erhalten bleibt.

  • Ziehen Sie sich warm an und nehmen Sie heiße Getränke mit. Bei längerer Beobachtung kann es nachts kühl werden. Sorgen Sie deshalb dafür, dass Sie gut vorbereitet sind und es bequem haben.

Weitere Tipps finden Sie in unserem Artikel zur Meteorbeobachtung. Mit dem Quiz zur Sternschnuppenbeobachtung können Sie testen, ob Sie gut vorbereitet sind.

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Südliche und Nördliche Tauriden: Fazit

2026 bieten die Tauriden rund um das frühe Oktobermaximum des südlichen Zweigs und die Novembermaxima beider Zweige günstige Bedingungen mit wenig störendem Mondlicht. Die Südlichen und Nördlichen Tauriden sind schwache Meteorströme. Unter idealen Bedingungen sind zum Novembermaximum der Südlichen Tauriden etwa 5–10 Meteore pro Stunde möglich, bei den Nördlichen Tauriden etwa 5 pro Stunde. Ihre langsamen, hellen Meteore und gelegentlichen Feuerkugeln machen sie für geduldige Beobachter und Astrofotografen auf beiden Halbkugeln lohnend.

Mit der App Sky Tonight finden Sie die beiden Tauriden-Radianten, prüfen deren höchsten Stand an Ihrem Standort und sehen, wann der Mond unter dem Horizont steht. Wählen Sie die dunkelsten Beobachtungsstunden und richten Sie Erinnerungen an die Maxima ein. Gehen Sie dann zur passenden Zeit nach draußen und halten Sie nach Tauriden und möglichen Feuerkugeln Ausschau.

Sie möchten noch mehr Sternschnuppen sehen? In unserem Überblick über die Meteorströme im November finden Sie weitere Gelegenheiten.

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