Sternschnuppen von März bis Juni 2027: Gamma-Normiden, April-Lyriden, Eta-Aquariiden und mehr

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Von März bis Juni 2027 können Himmelsbeobachter verschiedene Meteorschauer verfolgen: von bekannten jährlichen Ereignissen bis zu schwächeren Strömen, die für Überraschungen sorgen könnten. Zu den Höhepunkten zählen die April-Lyriden mit ihrem Maximum am 22.–23. April, auch wenn helles Mondlicht die Beobachtung erschweren wird. Die Eta-Aquariiden erreichen ihr Maximum am 6. Mai bei Neumond. Im Juni bieten die Tages-Arietiden eine weitere Gelegenheit, kurz vor der Morgendämmerung Sternschnuppen zu sehen.

Inhalt

Dieser Leitfaden enthält die Termine der Maxima, erwartete Meteorraten, Sichtbarkeitsprognosen und Beobachtungstipps für die Meteorschauer von März bis Juni 2027. Mit der Sky Tonight-App finden Sie den Radianten jedes Stroms an Ihrem Himmel und können Erinnerungen für bevorstehende Maxima einrichten.

Meteorschauer im März 2027

Der März ist ein ruhiger Monat für Meteore: Kein großer jährlicher Meteorschauer erreicht dann sein Maximum. Einige Sternschnuppen kleinerer Ströme lassen sich dennoch beobachten:

  • Xi-Herculiden: Maximum um den 12. März; ein schwacher Strom, der am besten von der Nordhalbkugel aus zu sehen ist, mit günstigen Mondbedingungen im Jahr 2027.
  • Gamma-Normiden: Maximum um den 14. März; ein kleiner Meteorschauer, der Beobachter auf der Südhalbkugel begünstigt.
  • Eta-Virginiden: Maximum um den 18. März; ein schwacher Strom mit gelegentlichen hellen Feuerkugeln, dessen Beobachtung dieses Jahr durch den hellen zunehmenden Mond erschwert wird.
  • Mögliche Aktivität des Kometen 252P/LINEAR: 31. März–2. April; Astronomen haben Begegnungen mit mehreren Staubspuren berechnet, doch ob daraus Meteoraktivität entsteht, bleibt ungewiss.

Die unten angegebenen stündlichen Meteorraten sind ZHR-Werte: normierte Raten für einen Radianten im Zenit und einen sehr dunklen, klaren Himmel. Die tatsächlich sichtbare Zahl hängt von der Radiantenhöhe, dem Mondlicht und den örtlichen Bedingungen ab und ist meist geringer.

12. März: Xi-Herculiden

  • Bezeichnung: 346 XHE
  • Meteore/Stunde: <2
  • Mondphase: zunehmende Mondsichel
  • Maximum: 12. März
  • Aktivitätszeitraum: 6.–20. März
  • Radiant: Herkules
  • Am besten sichtbar von: der Nordhalbkugel

Die Xi-Herculiden (ξ-Herculiden) sind ein wenig erforschter Meteorschauer, der gewöhnlich nur wenige Meteore hervorbringt. Er wurde 2009 erstmals anhand von Daten aus Video-Meteornetzwerken identifiziert. Bekannt ist, dass die Meteore scheinbar von einem Radianten im Herkules ausgehen und mit etwa 35 km/s in die Atmosphäre eintreten. Viele Einzelheiten bleiben jedoch unklar.

Beobachtungsaussichten: Xi-Herculiden

2027 erreichen die Xi-Herculiden ihr Maximum nur vier Tage nach Neumond. Die zunehmende Mondsichel geht vor Mitternacht unter, sodass der Himmel später in der Nacht dunkler ist. Das schafft vergleichsweise günstige Bedingungen, besonders auf der Nordhalbkugel.

Die Xi-Herculiden bleiben allerdings ein sehr schwacher Strom: Rechnen Sie nur mit vereinzelten Meteoren. Wählen Sie einen dunklen Standort und beobachten Sie spät in der Nacht sowie in den Stunden vor der Morgendämmerung, wenn der Radiant im Herkules höher steht.

14. März: Gamma-Normiden

  • Bezeichnung: 118 GNO
  • Meteore/Stunde: 6
  • Mondphase: zunehmende Mondsichel
  • Maximum: 14. März
  • Aktivitätszeitraum: 25. Februar–28. März
  • Radiant: Winkelmaß
  • Am besten sichtbar von: der Südhalbkugel

Die Gamma-Normiden (γ-Normiden) sind ein schwacher Meteorschauer mit einem nur ungenau bestimmten Aktivitätszeitraum. Auch ihr Mutterkörper ist unbekannt. Eine IMO-Auswertung der Jahre 1988–2007 ergab im Mittel etwa 6 Meteore pro Stunde zum Maximum und weniger als 3 pro Stunde während der übrigen Aktivitätszeit.

Beobachtungsaussichten: Gamma-Normiden

2027 wird das Maximum der Gamma-Normiden einen Tag vor dem ersten Viertel erwartet. Die zunehmende Mondsichel hellt den Abendhimmel auf, nach Mitternacht sollten sich die Bedingungen jedoch verbessern. Am besten lässt sich der Strom von der Südhalbkugel aus beobachten, wo sein Radiant im Winkelmaß vor der Morgendämmerung höher steigt.

18. März: Eta-Virginiden

  • Bezeichnung: 011 EVI
  • Meteore/Stunde: <2
  • Mondphase: zunehmender Mond (nach dem ersten Viertel)
  • Maximum: 18. März
  • Aktivitätszeitraum: 8.–25. März
  • Radiant: Jungfrau
  • Am besten sichtbar von: beiden Halbkugeln

Die Eta-Virginiden sind ein schwacher Meteorschauer, können aber dennoch einen Blick wert sein: Sie enthalten nur wenige lichtschwache Meteore, bringen jedoch gelegentlich helle Feuerkugeln hervor. Eine Studie zu den Eta-Virginiden von 2026 bestätigte anhand von Daten des Europäischen Feuerkugelnetzes einen etwa vierjährigen Aktivitätszyklus. Die Forschenden stellten außerdem fest, dass die physikalischen Eigenschaften der Meteoroiden denen der Geminiden ähneln. Das deutet auf einen wahrscheinlichen Ursprung bei einem Asteroiden hin. Der genaue Mutterkörper ist weiterhin unbekannt.

Beobachtungsaussichten: Eta-Virginiden

2027 erreichen die Eta-Virginiden ihr Maximum bei zunehmendem Mond nach dem ersten Viertel. Das Mondlicht erschwert die Sicht auf schwache Meteore, besonders zu Beginn der Nacht.

Eine aktuelle Studie zeigte, dass die Aktivität der Eta-Virginiden einem etwa vierjährigen Zyklus folgt: Auf zwei aktivere Jahre folgen zwei ruhigere. Setzt sich dieses Muster fort, dürfte 2027 kein besonders aktives Jahr werden. Einzelne helle Meteore sind dennoch möglich. Beobachten Sie nach Mitternacht, wenn der Radiant in der Jungfrau höher steht, und versuchen Sie, den Mond hinter einem Baum oder Hügel abzuschirmen.

31. März–2. April: mögliche Meteoraktivität des Kometen 252P/LINEAR

Astronomen haben für Ende März und Anfang April 2027 eine mögliche Gelegenheit zur Meteorbeobachtung ermittelt. Nach Angaben der International Meteor Organization könnte die Erde nahe an mehreren alten Staubspuren vorbeiziehen, die Komet 252P/LINEAR hinterlassen hat.

Die erste mögliche Begegnung wird am 31. März zwischen 14:00 und 16:00 UTC erwartet, allerdings bei einer voraussichtlich sehr geringen Staubkonzentration. Eine möglicherweise interessantere Begegnung könnte am 1.–2. April folgen.

Zwei Modelle nennen für diese zweite Begegnung unterschiedliche Zeitpunkte: den 1. April um 19:39 UTC und den 2. April um 02:55 UTC. Die Aktivität könnte unter idealen Bedingungen 10–20 Meteore pro Stunde erreichen. Die Staubspur ist jedoch stark gestört, sodass sowohl der Zeitpunkt als auch die Stärke unsicher bleiben.

Mögliche Meteore würden scheinbar von einem Punkt etwa 4° von Rigel entfernt im Bereich des Orion ausgehen. Um den 31. März–2. April geht die abnehmende Mondsichel erst spät in der Nacht auf und lässt mehrere Stunden Dunkelheit zu.

Eine erhöhte Aktivität ist nicht garantiert. Es handelt sich um eine Vorhersage anhand von Staubspurmodellen, nicht um einen bestätigten jährlichen Meteorschauer.

Meteorschauer im April 2027

Der April bringt zwei bemerkenswerte Meteorschauer: die April-Lyriden mit ihrem Maximum am 22.–23. April und die Pi-Puppiden mit einem Maximum um den 24. April. Die Lyriden sind am besten von der Nordhalbkugel aus zu sehen, doch der helle abnehmende Mond, der noch mehr als halb beleuchtet ist, stört die Beobachtung. Die Pi-Puppiden begünstigen die Südhalbkugel und bieten bessere Bedingungen. Ihr Radiant steht am Abend günstig, sodass nach Einbruch der Dunkelheit und vor Mondaufgang einige Meteore am dunklen Himmel zu sehen sein können.

23. April: April-Lyriden

Der Radiant der Lyriden
Der Radiant der Lyriden (der Punkt, von dem die Meteore auszugehen scheinen) befindet sich im Sternbild Leier.
  • Bezeichnung: 006 LYR
  • Meteore/Stunde: 18
  • Mondphase: heller abnehmender Mond (vor dem letzten Viertel)
  • Maximum: 23. April
  • Aktivitätszeitraum: 14.–30. April
  • Radiant: Herkules, etwa 8° südwestlich von Wega in der Leier (RA 271°, Dek +34°)
  • Am besten sichtbar von: der Nordhalbkugel

Die April-Lyriden gehören zu den ältesten bekannten Meteorschauern und werden seit 687 v. Chr. beobachtet. Obwohl sie nach der Leier benannt sind, liegt ihr Radiant im benachbarten Sternbild Herkules, etwa 8° südwestlich des hellen Sterns Wega. Die Meteore stammen von Bruchstücken des langperiodischen Kometen C/1861 G1 Thatcher. Zum Maximum sind gewöhnlich 5 bis 20 Meteore pro Stunde zu erwarten. Gelegentlich kommt es jedoch zu Ausbrüchen mit bis zu 100 Meteoren pro Stunde, wie 1803 (Virginia), 1922 (Griechenland), 1945 (Japan) und 1982 (USA) berichtet. Der nächste Ausbruch wird für 2042 erwartet – hoffentlich halten wir Sie dann weiterhin auf unserer Website oder in der Sky Tonight-App darüber auf dem Laufenden.

Beobachtungsaussichten: April-Lyriden

2027 wird das Maximum der April-Lyriden gegen 01:40 UTC am 23. April erwartet, nur drei Tage nach Vollmond. Helles Mondlicht wird deshalb die Beobachtung beeinträchtigen und viele schwache Meteore überstrahlen. Die besten Chancen haben Sie spät in der Nacht und vor der Morgendämmerung, wenn der Radiant hoch steht. Versuchen Sie, das direkte Mondlicht durch ein Gebäude, einen Baum oder einen Hügel abzuschirmen.

Weitere Tipps für Ihre Beobachtung finden Sie in unserem ausführlichen Leitfaden zu den April-Lyriden.

24. April: Pi-Puppiden

  • Bezeichnung: 137 PPU
  • Meteore/Stunde: Variabel
  • Mondphase: abnehmender Mond (vor dem letzten Viertel)
  • Maximum: 24. April
  • Aktivitätszeitraum: 15.–28. April
  • Radiant: Achterdeck des Schiffs
  • Am besten sichtbar von: der Südhalbkugel

Die 1972 entdeckten Pi-Puppiden (π-Puppiden) stehen mit dem Kometen 26P/Grigg-Skjellerup in Verbindung. In den Jahren 1977 und 1982 zeigten sie eine auffällige Aktivität mit rund 40 Meteoren pro Stunde. Für 1983 wurde außerdem eine Rate von etwa 13 Meteoren pro Stunde gemeldet. Beobachtungen von 2018 und 2019 dokumentieren niedrige, aber noch nachweisbare Raten.

Beobachtungsaussichten: Pi-Puppiden

2027 erreichen die Pi-Puppiden ihr Maximum um den 24. April, vier Tage nach Vollmond. Die Bedingungen könnten dennoch besser sein, als es zunächst scheint: Der Radiant steht am Abend am günstigsten, wenn der abnehmende Mond vor dem letzten Viertel vielerorts noch nicht aufgegangen ist. Suchen Sie einen dunklen Beobachtungsplatz und beginnen Sie am Abend vor Mondaufgang.

Weniger bekannte Meteorschauer im April 2027

Auch in Nächten ohne großen aktiven Meteorschauer können Sie einige Meteore sehen, besonders unter dunklem Himmel. Manche sind sporadische Meteore, die keinem bekannten Strom angehören. Andere können von weniger bekannten schwachen Meteorschauern stammen. Die folgende Liste zeigt solche ruhigen Ströme. Alle aufgeführten Ströme erzeugen weniger als 2 Meteore pro Stunde.

MeteorschauerAktivitätszeitraumMaximumMondphaseRadiant
Zeta-Cygniden (ZCY)21. März–1. Mai6. AprilNeumondSchwan
April-Epsilon-Delphiniden (AED)31. März–19. April10. Aprilzunehmende MondsichelDelphin
Phi-Serpentiden (PSR)13.–17. April15. Aprilzunehmender Mond (nach dem ersten Viertel)Kopf der Schlange
Alpha-Virginiden (AVB)6. April–1. Mai15. Aprilzunehmender Mond (nach dem ersten Viertel)Jungfrau
Nu-Cygniden (NCY)22. März–23. April21. Aprilheller abnehmender Mond (vor dem letzten Viertel)Schwan
H-Virginiden (HVI)24. April–4. Mai29. Aprilabnehmende MondsichelJungfrau
April-Rho-Cygniden (ARC)20. April–11. Mai30. Aprilabnehmende MondsichelSchwan

Meteorschauer im Mai 2027

Der Mai bietet einige der besten Beobachtungsbedingungen dieses Zeitraums. Das Highlight sind die Eta-Aquariiden, die am 6. Mai bei Neumond ihr Maximum erreichen – eine ausgezeichnete Gelegenheit zur Meteorbeobachtung, besonders auf der Südhalbkugel. Die deutlich schwächeren Eta-Lyriden folgen um den 11. Mai, ebenfalls mit günstigen Mondbedingungen.

6. Mai: Eta-Aquariiden

Der Meteorschauer der Eta-Aquariiden
Die Eta-Aquariiden scheinen aus dem Sternbild Wassermann zu kommen, genauer gesagt aus einem Punkt in der Nähe des schwach leuchtenden Sterns Eta Aquarii, der diesem Meteorschauer seinen Namen gibt.
  • Bezeichnung: 031 ETA
  • Meteore/Stunde: 50
  • Mondphase: Neumond
  • Maximum: 6. Mai
  • Aktivitätszeitraum: 19. April–28. Mai
  • Radiant: Wassermann
  • Am besten sichtbar von: der Südhalbkugel

Die Eta-Aquariiden (η-Aquariiden) sind der stärkste im Mai sichtbare Meteorschauer. Sie bringen schnelle Meteore hervor, die oft nachleuchtende Spuren hinterlassen, und sind auf der Südhalbkugel sowie in tropischen Breiten am eindrucksvollsten. Auf der Nordhalbkugel sind eher sogenannte Earthgrazer zu sehen: Meteore mit langen, scheinbar langsamen Bahnen dicht über dem Horizont, die wie über die Erdoberfläche hinwegzustreifen scheinen.

Der Mutterkomet der Eta-Aquariiden ist 1P/Halley, einer der bekanntesten Kometen. Die von ihm vor Jahrhunderten freigesetzten Teilchen bilden einen Meteoroidenstrom, dem die Erde im Mai als Eta-Aquariiden und im Oktober als Orioniden begegnet.

Beobachtungsaussichten: Eta-Aquariiden

2027 wird das Maximum der Eta-Aquariiden gegen 09:00 UTC am 6. Mai bei Neumond erwartet. Die Beobachtungsbedingungen sind ausgezeichnet, da praktisch kein Mondlicht das Meteorschauspiel stört.

Die beste Beobachtungszeit liegt in den Stunden vor der Morgendämmerung, wenn der Radiant im Wassermann vor Sonnenaufgang höher steigt. Der Strom begünstigt die Südhalbkugel, wo am dunklen Himmel mehr Meteore sichtbar sein können. Auf der Nordhalbkugel sind die Bedingungen im Allgemeinen südlich von etwa 40° N am besten, allerdings bei geringeren Raten.

Die Eta-Aquariiden haben außerdem eine längere Phase hoher Aktivität, sodass Sie nicht auf eine einzige Nacht angewiesen sind. Gute Chancen werden etwa vom 3. bis 10. Mai erwartet, besonders unter dunklem, klarem Himmel.

Wie Sie möglichst viele Sternschnuppen sehen, erfahren Sie in unserem ausführlichen Leitfaden zu den Eta-Aquariiden.

11. Mai: Eta-Lyriden

  • Bezeichnung: 145 ELY
  • Meteore/Stunde: 3
  • Mondphase: zunehmende Mondsichel
  • Maximum: 11. Mai
  • Aktivitätszeitraum: 5.–14. Mai
  • Radiant: Leier
  • Am besten sichtbar von: der Nordhalbkugel

Die Eta-Lyriden (η-Lyriden) sind ein schwacher Meteorschauer, der mit Komet C/1983 H1 (IRAS–Araki–Alcock) verbunden ist. Im Mai 1983 flog dieser in nur 4,7 Millionen km Entfernung an der Erde vorbei. Das war eine der engsten aufgezeichneten Begegnungen eines Kometen mit der Erde. Die Eta-Lyriden erzeugen gewöhnlich nur etwa 3 Meteore pro Stunde. Aufgrund ihrer geringen Aktivität lassen sie sich leicht mit sporadischen Meteoren verwechseln.

Beobachtungsaussichten: Eta-Lyriden

2027 erreichen die Eta-Lyriden ihr Maximum um den 11. Mai bei zunehmender Mondsichel. Die Bedingungen sind sehr günstig, denn der Mond geht früh unter und lässt den größten Teil der Nacht dunkel.

Am besten ist der Strom von der Nordhalbkugel aus zu beobachten, wo sein Radiant in der Leier die ganze Nacht in brauchbarer Höhe bleibt. Bei einer typischen Maximalrate von nur 3 Meteoren pro Stunde sind die Eta-Lyriden allerdings eine Geduldsprobe. Wählen Sie einen dunklen Standort und beobachten Sie spät in der Nacht oder vor der Morgendämmerung, um die besten Chancen auf einige Meteore zu haben.

Meteorschauer im Juni 2027

Das wichtigste Ereignis im Juni sind die Tages-Arietiden, einer der stärksten TagesMeteorschauer des Jahres, mit ihrem Maximum um den 8.–9. Juni. Interessant ist auch mögliche Aktivität der Gamma-Delphiniden um den 11. Juni, die allerdings weiterhin unsicher bleibt.

8.–9. Juni: Tages-Arietiden

  • Bezeichnung: 171 ARI
  • Meteore/Stunde: 30
  • Mondphase: zunehmende Mondsichel
  • Maximum: 8.–9. Juni
  • Aktivitätszeitraum: 14. Mai–24. Juni
  • Radiant: Widder
  • Am besten sichtbar von: beiden Halbkugeln

Die Tages-Arietiden sind der stärkste TagesMeteorschauer des Jahres. Als mögliche Mutterkörper wurden unter anderem die Kometen 96P/Machholz und P/1999 J6 vorgeschlagen.

Beobachtungsaussichten: Tages-Arietiden

2027 wird das Maximum der Tages-Arietiden um den 8.–9. Juni erwartet. In den Stunden vor der Morgendämmerung stört nur wenig Mondlicht. Der Meteorschauerkalender 2027 der International Meteor Organization nennt auf Grundlage der Referenzdaten des IAU Meteor Data Center den 8. Juni. Hiroshi Ogawas ebenfalls dort zusammengefasste Auswertung von Radiobeobachtungen deutet dagegen auf den 9. Juni hin.

Die größte Schwierigkeit bei der Beobachtung der Tages-Arietiden ist die Sonne: Der Radiant ist nur etwa 30° von ihr entfernt, sodass die meisten Meteore am Tag nicht sichtbar sind.

Die beste Chance auf einige helle Arietiden haben Sie kurz vor der Morgendämmerung, solange der Himmel noch dunkel genug ist. Wählen Sie einen Ort fern von Stadtlichtern mit freiem Horizont und beginnen Sie, bevor die Dämmerung zu hell wird.

Obwohl für die Arietiden eine Rate von etwa 30 Meteoren pro Stunde angegeben wird, sollten Sie nicht damit rechnen, so viele zu sehen. Ein Großteil der Aktivität wird per Radio und Radar nachgewiesen, statt mit bloßem Auge beobachtet.

Weitere TagesMeteorschauer stellen wir in unserem eigenen Artikel dazu vor.

11. Juni: Gamma-Delphiniden

  • Bezeichnung: 065 GDE
  • Meteore/Stunde: Unbekannt
  • Mondphase: erstes Viertel
  • Mögliches Maximum: 11. Juni
  • Aktivitätszeitraum: 6.–13. Juni
  • Radiant: Delphin
  • Am besten sichtbar von: der Nordhalbkugel

Die Gamma-Delphiniden (γ-Delphiniden) sind ein wenig erforschter Meteorschauer. Beobachter in Maryland, USA, berichteten 1930 darüber, als sie trotz hellen Mondlichts einen ungewöhnlichen Ausbruch von Sternschnuppen sahen. Seitdem wurde der Strom nur selten beobachtet, und sein Mutterkomet ist weiterhin unbekannt. Astronomen sagten für 2013 einen weiteren möglichen Ausbruch voraus, doch es wurde kein deutlicher Anstieg der Aktivität festgestellt.

Beobachtungsaussichten: Gamma-Delphiniden

Nach Angaben der International Meteor Organization wird die Erde voraussichtlich am 11. Juni gegen 21:55 UTC nahe an einer modellierten Staubspur der Gamma-Delphiniden vorbeiziehen. Eine ähnliche Begegnung 2013 führte zu keinem auffälligen Ausbruch. Der vorhergesagte Abstand zur Staubspur wird 2027 jedoch etwa halb so groß sein wie 2013.

Der Mond im ersten Viertel hellt vielerorts den Himmel auf und erschwert die Sicht auf schwache Meteore. Der Strom begünstigt die Nordhalbkugel, wo der Radiant im Delphin höher steigt. Die vorhergesagte Begegnung könnte in manchen Regionen allerdings am Tag oder in der Dämmerung stattfinden. Die Sichtbarkeit hängt daher vom Standort ab.

Eine verlässliche Meteorrate wurde nicht vorhergesagt, und ein Ausbruch ist keineswegs garantiert. Die Gamma-Delphiniden haben Beobachter aber schon früher überrascht. Für engagierte Meteorbeobachter ist der 11. Juni deshalb ein interessantes Datum.

Tipps zur Beobachtung der Meteorschauer in diesem Monat

Bereit für die Sternschnuppenbeobachtung? Das Wichtigste erfahren Sie in unserer Infografik und in den grundlegenden Tipps für Meteorbeobachter. Festigen Sie Ihr Wissen anschließend mit unserem Quiz.

Meteorschauer erklärt: Was ist eine Sternschnuppe?
Haben Sie sich je gefragt, was Sternschnuppen wirklich sind? Erfahren Sie mit dieser Infografik, wie Meteore entstehen und wie Sie sie am Himmel beobachten und fotografieren können.
Siehe Infografik

Nutzen Sie auch die Sky Tonight-App, um herauszufinden, wann und wo Sie einen Meteorschauer beobachten können. Tippen Sie unten auf das Kalendersymbol und wechseln Sie zum Reiter Meteore. Dort sehen Sie die im ausgewählten Monat aktiven Ströme; die Termine der Maxima sind mit Punkten markiert. Wählen Sie einen Strom und tippen Sie auf das blaue Zielsymbol neben seinem Namen. Die App zeigt die Position des Radianten um Mitternacht Ortszeit. Im Bereich Zeitmaschine oben auf dem Bildschirm können Sie den gewünschten Zeitpunkt einstellen. Richten Sie anschließend Ihr Gerät auf den Himmel und folgen Sie dem weißen Pfeil, um den Radianten am tatsächlichen Nachthimmel zu finden.

Meteorschauer von März bis Juni: Überblick

Von März bis Juni 2027 gibt es mehrere gute Gründe, den Nachthimmel im Blick zu behalten. Die Eta-Aquariiden versprechen die besten Beobachtungsbedingungen, besonders auf der Südhalbkugel. Die April-Lyriden könnten geduldige Beobachter trotz Mondlicht mit hellen Meteoren belohnen. Im Juni folgen die ungewöhnlichen Tages-Arietiden, die am besten kurz vor der Morgendämmerung zu beobachten sind, sowie ein möglicher Ausbruch der Gamma-Delphiniden – ein unberechenbares Ereignis, das für eine zusätzliche Überraschung sorgen könnte.

Beobachten Sie von einem dunklen Standort aus und nutzen Sie Sky Tonight, um herauszufinden, wann die jeweiligen Radianten am höchsten stehen. So können Sie Ihre Beobachtungen planen und möglichst viele Sternschnuppen entdecken!

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