Mond, Jupiter, Mars und Regulus: Seltenes Himmelsereignis am 30. November 2026
Siebenmal in 200 Jahren – und das nächste Mal schon diesen November. Ende des Monats versammeln sich Jupiter, Mars, Regulus und der abnehmende Mond in einem Kreis mit nur 5,2° Durchmesser. Vergleichbare Begegnungen sind äußerst selten: Zwischen 1900 und 2099 gibt es lediglich sieben.
Und Sie können alle vier mit bloßem Auge sehen. Je nach Standort bieten sich die Stunden vor Sonnenaufgang am 30. November oder am 1. Dezember an. Mit der kostenlosen Star Walk 2 App können Sie sich vorab ansehen, wie die Gruppe an Ihrem Himmel erscheint.
Inhalt
- So beobachten Sie das Himmelsereignis im November 2026
- Was macht dieses Himmelsereignis besonders?
- Wann und wo Sie die Gruppe an Ihrem Standort sehen
- Der Mond bedeckt Jupiter und Regulus
- Was Fernglas und Teleskop zeigen
- Fotografieren Sie die gesamte Gruppe
- Mond, Jupiter, Mars und Regulus im November 2026: Das Wichtigste
So beobachten Sie das Himmelsereignis im November 2026

Suchen Sie zuerst den Mond. Um den 30. November sind etwa 60 % seiner Scheibe beleuchtet. Sobald er aufgegangen ist, dient er daher als leicht erkennbarer Wegweiser. Halten Sie in seiner Nähe nach drei hellen Punkten Ausschau.
Der hellste Punkt ist Jupiter (−2,2 mag). Er ist kaum zu verwechseln: Derzeit ist er nach Mond und Venus das dritthellste Objekt am Nachthimmel. Der rötliche Punkt ist Mars (0,5 mag), der schwächer leuchtet als Jupiter.
Der bläulich-weiße Punkt ist Regulus (1,4 mag), der hellste Stern im Sternbild Löwe. Er wird das unauffälligste Mitglied der Gruppe sein, doch das wollen wir ihm nicht vorhalten: Sein Licht war schließlich fast acht Jahrzehnte unterwegs, bevor es Ihre Augen erreicht.
Bei der engsten Annäherung passen alle vier in einen Kreis, der ungefähr halb so breit ist wie Ihre Faust am ausgestreckten Arm. Während der Mond an den anderen Objekten vorbeizieht, verändert sich die Form der Gruppe im Laufe der Nacht.
Versuchen Sie beim Erkunden dieser Himmelsregion auch, in der Nähe von Regulus ein spiegelverkehrtes Fragezeichen zu erkennen. Das ist die Sichel des Löwen. Regulus bildet den Punkt, der gebogene Teil zeichnet Kopf und Mähne des Löwen nach. Das Mondlicht erschwert den Blick auf die schwächeren Sterne. Doch selbst ein Teil des Musters hilft, sich den Löwen rund um die helle Vierergruppe vorzustellen.
Was macht dieses Himmelsereignis besonders?
Vielleicht denken Sie: Der Mond zieht doch jeden Monat an hellen Punkten vorbei – was ist daran so ungewöhnlich? Uns fiel auf, wie viele Bedingungen hier zusammenkommen: der Mond, zwei so helle Planeten und ein Stern mindestens so hell wie Regulus, alle innerhalb eines Kreises mit nur 5,2° Durchmesser.
Wir haben den Zeitraum 1900–2099 nach Begegnungen durchsucht, bei denen der hellere der beiden Planeten mindestens so hell ist wie Jupiter in diesem November und der schwächere mindestens so hell wie Mars. Der Stern musste mindestens die Helligkeit von Regulus erreichen; die Mondphase war beliebig. Das Ergebnis: In 200 Jahren gibt es nur 7 vergleichbare Begegnungen! Hier sind sie alle:
| Datum (UTC) | Zwei Planeten und ihre Helligkeiten | Stern | Kleinster Gruppendurchmesser |
|---|---|---|---|
| 23. Juli 1925 | Venus (−3,9 mag); Merkur (0,2 mag) | Regulus | 4,6° |
| 20. Juni 1963 | Venus (−3,9 mag); Merkur (0,0 mag) | Aldebaran | 4,7° |
| 24. September 1968 | Venus (−3,9 mag); Merkur (0,2 mag) | Spica | 4,5° |
| 24. April 1980 | Jupiter (−2,2 mag); Mars (0,0 mag) | Regulus | 2,8° |
| 17. Juli 2001 | Venus (−4,1 mag); Saturn (0,1 mag) | Aldebaran | 4,4° |
| 24. November 2022 | Venus (−3,9 mag); Merkur (−0,7 mag) | Antares | 4,5° |
| 30. November 2026 | Jupiter (−2,2 mag); Mars (0,5 mag) | Regulus | 5,2° |
Berechnet mit den Ephemeriden JPL DE440s. Die Datumsangaben beziehen sich auf UTC. Der Durchmesser beschreibt den kleinsten Kreis, der vom Erdmittelpunkt aus gesehen die Mittelpunkte aller vier Objekte einschließt (geozentrische Koordinaten). Die Ansicht von Ihrem Standort kann davon abweichen.
Schauen Sie auf den 24. April 1980: Mond, Jupiter, Mars und Regulus – genau die vier, die uns jetzt erwarten. Damals standen sie zuletzt innerhalb von 5,2° beieinander, während beide Planeten mindestens so hell waren wie diesmal. Die Gruppe war sogar noch enger.
Nicht alle diese Ereignisse lassen sich gleich gut beobachten. Im November 2022 standen die Objekte nahe an der Sonne; das sonnennächste Mitglied der Gruppe war nur etwa 6° von ihr entfernt. Diesen November wird die gesamte Gruppe mehr als 90° von der Sonne entfernt sein, sodass sie in vielen Teilen der Welt am dunklen Himmel zu sehen ist.
Wann wiederholt sich dieses Himmelsereignis?
Nach November 2026 ergab unsere Suche bis Ende 2099 keine weiteren Begegnungen innerhalb von 5,2°, die dieselben Helligkeitsbedingungen erfüllen. Erweitert man den Kreis allerdings auf 6°, kommen vier weitere Termine hinzu:
| Datum (UTC) | Begleiter des Mondes am Himmel | Kleinster Gruppendurchmesser |
|---|---|---|
| 5. Oktober 2051 | Merkur, Venus, Spica | 5,4° |
| 18. November 2052 | Venus, Jupiter, Spica | 5,6° |
| 15. September 2080 | Merkur, Venus, Spica | 5,7° |
| 17. September 2088 | Venus, Jupiter, Spica | 5,9° |
Die Gruppe von 2051 wird erneut nahe an der Sonne stehen. Das nächste Ereignis dieser Liste, das sich von geeigneten Standorten aus am dunklen Himmel beobachten lässt, findet am 18. November 2052 statt. Leider eine ziemlich lange Wartezeit.
Wenn wir die Helligkeitsanforderungen lockern, finden wir dazwischen weitere schöne Begegnungen. So versammeln sich dieselben vier Objekte am 30. September 2062 noch enger, innerhalb von etwa 1,5°. Jupiter und Mars erscheinen dann allerdings schwächer.
Natürlich sind das nur Zahlen und Statistiken. In gewisser Weise lässt sich fast jede Anordnung von drei oder mehr Objekten als einmaliges Erlebnis bezeichnen, wenn man die Kriterien entsprechend festlegt.
Aber ist es nicht faszinierend, dass zu Ihren Lebzeiten zwei Planeten, die sich völlig von der Erde unterscheiden, unser Mond und ein leuchtender Stern mit einem Mehrfachen des Sonnendurchmessers genau so stehen, dass sie von der Erde aus gemeinsam in einem winzigen Ausschnitt des Nachthimmels erscheinen? Um das zu sehen, müssen Sie nur nach draußen gehen und nach oben schauen.
Wann und wo Sie die Gruppe an Ihrem Standort sehen

Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend: Der Mond bewegt sich von Stunde zu Stunde merklich, und seine scheinbare Position hängt auch vom Beobachtungsort ab. In der Tabelle bezeichnet der beste Zeitpunkt den kleinsten Gruppendurchmesser, während alle vier Objekte mindestens 10° hoch und die Sonne mindestens 12° unter dem Horizont stehen. Fällt dieser Zeitpunkt an den Beginn des Sichtbarkeitsfensters und stehen die Objekte noch tief, können Sie warten, bis sie höher steigen; dabei wird die Gruppe allerdings weiter.
In Deutschland lohnt sich der Blick vor Sonnenaufgang am 30. November. In Berlin ist die Gruppe um 06:29 MEZ am kompaktesten innerhalb der gewählten Bedingungen, in Hamburg um 06:46, in München um 06:27 und in Frankfurt am Main um 06:43. Ihr Durchmesser beträgt dann etwa 7,2–7,3°.
In Wien liegt der beste Zeitpunkt um 06:08 MEZ bei einem Durchmesser von etwa 7,5°; in Zürich um 06:38 MEZ bei etwa 7,2°. Der Mond ist jeweils das tiefste Objekt und steht in diesen beiden Städten dennoch rund 52–53° über dem Horizont.
Für Deutschland, Österreich und die Schweiz fällt das Minimum innerhalb des geeigneten Zeitfensters am 30. November an dessen Ende, kurz bevor die Sonne höher als −12° steigt. Die Gruppe steht dann hoch am Himmel. Alle Zeiten in der Tabelle sind Ortszeiten in MEZ (UTC+1).
| Stadt | Zeitzone | Sichtbar ab | Bester Zeitpunkt | Sichtbar bis | Gruppendurchmesser | Tiefstes Objekt | Höhe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Berlin, Deutschland | MEZ (UTC+1) | 29. November 23:46 | 30. November 06:29 | 30. November 06:29 | 7,3° | Mond | 47° |
| Hamburg, Deutschland | MEZ (UTC+1) | 29. November 23:59 | 30. November 06:46 | 30. November 06:46 | 7,2° | Mond | 46° |
| München, Deutschland | MEZ (UTC+1) | 29. November 23:58 | 30. November 06:27 | 30. November 06:27 | 7,3° | Mond | 52° |
| Frankfurt am Main, Deutschland | MEZ (UTC+1) | 30. November 00:08 | 30. November 06:43 | 30. November 06:43 | 7,2° | Mond | 50° |
| Wien, Österreich | MEZ (UTC+1) | 29. November 23:39 | 30. November 06:08 | 30. November 06:08 | 7,5° | Mond | 52° |
| Zürich, Schweiz | MEZ (UTC+1) | 30. November 00:11 | 30. November 06:38 | 30. November 06:38 | 7,2° | Mond | 53° |
So lesen Sie die Tabelle:
- Sichtbar ab / bis: Zeitraum, in dem alle vier Objekte mindestens 10° über dem Horizont und die Sonne mindestens 12° unter dem Horizont stehen.
- Bester Zeitpunkt: Zeitpunkt des kleinsten Gruppendurchmessers innerhalb der genannten Sichtbarkeitsbedingungen. Die Zeiten sind auf Minuten, die Durchmesser auf 0,1° und die Höhen auf 1° gerundet. Die Grenzwerte werden vor dem Runden geprüft.
- Gruppendurchmesser: Winkeldurchmesser des kleinsten Kreises, der vom jeweiligen Ort aus zum besten Zeitpunkt die Mittelpunkte von Mond, Jupiter, Mars und Regulus einschließt.
- Tiefstes Objekt / Höhe: Welches der vier Objekte zum besten Zeitpunkt dem Horizont am nächsten steht und welche Höhe es dabei erreicht.
Um den Himmel an Ihrem Standort vorab zu betrachten, öffnen Sie Star Walk 2. Suchen Sie nach Jupiter und tippen Sie auf das Uhrsymbol, um Time Machine zu öffnen. Stellen Sie das Datum ein und lassen Sie die Zeit vorlaufen, um zu sehen, wie sich der Mond den anderen drei Objekten nähert. Vergleichen Sie den 30. November und den 1. Dezember und suchen Sie eine Zeit, zu der die Gruppe über dem Horizont steht und der Himmel dunkel ist.
Der Mond bedeckt Jupiter und Regulus
Manche Beobachter werden sehen, wie einer der hellen Punkte hinter dem Mond verschwindet. Das ist eine Bedeckung durch den Mond: Der Mond schiebt sich genau zwischen Sie und das weiter entfernte Objekt. Rund um diese Begegnung gibt es zwei solche Ereignisse, die von unterschiedlichen Teilen der Welt aus sichtbar sind.
Jupiterbedeckung am 30. November in Chile und Argentinien

In Teilen Chiles und Argentiniens, auf den Falklandinseln und in der Antarktis können Beobachter am 30. November sehen, wie der Mond Jupiter bedeckt. An manchen Orten geschieht dies in der Dämmerung oder bei Tageslicht. Prüfen Sie daher vor der Planung die örtliche Vorhersage. Im chilenischen Lebu etwa verschwindet Jupiter um 04:59 CLST (UTC−3) hinter dem Mond und erscheint um 05:38 CLST wieder. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen außerhalb der Bedeckungszone.
Dies ist die vierte von acht Jupiterbedeckungen durch den Mond zwischen dem 8. September 2026 und dem 12. Mai 2027. Nach dem 30. November gibt es im Dezember und Januar eine Pause. Die nächste Bedeckung findet am 20. Februar 2027 statt; das Sichtbarkeitsgebiet ändert sich von Ereignis zu Ereignis.
Regulusbedeckung am 30. November–1. Dezember in Neuseeland

In Neuseeland und auf der Norfolkinsel wird der Mond Regulus bedecken. Nach koordinierter Weltzeit (UTC) fällt das Ereignis auf den 30. November, in Neuseeland jedoch auf die frühen Morgenstunden des 1. Dezember nach Ortszeit. Der Mond steht tief im Osten bis Nordosten; suchen Sie deshalb einen Platz mit freiem Horizont. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen außerhalb der Bedeckungszone: Hier zieht der Mond am Stern vorbei.
Im Teleskop scheint Regulus schlagartig zu erlöschen, sobald der Mondrand ihn erreicht. Jupiter hat eine größere scheinbare Scheibe und verschwindet allmählich. Beginnen Sie einige Minuten früher mit der Beobachtung, damit Sie den entscheidenden Moment nicht verpassen.
Was Fernglas und Teleskop zeigen
Versuchen Sie zunächst, alle vier Objekte mit bloßem Auge zu erkennen. Wenn Sie ein Fernglas haben, schauen Sie danach genauer hin.
Ein Fernglas mit 6° wahrem Gesichtsfeld reicht für die gesamte Gruppe in den aufgeführten deutschsprachigen Städten nicht aus: Zu den angegebenen Zeiten beträgt ihr Durchmesser etwa 7,2–7,5°. Wählen Sie für die Gesamtansicht ein entsprechend größeres Gesichtsfeld oder beobachten Sie mit bloßem Auge. Prüfen Sie das Gesichtsfeld Ihres Fernglases vor dem Aufbruch.
Betrachten Sie Jupiter genauer. Wenn Sie das Fernglas ruhig halten, erkennen Sie vielleicht winzige Lichtpunkte neben ihm. Das sind einige seiner vier großen Galileischen Monde. Mit einem kleinen Teleskop lassen sie sich leichter ausmachen. Sie müssen nicht alle vier sehen: Manche können hinter Jupiter, in seinem Schatten oder vor seiner Scheibe stehen.
Auch der Mond bietet viele Details. Folgen Sie der Grenze zwischen seiner hellen und dunklen Seite, dem Terminator. Dort heben lange Schatten Krater und Gebirge hervor. Eine höhere Vergrößerung hilft beim Erkunden dieser Einzelheiten; die ganze Gruppe betrachten Sie am besten mit bloßem Auge oder einem Fernglas mit großem Gesichtsfeld.
Fotografieren Sie die gesamte Gruppe
Versuchen Sie, den Mond, beide Planeten und Regulus auf einem Foto festzuhalten. Eine Kamera auf einem Stativ ist ein guter Anfang. Auch ein stabil abgestütztes Smartphone mit manuellen Einstellungen oder Nachtmodus kommt infrage.
Planen Sie einige Testaufnahmen ein. Der Mond ist viel heller als seine Nachbarn: Eine Belichtung, die Mars und Regulus deutlich zeigt, kann die Mondscheibe völlig weiß erscheinen lassen. Fotografieren Sie die Mondoberfläche mit kürzerer und die umgebenden Objekte mit längerer Belichtungszeit und vergleichen Sie die Ergebnisse.
Wenn Sie länger draußen bleiben, machen Sie eine Stunde später ein weiteres Foto. Achten Sie darauf, wie sich der Mond gegenüber Regulus bewegt hat. Vielleicht können Sie festhalten, wie sich die Form der Gruppe während Ihrer Beobachtung verändert.
Mehr erfahren: Astrofotografie für Anfänger: So fotografieren Sie den Nachthimmel
Mond, Jupiter, Mars und Regulus im November 2026: Das Wichtigste
Um den 30. November 2026 versammeln sich Jupiter, Mars, Regulus und der abnehmende Mond im Löwen und nehmen bei ihrer engsten Annäherung etwa 5,2° ein – ungefähr die halbe Breite Ihrer Faust am ausgestreckten Arm. Alle vier sind hell genug für das bloße Auge. In den 200 Jahren von 1900 bis 2099 gibt es nur sieben vergleichbare Begegnungen. Lassen Sie sich diese Gelegenheit nicht entgehen!
Je nach Standort ist die beste Sicht vor Sonnenaufgang am 30. November oder in der Nacht vom 30. November auf den 1. Dezember möglich. Mit der kostenlosen Star Walk 2 App können Sie die Gruppe an Ihrem Himmel vorab betrachten und Ihre Beobachtungszeit wählen.
