12. April: Tag der bemannten Raumfahrt – vom ersten Menschen im Weltall bis zur nächsten Mondlandung
Am 12. April begeht die Welt den Jahrestag des ersten bemannten Raumflugs. Was einst unmöglich schien, ist heute Routine: Astronauten können mehrere Monate im Orbit verbringen, auf Raumstationen forschen und Missionen jenseits des Erdorbits vorbereiten. Erfahren Sie hier, wie der bemannte Raumflug begann und was es heute braucht, um Astronaut zu werden.
Inhalt
- Erster Mensch im Weltall: Warum der 12. April wichtig ist
- Wie wird man Astronaut?
- Was essen Astronauten im All?
- Menschen im Weltraum heute: ISS, Tiangong und Artemis
FAQ: Erster bemannter Raumflug und das Leben von Astronauten
- Wer ist die erste Frau im All?
- Wer ist der erste deutsche Raumfahrer?
- Wer ist der jüngste Astronaut?
- Wie viel verdient man als Astronaut?
- Rauchen Astronauten im All?
- Trinken Astronauten Alkohol im All?
- Gibt es WLAN auf der ISS?
- Was passiert, wenn ein Astronaut im All davonschwebt?
- Wie viel kostet ein Astronautenanzug?
- Erster bemannter Raumflug: Fazit
Erster Mensch im Weltall: Warum der 12. April wichtig ist
Juri Gagarin, ein sowjetischer Kosmonaut, wurde am 12. April 1961 zum ersten Menschen im Weltall. Während seiner 108-minütigen Mission an Bord von Wostok 1 umrundete er die Erde einmal und eröffnete damit eine neue Ära der Weltraumforschung. Ein Jahr später führte die Sowjetunion den Tag der Kosmonautik ein, um an diesen historischen Flug zu erinnern.
Im Jahr 2011, 50 Jahre nach dem Flug, erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 12. April zum Internationalen Tag des bemannten Raumflugs, der seitdem jedes Jahr begangen wird, um die Bedeutung der Weltraumforschung für die Menschheit zu bekräftigen.
Von Wostok 1 bis zu den heutigen Mondmissionen hat der bemannte Raumflug einen weiten Weg zurückgelegt. Möchten Sie wissen, wie gut Sie die größten Weltraum-Meilensteine kennen? Machen Sie unser Quiz über die ersten Ereignisse der Raumfahrtgeschichte!

Wie wird man Astronaut?
Heute können Menschen auf zwei Arten ins All fliegen: als professionelle Astronauten oder als Weltraumtouristen. Ein Ticket zu kaufen, ist der schnelle Weg. Um Astronaut zu werden, sind hingegen viele Jahre Studium, Erfahrung und Training erforderlich. Doch wie lange dauert es tatsächlich?

Voraussetzungen für Astronauten: Ausbildung, Erfahrung und Fitness
Verschiedene Raumfahrtagenturen haben leicht unterschiedliche Anforderungen, doch meistens suchen sie Menschen, die:
- einen Masterabschluss (oder eine gleichwertige Qualifikation, je nach Agentur) in einem geforderten Fachgebiet haben (z. B. Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften oder Medizin);
- 2–3 Jahre Berufserfahrung oder ein Promotionsstudium vorweisen können;
- Erfahrung als Pilot haben (nicht zwingend erforderlich, aber von Vorteil);
- vollkommen gesund, psychisch stabil und in sehr guter körperlicher Verfassung sind (übermäßig ausgeprägte Muskeln sind in der Schwerelosigkeit allerdings eher ein Nachteil);
- Fremdsprachen beherrschen;
- die erforderliche Staatsangehörigkeit besitzen (z. B. die amerikanische für NASA, die eines ESA-Mitgliedstaates für ESA).
Wie lange dauert das Astronautentraining?
Wenn Sie alle Voraussetzungen erfüllen, können Sie sich bewerben. Die Agentur prüft dann Ihren Lebenslauf und führt medizinische Untersuchungen, körperliche Tests sowie Gespräche durch. Dieser Prozess kann mehr als ein Jahr dauern. Danach treten Sie mit etwas Glück dem Team der Astronautenanwärter bei.
Künftige Astronauten müssen ein Trainingsprogramm absolvieren, das sie auf das Leben und Arbeiten im All vorbereitet. Viel Zeit wird darauf verwendet, die Funktionsweise von Bordsystemen und komplexer Raumfahrtausrüstung zu erlernen. Astronauten werden auch darin geschult, wissenschaftliche Experimente durchzuführen, die ein wichtiger Bestandteil von Weltraummissionen sind.
Die Kandidaten trainieren in Vakuumkammern, um sich auf Druckänderungen vorzubereiten, und erleben simulierte Schwerelosigkeit hauptsächlich bei Parabelflügen oder unter Wasser. Ein wichtiger Teil des Trainings ist das Erleben von Isolation, um sich auf deren psychische und emotionale Auswirkungen vorzubereiten. Darüber hinaus müssen sie eine Vielzahl von Themen studieren, etwa Fremdsprachen, Medizin, Astronomie und Robotik.
Die Dauer des Trainings hängt von der Region ab:
- NASA (US-Astronauten): 2 Jahre;
- ESA (europäische Astronauten): mehr als 3,5 Jahre;
- JAXA (japanische Astronauten): 4 Jahre;
- CMSA (chinesische Astronauten): fast 5 Jahre.
Wie lange dauert es also, Astronaut zu werden? Fassen wir zusammen: 5–6 Jahre für einen Abschluss, 2–3 Jahre Berufserfahrung und danach 2–5 Jahre Training. Anschließend warten Astronauten möglicherweise Monate oder sogar Jahre, bevor sie tatsächlich ins All fliegen. Aber stellen Sie sich vor: Nach all der Arbeit sitzen Sie in einem Raumschiff und machen sich startbereit. 3, 2, 1…
Was essen Astronauten im All?
Moment mal! Bevor Sie ins All fliegen, möchten Sie vielleicht wissen, was Sie dort essen werden. Nun, grundsätzlich ähnelt die Ernährung eines Astronauten der Ernährung, die wir auf der Erde führen. Der Unterschied besteht darin, dass die Nahrung speziell zubereitet werden muss (zum Beispiel gefriergetrocknet oder thermostabilisiert), auch wenn manche Lebensmittel in natürlicher Form gegessen werden können, etwa Früchte und Nüsse.
Lebensmittel, die im All nicht erlaubt sind, sind Brot und körnige Gewürze, da sie Luftfilter verstopfen oder in die Augen, den Mund oder die Nase eines Astronauten gelangen könnten. Deshalb gibt es Salz und Pfeffer in flüssiger Form.
Übrigens beeinflusst die Schwerkraft auch den Geschmackssinn. In der Schwerelosigkeit bewegen sich Körperflüssigkeiten frei durch den Körper, statt sich, wie auf der Erde, in Richtung Füße zu verlagern. Das verursacht eine verstopfte Nase, wodurch Gerüche schlechter wahrgenommen werden und das Essen fade schmeckt. Deshalb bevorzugen viele Astronauten Speisen mit intensivem Geschmack, insbesondere scharfe Gerichte.
Menschen im Weltraum heute: ISS, Tiangong und Artemis

Was machen Astronauten heute im All? Vor allem führen sie wissenschaftliche Untersuchungen durch. Die ISS ist zum Beispiel ein großes Labor, das am Himmel schwebt. Die Astronauten an Bord untersuchen, wie sich Materialien im All verhalten, und erforschen den menschlichen Körper sowie Krankheiten wie Krebs, Osteoporose, Knochenschwund und vieles mehr. Diese Station gibt es schon lange, und wahrscheinlich wissen Sie bereits einiges über sie. Testen Sie Ihr Wissen über die ISS mit unserem Quiz!

Übrigens ist die ISS auch eines der hellsten Objekte am Nachthimmel. Sie können sie sogar mit bloßem Auge sehen. Sehen Sie sich unser Video-Tutorial an und finden Sie die Station mit Hilfe von Star Walk 2 am Himmel.
China hat den Bau der Raumstation Tiangong („Himmelspalast“) abgeschlossen. Sie besteht aus drei Modulen: dem Kernmodul Tianhe („Himmlische Harmonie“), das den Astronauten als Wohnraum dient, und zwei Labormodulen – Wentian („Himmelsbefragung“) und Mengtian („Himmelsträume“). Die Station soll Möglichkeiten für Weltraumexperimente schaffen und wissenschaftliche sowie technologische Innovationen fördern. Möchten Sie Chinas Raumstation genauer erkunden? Probieren Sie unser Tiangong-Quiz aus.

Auch Tiangong ist mit bloßem Auge sichtbar, wenn auch wegen ihrer geringeren Größe schwächer als die ISS. Nutzen Sie die Astronomie-Apps Sky Tonight und Satellite Tracker, um zu erfahren, wann sie über Ihrem Standort vorbeifliegt.
Die NASA plant, Menschen zum Mond zurückzubringen und die Möglichkeit zu untersuchen, dort zu bleiben und Basen sowohl auf der Mondoberfläche als auch im Mondorbit zu errichten.
Der erste bemannte Raumflug des Artemis-Programms, Artemis II, startete am 1. April 2026. Diese Vorbeiflugmission bringt Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen um den Mond und zurück zur Erde. Die Mission soll zukünftige bemannte Missionen zur Mondoberfläche vorbereiten.
Artemis II ist ein Testflug zur Unterstützung der folgenden Artemis-Missionen, die im Jahr 2028 erstmals seit der letzten Mondlandung von 1972 wieder Menschen auf die Mondoberfläche bringen sollen.
Der bemannte Raumflug entwickelt sich ständig weiter – vom ersten Erdorbit bis hin zu langfristigen Plänen für den Mond und schließlich den Mars. Was mit einer einzigen 108-minütigen Mission begann, prägt heute die Zukunft der Weltraumforschung.
FAQ: Erster bemannter Raumflug und das Leben von Astronauten
Wer ist die erste Frau im All?
Die erste Frau im All war Walentina Tereschkowa, eine sowjetische Kosmonautin. Am 16. Juni 1963, zwei Jahre nach Juri Gagarins Flug, startete sie mit dem Raumschiff Wostok 6 ins All und verbrachte 71 Stunden im Orbit um die Erde.
Wer ist der erste deutsche Raumfahrer?
Sigmund Jähn war der erste Deutsche im All. Er flog am 26. August 1978 zusammen mit Waleri Fjodorowitsch Bykowski in der sowjetischen Raumkapsel Sojus 31 zur Raumstation Saljut 6. Der Flug dauerte 7 Tage, 20 Stunden, 49 Minuten und 4 Sekunden.
Wer ist der jüngste Astronaut?
Bis heute ist der sowjetische Kosmonaut German Titow der jüngste professionelle Raumfahrer, der jemals im All war. Im Alter von 25 Jahren verbrachte er an Bord von Wostok 2 einen Tag und eine Stunde im All. Außerdem wurde Oliver Daemen aus den Niederlanden zum jüngsten Weltraumtouristen, als er am 20. Juli 2021 im Alter von 18 Jahren am Blue-Origin-Raumflug teilnahm.
Wie viel verdient man als Astronaut?
Nach Angaben der NASA verdienen NASA-Astronauten auf Grundlage der Gehaltstabellen von 2024 ein Jahresgehalt von 152.258 US-Dollar. Die Gehälter von ESA-Astronauten variieren leicht je nach Staat; der durchschnittliche Monatsgehalt reicht von etwa 5.500 € (für Neueinsteiger) bis zu 7.900 € (nach dem ersten Raumflug).
Rauchen Astronauten im All?
Rauchen ist an Bord der ISS streng verboten. Offene Flammen können in der sauerstoffreichen Umgebung eines Raumschiffs Feuer verursachen, und Zigarettenrauch kann Luftfilter verstopfen.
Trinken Astronauten Alkohol im All?
Es heißt, dass der NASA-Astronaut Buzz Aldrin vor seinem Schritt auf den Mond Abendmahlswein zu sich nahm und dass Kosmonauten auf der Raumstation Mir kleine Mengen Wodka und Cognac an Bord hatten. Heute ist der Konsum von Alkohol bei jeder Raumfahrtmission jedoch streng verboten.
Gibt es WLAN auf der ISS?
Ja, es gibt WLAN auf der ISS. Astronauten nutzen es zur Kommunikation mit der Erde, für ihre Arbeit, zur Forschung und in der Freizeit. Theoretisch können Sie im All sogar Netflix schauen – allerdings nicht lange, da das Datenvolumen begrenzt ist.
Was passiert, wenn ein Astronaut im All davonschwebt?
Normalerweise verwenden Astronauten Sicherungsleinen, aber wenn diese reißen würden, würde ein Astronaut entweder für immer weiter kreisen oder in den Einflussbereich der Erdgravitation geraten und beim Fall durch die dichten Schichten der Atmosphäre verglühen. Theoretisch könnte der Astronaut ein Notfalltriebwerk nutzen, um zurückzukehren, aber dessen Treibstoffvorrat ist begrenzt. Glücklicherweise gab es bisher keinen solchen Fall.
Wie viel kostet ein Astronautenanzug?
Es gibt keinen einheitlichen Preis, da manche Raumfahrtagenturen solche Informationen nicht veröffentlichen und andere mehrere Modelle anbieten. Es wird angenommen, dass der derzeit von der NASA auf der ISS getragene Raumanzug rund 12 Millionen US-Dollar kostet.
Erster bemannter Raumflug: Fazit
Von Juri Gagarins historischem 108-minütigem Flug bis zu den heutigen monatelangen Missionen hat der bemannte Raumflug einen langen Weg zurückgelegt – und alles begann am 12. April 1961. Heute erinnert uns der Internationale Tag des bemannten Raumflugs daran, wie weit die Menschheit gekommen ist – von einem einzigen Orbit an Bord von Wostok 1 bis zu Raumstationen, Mondmissionen und der nächsten Generation von Astronauten. Während wir auf Mondbasen und noch weiter entfernte Ziele blicken, ehren wir die Pioniere und Träumer, die all das möglich gemacht haben.
Was ist der nächste große Schritt in der Weltraumforschung? Vielleicht die Entdeckung von Leben jenseits der Erde. Aber ist das überhaupt möglich? Finden Sie es in unserer Infografik heraus und entdecken Sie die Chancen auf ein Leben anderswo im Universum!

