Die besten Nachthimmel-Objekte für das Fernglas

Um den Nachthimmel zu erkunden, brauchen Sie kein Teleskop. Ein gutes Fernglas kann Krater und Berge auf dem Mond zeigen, Jupiters Monde sichtbar machen und unzählige Sterne in der Milchstraße enthüllen. Außerdem können Sie helle Sternhaufen und Nebel, ferne Galaxien, vorbeiziehende Satelliten und sogar einige Kometen entdecken. In diesem Guide zeigen wir Ihnen, was Sie zuerst beobachten sollten, welche Ferngläser sich am besten für die Astronomie eignen und wie Sie Ihre Beobachtungsziele mit der Astronomie-App Sky Tonight finden.

Inhalt

Astronomie mit dem Fernglas auf einen Blick

  • Beste Ferngläser für den Einstieg: 7×50, 8×42 oder 10×50
  • Nützliches Zubehör: Stativ oder Einbeinstativ für 10×50 und größere Ferngläser
  • Bestes erstes Ziel: der Mond nahe dem ersten oder letzten Viertel
  • Bestes Planetenziel: Jupiter und seine vier Galileischen Monde
  • Beste Deep-Sky-Ziele: Plejaden, Hyaden, Praesepe, Orionnebel und Andromedagalaxie
  • Beste Bedingungen: klarer, dunkler, mondloser Himmel
  • So finden Sie Objekte: Nutzen Sie Sky Tonight, um jedes Ziel an Ihrem Himmel zu lokalisieren

Was können Sie mit dem Fernglas sehen?

Was können Sie mit dem Fernglas sehen?
Ein Fernglas kann Mondkrater, Jupiters Monde, helle Sternhaufen, große Nebel, ferne Galaxien, Kometen und vieles mehr zeigen.

Die Ferngläser eignen sich am besten für helle Objekte, die eine große Fläche am Himmel einnehmen. Sie vergrößern nicht so stark wie ein Teleskop, zeigen aber einen größeren Himmelsausschnitt. Dadurch lassen sich viele Objekte leichter finden und angenehmer beobachten.

Mit einem Fernglas können Sie sehen:

  • Krater, Berge und dunkle Ebenen auf dem Mond;
  • Jupiters vier größte Monde;
  • die Phasen der Venus (ein gutes Fernglas erforderlich);
  • helle Sternhaufen wie die Plejaden und Hyaden;
  • große Nebel wie den Orionnebel und den Lagunennebel;
  • helle Galaxien wie die Andromedagalaxie;
  • Kometen, wenn sie hell genug werden;
  • die Internationale Raumstation und andere helle Satelliten;
  • reiche Sternfelder der Milchstraße.

Der beste Einstieg ist einfach: Beobachten Sie zuerst den Mond, versuchen Sie dann Jupiter, die Plejaden, den Orionnebel und die Andromedagalaxie. Diese Objekte sind hell, leicht zu erkennen und selbst in kleinen Ferngläsern lohnend.

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Was Sie von Astronomie mit dem Fernglas nicht erwarten sollten

Ein Fernglas zeigt viel mehr als das bloße Auge, aber es wird den Nachthimmel nicht so darstellen wie Langzeitbelichtungen oder große Teleskope. Die meisten Deep-Sky-Objekte erscheinen schwach, grau und deutlich weniger detailreich als auf Bildern.

Mit dem Fernglas sollten Sie nicht erwarten:

  • farbige Nebel – die meisten erscheinen blass oder grau;
  • Spiralarme in Galaxien – selbst helle Galaxien sehen meist wie weiche Lichtflecken aus;
  • Saturns Ringe klar zu sehen – gewöhnliche Ferngläser zeigen Saturn meist als hellen Punkt;
  • Oberflächendetails auf Mars – er sieht normalerweise wie ein kleiner orangefarbener oder rötlicher Punkt aus;
  • lichtschwache Planeten ohne Vorbereitung – Uranus und Neptun erfordern dunklen Himmel und genaues Wissen, wohin Sie schauen müssen.

Das macht die Astronomie mit dem Fernglas nicht enttäuschend. Es macht sie nur realistischer. Ferngläser eignen sich am besten für Ziele wie den Mond, Jupiters Monde sowie helle und große Deep-Sky-Objekte.

Die beste Zeit, um den Himmel mit dem Fernglas zu beobachten

Es gibt keine einzelne beste Jahreszeit für Astronomie mit dem Fernglas. Mond, Planeten, Satelliten, Sternhaufen, Nebel und Galaxien haben alle unterschiedliche Beobachtungsfenster. Die besten Bedingungen sind aber fast immer dieselben: ein klarer Himmel, ein ruhiges Bild und möglichst wenig Lichtverschmutzung.

Für den Mond: Beobachten Sie rund um das erste Viertel oder letzte Viertel. Die Grenze zwischen Licht und Schatten, der sogenannte Terminator, lässt Mondkrater und Berge besonders scharf erscheinen.

Für Planeten: Beobachten Sie, wenn sie hoch über dem Horizont stehen. Jupiter ist der einfachste und lohnendste Planet für Ferngläser, weil seine vier größten Monde oft sichtbar sind.

Für Galaxien und Nebel: Wählen Sie eine mondlose Nacht abseits der Stadtlichter. Lichtverschmutzung und Mondlicht überstrahlen lichtschwache Deep-Sky-Objekte sehr schnell.

Für Kometen: Prüfen Sie aktuelle Prognosen und Finderkarten. Kometen sind unvorhersehbar: Sie können heller als erwartet werden oder zu lichtschwach für kleine Ferngläser bleiben.

Für Satelliten und die ISS: Beobachten Sie in der Abend- oder Morgendämmerung, wenn Ihr Himmel dunkel ist, der Satellit aber noch von der Sonne beleuchtet wird.

Welche Ferngläser eignen sich am besten für Astronomie?

Sie können mit fast jedem Fernglas beginnen, aber die beste Wahl hängt davon ab, was Sie beobachten möchten und wie dunkel Ihr Himmel ist. Fernglasbezeichnungen enthalten meist Zahlen wie 7×50, 8×42 oder 10×50. Die erste Zahl ist die Vergrößerung; die zweite Zahl ist der Durchmesser der Frontlinsen in Millimetern.

Ein 10×50-Fernglas vergrößert zum Beispiel 10-fach und hat 50-mm-Linsen. Größere Linsen sammeln mehr Licht, sodass lichtschwache Sterne, Sternhaufen und Nebel heller wirken – das Fernglas wird dadurch aber auch schwerer.

Wie ein Objekt durch verschiedene Ferngläser aussieht
Ein Vergleich, der zeigt, wie dasselbe Nachthimmelobjekt je nach Fernglas aussehen kann.
FernglasAm besten fürHauptvorteilHauptnachteil
7×35Reisen, kurze Beobachtungen, entspannte HimmelsbeobachtungLeicht und einfach ruhig zu haltenWeniger Licht für lichtschwache Objekte
8×42Vielseitige NutzungTragbar und bequemEtwas weniger leistungsstark für Deep-Sky-Objekte
7×50Beobachtung am dunklen HimmelHelles, ruhiges BildWeniger nützlich unter Stadtlicht
10×50Beste Allround-Wahl für AstronomieGuter Kompromiss aus Leistung und HelligkeitVerwackeln der Hand fällt stärker auf
15×70Lichtschwache Nebel, Galaxien, KometenMehr Licht und DetailsStativ dringend empfohlen

Für die meisten Einsteiger sind 10×50-Ferngläser die beste Allround-Wahl. Sie sind leistungsstark genug für viele Deep-Sky-Objekte, aber noch tragbar genug für spontane Beobachtungen.

Wenn Sie das ruhigste Bild aus der Hand möchten, wählen Sie 7×50 oder 8×42. Wenn Sie tiefer in lichtschwache Galaxien, Nebel und Kometen eintauchen möchten, wählen Sie 15×70 – aber stellen Sie sich darauf ein, ein Stativ zu verwenden.

Wie beobachtet man mit dem Fernglas?

Gute Fernglasbeobachtung hängt vor allem davon ab, bequem zu bleiben, das Bild ruhig zu halten und geduldig zu sein. Ein wackeliges Bild kann selbst ein helles Objekt schwer erkennbar machen, während ein stabiles Bild viel mehr Details zeigt.

Bevor Sie beginnen, lassen Sie Ihre Augen 15–20 Minuten an die Dunkelheit gewöhnen. Vermeiden Sie helle Smartphone-Bildschirme, Straßenlampen und Autoscheinwerfer. Wenn Sie eine App verwenden, schalten Sie den Nachtmodus ein oder reduzieren Sie die Bildschirmhelligkeit.

Für ein ruhigeres Bild:

  • Setzen Sie sich hin oder lehnen Sie sich an eine Wand;
  • stützen Sie Ihre Ellbogen auf einem Tisch, Zaun, Autodach oder Ihren Knien ab;
  • verwenden Sie ein Stativ für schwere Ferngläser;
  • fokussieren Sie sorgfältig auf den Mond oder einen hellen Stern;
  • schauen Sie leicht neben lichtschwache Objekte – das nennt man indirektes Sehen.

Beeilen Sie sich nicht. Viele lichtschwache Galaxien und Nebel erscheinen erst nach einigen Sekunden konzentrierten Hinsehens.

Sicherheitshinweis: Niemals in die Sonne schauen

Richten Sie ein Fernglas niemals auf die Sonne, es sei denn, Sie haben geeignete Sonnenfilter sicher an den Frontlinsen befestigt. Der Blick in die Sonne durch ein ungefiltertes Fernglas kann dauerhafte Augenschäden verursachen.

Verwenden Sie keine gewöhnlichen Sonnenbrillen. Verwenden Sie keine Finsternisbrille zusammen mit einem Fernglas. Sonnenbeobachtung erfordert Filter, die speziell für optische Instrumente hergestellt wurden.

Erste Nacht mit dem Fernglas: ein einfacher Beobachtungsplan

Versuchen Sie bei Ihrer ersten Beobachtung nicht, zu viele Objekte auf einmal zu finden. Wählen Sie ein paar helle Ziele und geben Sie Ihren Augen Zeit, sich anzupassen.

  • Beginnen Sie mit dem Mond: Schauen Sie entlang des Terminators, wo Schatten Krater und Berge hervorheben.
  • Gehen Sie zu Jupiter über: Suchen Sie nach winzigen Punkten nahe dem Planeten – das sind seine vier größten Monde.
  • Versuchen Sie einen hellen Sternhaufen: Wählen Sie die Plejaden, Hyaden, Praesepe oder einen anderen hellen Haufen, der in Ihrer Jahreszeit und Hemisphäre sichtbar ist.
  • Beenden Sie die Beobachtung mit einem hellen Nebel oder einer Galaxie: Versuchen Sie den Orionnebel, Lagunennebel, die Andromedagalaxie oder ein anderes einfaches Deep-Sky-Objekt, das gut an Ihrem Himmel steht.

Wenn Sie vor dem Einsatz eines Fernglases üben möchten, beginnen Sie mit unserem Guide zur Sternbeobachtung mit bloßem Auge.

Der Mond durch das Fernglas

Der Mond durch das Fernglas
Der Mond ist das beste erste Ziel für die Astronomie mit dem Fernglas: Selbst kleine Ferngläser zeigen Krater, Gebirgsketten, dunkle Ebenen, helle Strahlen und den Mondterminator.

Der Mond ist das beste erste Ziel für Astronomie mit dem Fernglas. Er ist hell, leicht zu finden und voller Details. Selbst kleine Ferngläser zeigen große Krater, Gebirgsketten, dunkle Ebenen, helle Strahlensysteme und den Mondterminator – die Linie zwischen Tag und Nacht auf dem Mond.

Die beste Zeit zur Mondbeobachtung ist nicht der Vollmond. Rund um den Vollmond wirkt die Oberfläche flacher, weil das Sonnenlicht fast senkrecht darauf fällt. Rund um das erste Viertel oder letzte Viertel sind die Schatten länger, und das Mondrelief wirkt viel dramatischer. Bewegen Sie Ihr Fernglas langsam entlang des Terminators – dort treten Krater und Berge am deutlichsten hervor. Um die Mondphase für Ihren Standort zu prüfen, nutzen Sie unseren Mondkalender.

Planeten durch das Fernglas

Planeten sind leicht zu finden, weil sie hell sind, aber Ferngläser zeigen sie nicht sehr detailliert. Sie eignen sich am besten, um Planeten zu identifizieren, ihre Farbe wahrzunehmen und ihre hellsten Monde zu sehen. Welche Planeten heute sichtbar sind, erfahren Sie in unserem regelmäßig aktualisierten Guide zur Planetensichtbarkeit.

Jupiter und Saturn

Jupiter und Saturn durch das Fernglas
Jupiter kann im Fernglas seine vier Galileischen Monde zeigen. Saturn erscheint meist als heller gelblicher Punkt; große, montierte Ferngläser können ihn leicht oval wirken lassen.

Jupiter ist der beste Planet für Ferngläser. In einem 10×50-Fernglas erscheint er als heller Punkt, und oft können Sie seine vier größten Monde in der Nähe sehen: Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Mehr über sie erfahren Sie in unserem Guide zu Jupiters Galileischen Monden.

Jupiters Monde sehen wie winzige Sterne aus, die nahe beim Planeten aufgereiht sind. Ihre Positionen ändern sich von Nacht zu Nacht und manchmal sogar innerhalb weniger Stunden. Um zu prüfen, wo sie gerade stehen, öffnen Sie Sky Tonight, suchen Sie Jupiter und zoomen Sie hinein, um die aktuellen Positionen der Monde zu sehen.

Saturn sieht meist wie ein heller gelblicher Punkt aus. Große, montierte Ferngläser können ihn leicht oval erscheinen lassen, aber die Ringe erfordern normalerweise ein Teleskop.

Saturns größter Mond, Titan, kann unter dunklem Himmel in guten Ferngläsern sichtbar sein, wenn er weit genug vom Glanz des Planeten entfernt steht.

Venus, Merkur und Mars

Venus, Merkur und Mars durch das Fernglas
Venus kann in guten Ferngläsern eine winzige Phase zeigen, Mars sieht wie ein heller orangefarbener oder rötlicher Punkt aus, und Merkur erscheint meist als kleiner gelblicher Lichtpunkt.

Venus ist sehr hell. Im Fernglas sieht sie meist wie ein leuchtend weißer Punkt aus, aber wenn sie der Erde nahe steht, können gute Ferngläser ihre Phase zeigen.

Mars erscheint meist als heller orangefarbener oder rötlicher Punkt ohne sichtbare Oberflächendetails.

Merkur ist schwerer zu erwischen, weil er niedrig in der Dämmerung steht; durch das Fernglas sieht er meist wie ein kleiner heller Punkt aus, manchmal gelblich oder blassorange wegen seiner geringen Höhe.

Vorsicht: Venus und Merkur erscheinen am Himmel oft nahe der Sonne. Richten Sie ein Fernglas niemals in die Nähe der Sonne.

Uranus und Neptun

Uranus und Neptun durch das Fernglas
Durch ein Fernglas kann Uranus unter dunklem Himmel als winziger blaugrüner Punkt erscheinen. Neptun ist deutlich schwieriger zu sehen und wirkt meist wie ein sehr lichtschwacher sternartiger Punkt.

Uranus kann unter dunklem Himmel im Fernglas sichtbar sein, wenn Sie genau wissen, wohin Sie schauen müssen. Er erscheint meist als winziger blaugrüner Punkt, nicht als klare Scheibe.

Neptun ist viel schwieriger zu sehen und erfordert meist größere Ferngläser, einen dunklen Himmel und eine genaue Karte. Er sieht wie ein sehr lichtschwacher sternartiger Punkt aus.

Kometen, Satelliten und die Milchstraße

Kometen durch das Fernglas

Ferngläser eignen sich hervorragend für Kometen. Viele Kometen sind zu lichtschwach für das bloße Auge, erscheinen im Fernglas aber als kleine neblige Flecken.

Ein Komet kann unter dunklem Himmel eine weiche Koma, ein helleres Zentrum und manchmal einen kurzen Schweif zeigen. Das Spannendste ist, dass er sich von Nacht zu Nacht vor dem Sternenhintergrund bewegt.

Helligkeitsprognosen für Kometen sind unsicher, verlassen Sie sich also nicht nur auf die vorhergesagte Magnitude. Prüfen Sie vor der Beobachtung die aktuelle Position des Kometen in Sky Tonight und sehen Sie sich unseren regelmäßig aktualisierten Guide zu sichtbaren Kometen an.

Satelliten und die ISS

Helle Satelliten sind unterhaltsame Fernglasziele, besonders aus Städten. Die Internationale Raumstation ist das einfachste und eindrucksvollste Ziel.

Durch das Fernglas sieht die ISS meist wie ein heller beweglicher Punkt aus. Sie bewegt sich schnell; folgen Sie ihr daher zuerst mit den Augen und heben Sie dann das Fernglas an. Beobachten Sie in der Abend- oder Morgendämmerung, wenn die Station von der Sonne beleuchtet wird und Ihr Himmel bereits dunkel ist.

Sie können auch Starlink-Satellitenzüge sehen – Gruppen von Satelliten, die nacheinander über den Himmel ziehen. Sie sind kurz nach dem Start am leichtesten zu erkennen, bevor sich die Satelliten verteilen und schwerer auffallen.

Mehr über kommende Starlink-Starts erfahren Sie in unserem regelmäßig aktualisierten Guide zu Starlink-Satelliten am Nachthimmel.

Um ISS, Starlink und andere helle Satellitenüberflüge für Ihren Standort zu verfolgen, nutzen Sie die Satellite Tracker App.

Die Milchstraße

Unter dunklem Himmel verwandelt ein Fernglas die Milchstraße in einen Fluss aus Sternen. Beginnen Sie mit ihren hellsten und dichtesten Regionen: Schwan, Schild, Schütze und Skorpion auf der Nordhalbkugel; Kreuz des Südens, Kiel des Schiffs und Zentaur auf der Südhalbkugel. Südliche Beobachter können außerdem die Magellanschen Wolken erkunden – zwei nahe Galaxien, die mit bloßem Auge wie schwache wolkige Flecken aussehen und durch ein Fernglas mehr Details zeigen.

Welche Sternbilder in jeder Jahreszeit sichtbar sind, erfahren Sie in unseren Guides zu den besten Sternbildern auf der Nordhalbkugel und den besten Sternbildern auf der Südhalbkugel.

Doppelsterne und Asterismen, die im Fernglas sichtbar sind

Ferngläser eignen sich auch gut für Doppelsterne und kleine Sternmuster, sogenannte Asterismen. Einige davon sind leicht zu erkennen und eignen sich gut als Übungsziele, bevor Sie zu lichtschwächeren Deep-Sky-Objekten übergehen.

Mizar und Alkor

Mizar und Alkor im Großen Wagen
Mizar und Alkor befinden sich im Griff des Großen Wagens, einem Teil des Sternbilds Großer Bär.

Mizar und Alkor sind ein berühmtes Sternpaar im Griff des Großen Wagens. Mit bloßem Auge können sie je nach Sehkraft und Himmelsbedingungen wie ein einzelner Stern oder wie ein sehr enges Paar wirken. Ferngläser trennen sie klar und machen dieses Paar zu einem der einfachsten und befriedigendsten Doppelsternziele für Einsteiger.

Epsilon Lyrae

Epsilon Lyrae nahe Wega
Epsilon Lyrae befindet sich im Sternbild Leier, nahe dem hellen Stern Wega.

Epsilon Lyrae, auch als Doppel-Doppel bekannt, ist ein berühmtes Mehrfachsternsystem im Sternbild Leier. Mit bloßem Auge erscheint es normalerweise als einzelner Lichtpunkt nahe der hellen Wega, aber ein Fernglas kann es in zwei nahe Sterne auflösen. Mit einem kleinen Teleskop sehen Sie, warum es Doppel-Doppel heißt: Jeder dieser Sterne ist selbst ein Doppelstern.

Der Kleiderbügel

Der Kleiderbügel im Füchschen
Der Kleiderbügel befindet sich im Füchschen, im Himmelsbereich zwischen Altair und Wega im Sommerdreieck.

Der Kleiderbügel, auch Brocchis Haufen oder Collinder 399 genannt, ist ein großer Asterismus im Füchschen. Durch ein Fernglas bilden seine Sterne die klare Form eines umgedrehten Kleiderbügels. Er ist für viele Teleskope zu groß und damit ein ideales Fernglasziel.

Kembles Kaskade

Kembles Kaskade in der Giraffe
Kembles Kaskade befindet sich in der Giraffe, nahe Kassiopeia. Der kleine offene Sternhaufen NGC 1502 liegt nahe einem Ende dieser langen Sternkette.

Kembles Kaskade ist eine lange Sternkette im Sternbild Giraffe. Im Fernglas sieht sie aus wie ein Strom von Sternen, der zum kleinen offenen Sternhaufen NGC 1502 fließt. Dieser Asterismus ist lichtschwach, daher hilft ein dunkler Himmel sehr.

Galaxien, die mit dem Fernglas sichtbar sind

Galaxien sind spannende Fernglasziele, erfordern aber realistische Erwartungen. Selbst die hellsten Galaxien sehen meist wie schwache graue Flecken aus. Ein dunkler Himmel ist wichtiger als hohe Vergrößerung.

Andromedagalaxie

Andromedagalaxie in der Andromeda
Die Andromedagalaxie (M31) befindet sich im Sternbild Andromeda. Sie gehört zu den besten Galaxien, die man unter dunklem Himmel mit dem Fernglas finden kann.
  • Alternative Namen: M31, NGC 224
  • Scheinbare Größe: 3° × 1° (6 × Vollmond)
  • Scheinbare Helligkeit: 3,4 mag
  • Sternbild: Andromeda
  • Wo zu beobachten: Nordhalbkugel
  • Beste Jahreszeit: September bis November
  • So beobachten Sie sie: M31 ist eine der wenigen Galaxien, die unter dunklem Himmel mit bloßem Auge sichtbar sind – sie erscheint als schwacher, diffuser Lichtfleck. Ein 7×50- oder 10×50-Fernglas zeigt den helleren Kern und die längliche Scheibe.
  • Beschreibung: Die Andromedagalaxie ist die nächste große Galaxie zur Milchstraße und etwa 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt.

Mehr über die Andromedagalaxie erfahren Sie in unserem speziellen Artikel.

Bodes Galaxie

Bodes Galaxie im Großen Bären
Bodes Galaxie (M81) befindet sich im Sternbild Großer Bär, nahe ihrer berühmten Nachbarin, der Zigarrengalaxie. Sie gehört zu den leichter mit dem Fernglas beobachtbaren Galaxien unter dunklem Himmel.
  • Alternative Namen: M81, NGC 3031
  • Scheinbare Größe: 26,9′ × 14,1′ (1 × Vollmond)
  • Scheinbare Helligkeit: 6,9 mag
  • Sternbild: Großer Bär
  • Wo zu beobachten: Nordhalbkugel
  • Beste Jahreszeit: März bis Mai
  • So beobachten Sie sie: M81 ist unter dunklem Himmel mit einem 10×50-Fernglas recht leicht zu sehen. Sie erscheint als verschwommener, ovaler Lichtfleck.
  • Beschreibung: Bodes Galaxie ist eine Grand-Design-Spiralgalaxie in etwa 12 Millionen Lichtjahren Entfernung. Sie wird oft zusammen mit ihrer Nachbarin M82 beobachtet.

Sculptor-Galaxie

Sculptor-Galaxie im Bildhauer
Die Sculptor-Galaxie (NGC 253) befindet sich im Sternbild Bildhauer. Diese helle Galaxie lässt sich am besten vom Südhimmel aus beobachten.
  • Alternative Namen: NGC 253, Silbermünzengalaxie, Silberdollargalaxie
  • Scheinbare Größe: 27,5′ × 6,8′ (0,7 × Vollmond)
  • Scheinbare Helligkeit: 8,0 mag
  • Sternbild: Bildhauer
  • Wo zu beobachten: Südhalbkugel; auch niedrig von einigen nördlichen Standorten sichtbar
  • Beste Jahreszeit: September bis November
  • So beobachten Sie sie: Durch ein 10×50-Fernglas erscheint die Sculptor-Galaxie als großer, länglicher Lichtfleck. Ein dunkler Südhimmel macht sie deutlich leichter sichtbar.
  • Beschreibung: Die Sculptor-Galaxie ist eine helle Spiralgalaxie in etwa 11,4 Millionen Lichtjahren Entfernung und für intensive Sternentstehung bekannt.

Zigarrengalaxie

Zigarrengalaxie im Großen Bären
Die Zigarrengalaxie (M82) befindet sich im Sternbild Großer Bär, nahe Bodes Galaxie. Ihre Wechselwirkung mit M81 verleiht ihr die markante längliche Form.
  • Alternative Namen: M82, NGC 3034
  • Scheinbare Größe: 11,2′ × 4,3′ (0,3 × Vollmond)
  • Scheinbare Helligkeit: 8,3 mag
  • Sternbild: Großer Bär
  • Wo zu beobachten: Nordhalbkugel
  • Beste Jahreszeit: März bis Mai
  • So beobachten Sie sie: M82 ist lichtschwächer und schwerer zu erkennen als M81. Verwenden Sie ein 10×50-Fernglas unter dunklem Himmel oder ein 15×70-Fernglas für eine bessere Sicht. Sie erscheint als dünner Lichtstreifen.
  • Beschreibung: M82 ist eine Spiralgalaxie. Sie wird durch die gravitative Wechselwirkung mit M81 geprägt, was ihr ihr markantes längliches Aussehen verleiht.

Whirlpool-Galaxie

Whirlpool-Galaxie in den Jagdhunden
Die Whirlpool-Galaxie (M51) befindet sich im Sternbild Jagdhunde. Sie ist ein berühmtes wechselwirkendes Galaxienpaar und ein anspruchsvolles Fernglasziel.
  • Alternative Namen: M51, M51a, NGC 5194
  • Scheinbare Größe: 11,2′ × 6,9′ (0,4 × Vollmond)
  • Scheinbare Helligkeit: 8,4 mag
  • Sternbild: Jagdhunde
  • Wo zu beobachten: Nordhalbkugel
  • Beste Jahreszeit: April bis Juni
  • So beobachten Sie sie: M51 ist ein anspruchsvolles Fernglasobjekt. Verwenden Sie ein 10×50-Fernglas oder größer, dunklen Himmel und eine genaue Karte. Erwarten Sie einen schwachen nebligen Fleck, keine sichtbaren Spiralarme.
  • Beschreibung: M51 ist eine Grand-Design-Spiralgalaxie in etwa 30 Millionen Lichtjahren Entfernung, die mit ihrer Begleiterin NGC 5195 wechselwirkt.

Nebel, die mit dem Fernglas sichtbar sind

Nebel sind Wolken aus Gas und Staub. Auf Fotos wirken sie oft farbig, durch ein Fernglas erscheinen sie aber meist grau oder blass. Die besten Nebel sind groß, hell und in reiche Sternfelder eingebettet.

Orionnebel

Orionnebel im Orion
Der Orionnebel (M42) befindet sich im Schwert des Orion. Er ist einer der hellsten Nebel am Himmel und einer der am leichtesten mit dem Fernglas zu findenden.
  • Alternative Namen: M42, NGC 1976
  • Scheinbare Größe: 1,1° × 1° (2 × Vollmond)
  • Scheinbare Helligkeit: 4,0 mag
  • Sternbild: Orion
  • Wo zu beobachten: Beide Hemisphären
  • Beste Jahreszeit: Dezember bis Februar
  • So beobachten Sie ihn: Der Orionnebel ist mit bloßem Auge als verschwommener „Stern“ im Schwert des Orion sichtbar. Durch ein 7×50- oder 10×50-Fernglas wird er zu einer hell leuchtenden Wolke. Nutzen Sie indirektes Sehen, um mehr Details wahrzunehmen.
  • Beschreibung: Der Orionnebel ist ein diffuser Nebel in etwa 1.344 Lichtjahren Entfernung. Er ist einer der hellsten Nebel am Himmel und eine Sternentstehungsregion, in der neue Sterne geboren werden.

Um den Orionnebel leichter zu finden, lernen Sie zuerst, wie Sie das Sternbild Orion erkennen.

Omeganebel

> Omeganebel im Schützen
Der Omeganebel (M17) befindet sich im Sternbild Schütze. Diese helle Sternentstehungsregion liegt in einem reichen Bereich der Milchstraße.
  • Alternative Namen: M17, NGC 6618, Schwanennebel, Häkchennebel, Hummernebel, Hufeisennebel
  • Scheinbare Größe: 11′ (0,3 × Vollmond)
  • Scheinbare Helligkeit: 5,9 mag
  • Sternbild: Schütze
  • Wo zu beobachten: Beide Hemisphären; besser von südlichen Breiten
  • Beste Jahreszeit: Juni bis August
  • So beobachten Sie ihn: Der Omeganebel ist hell, aber klein, daher hilft ein Fernglas sehr. Durch ein 7×50- oder 10×50-Fernglas erscheint er als länglicher Lichtfleck.
  • Beschreibung: M17 ist eine massive Sternentstehungsregion in etwa 5.000 Lichtjahren Entfernung.

Lagunennebel

Lagunennebel im Schützen
Der Lagunennebel (M8) befindet sich im Sternbild Schütze. Er enthält leuchtende Gaswolken, Dunkelnebel und einen eingebetteten Sternhaufen.

Lagunennebel (M8) – ein großer Sommernebel im Schützen.

  • Alternative Namen: M8, NGC 6523
  • Scheinbare Größe: 1,5° × 40′ (3 × Vollmond)
  • Scheinbare Helligkeit: 6,0 mag
  • Sternbild: Schütze
  • Wo zu beobachten: Beide Hemisphären; am besten von niedrigen nördlichen und südlichen Breiten
  • Beste Jahreszeit: Juni bis August
  • So beobachten Sie ihn: In einer dunklen, mondlosen Nacht kann der Lagunennebel mit bloßem Auge gesehen werden. Im Fernglas sieht er wie ein deutlicher wolkiger Fleck aus. Ein 10×50-Fernglas kann auch den offenen Sternhaufen NGC 6530 in seinem Inneren zeigen.
  • Beschreibung: Der Lagunennebel ist ein Emissionsnebel in etwa 4.100 Lichtjahren Entfernung. Er enthält junge Sterne, Dunkelnebel und einen hellen eingebetteten Sternhaufen.

Trifidnebel

Trifidnebel im Schützen
Der Trifidnebel (M20) befindet sich im Sternbild Schütze, nahe dem Lagunennebel. Er kombiniert helle Emissions-, Reflexions- und Dunkelnebelregionen.
  • Alternative Namen: M20, NGC 6514
  • Scheinbare Größe: 28′ (1 × Vollmond)
  • Scheinbare Helligkeit: 6,3 mag
  • Sternbild: Schütze
  • Wo zu beobachten: Beide Hemisphären; am besten von südlichen Standorten
  • Beste Jahreszeit: Juni bis August
  • So beobachten Sie ihn: Der Trifidnebel liegt nahe dem Lagunennebel. Er ist kleiner und lichtschwächer, aber in 7×50- oder 10×50-Ferngläsern dennoch als weicher runder Schimmer sichtbar.
  • Beschreibung: M20 kombiniert Emissions-, Reflexions- und Dunkelnebel. Seine berühmten dunklen Staubbänder sind in Teleskopen und auf Fotos deutlich leichter zu sehen.

Hantelnebel

Hantelnebel im Füchschen
Der Hantelnebel (M27) befindet sich im Sternbild Füchschen. Dieser helle planetarische Nebel ist unter dunklem Himmel ein lohnendes Fernglasziel.
  • Alternative Namen: M27, NGC 6853, Apfelkernnebel
  • Scheinbare Größe: 8′ × 5,6′ (0,2 × Vollmond)
  • Scheinbare Helligkeit: 7,4 mag
  • Sternbild: Füchschen
  • Wo zu beobachten: Nordhalbkugel
  • Beste Jahreszeit: Juli bis September
  • So beobachten Sie ihn: Unter dunklem Himmel ist M27 in einem 10×50-Fernglas als kleiner ovaler Fleck sichtbar. Mit einem 15×70-Fernglas wirkt er heller und lässt sich leichter von nahen Sternen trennen.
  • Beschreibung: Der Hantelnebel ist ein planetarischer Nebel in etwa 1.360 Lichtjahren Entfernung – die leuchtende Hülle eines sterbenden Sterns.

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Guess the Nebula!
Astronomen sind merkwürdige Leute und sie benennen die Dinge oft nach ihren seltsamen Ideen. Mal sehen, wie seltsam Sie sind – versuchen Sie, den Namen eines Nebels anhand seines Bildes zu erraten!
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Sternhaufen, die mit dem Fernglas sichtbar sind

Sternhaufen gehören oft zu den befriedigendsten Fernglaszielen. Viele zeigen selbst in kleinen Ferngläsern einzelne Sterne und sind daher perfekt für Einsteiger.

Hyaden

Hyaden im Stier
Der Hyaden-Sternhaufen befindet sich im Sternbild Stier. Er bildet ein großes V-förmiges Muster nahe dem hellen Stern Aldebaran.
  • Alternative Namen: Caldwell 41, Cr 50, Mel 25
  • Scheinbare Größe: 5°30′ (11 × Vollmond)
  • Scheinbare Helligkeit: 0,5 mag
  • Sternbild: Stier
  • Wo zu beobachten: Beide Hemisphären
  • Beste Jahreszeit: November bis Februar
  • So beobachten Sie sie: Die Hyaden sind mit bloßem Auge als V-förmige Sterngruppe sichtbar. Durch ein Fernglas sehen Sie viele einzelne Sterne, mit dem hellen orangefarbenen Aldebaran in der Nähe.
  • Beschreibung: Die Hyaden sind der erdnächste offene Sternhaufen und etwa 153 Lichtjahre entfernt. Aldebaran erscheint in derselben Richtung, gehört aber nicht zum Haufen.

Plejaden

Plejaden im Stier
Die Plejaden (M45) befinden sich im Sternbild Stier. Dieser kompakte offene Sternhaufen gehört zu den schönsten Fernglaszielen am Nachthimmel.
  • Alternative Namen: M45, Sieben Schwestern
  • Scheinbare Größe: 1,8° (3,6 × Vollmond)
  • Scheinbare Helligkeit: 1,2 mag
  • Sternbild: Stier
  • Wo zu beobachten: Beide Hemisphären
  • Beste Jahreszeit: November bis Februar
  • So beobachten Sie sie: Die Plejaden sind mit bloßem Auge als winzige schöpfkellenartige Gruppe sichtbar. Durch ein Fernglas sehen Sie Dutzende blau-weißer Sterne in einem wunderschönen kompakten Haufen.
  • Beschreibung: Die Plejaden sind ein offener Sternhaufen in etwa 440 Lichtjahren Entfernung und eines der nächstgelegenen Messier-Objekte zur Erde.

Lesen Sie unseren speziellen Artikel, um mehr über die Plejaden zu erfahren und wie Sie sie am Himmel finden.

Praesepe

Praesepe im Krebs
Praesepe (M44) befindet sich im Sternbild Krebs. Durch ein Fernglas löst sich dieser reiche offene Sternhaufen in Dutzende Sterne auf.
  • Alternative Namen: M44, NGC 2632, Bienenstockhaufen
  • Scheinbare Größe: 1,6° (3,2 × Vollmond)
  • Scheinbare Helligkeit: 3,1 mag
  • Sternbild: Krebs
  • Wo zu beobachten: Nordhalbkugel; auch von vielen südlichen Standorten sichtbar
  • Beste Jahreszeit: Februar bis April
  • So beobachten Sie ihn: Unter dunklem Himmel sieht Praesepe mit bloßem Auge wie ein schwacher nebliger Fleck aus. Durch ein 10×50-Fernglas löst er sich in Dutzende Sterne auf.
  • Beschreibung: Praesepe ist ein offener Sternhaufen in etwa 577 Lichtjahren Entfernung. Er ist seit der Antike bekannt.

Doppelsternhaufen

Doppelsternhaufen im Perseus
Der Doppelsternhaufen befindet sich im Sternbild Perseus. Durch ein Fernglas erscheint er als zwei benachbarte Sternhaufen voller heller Sterne.
  • Alternative Namen: NGC 869 und NGC 884, Caldwell 14
  • Scheinbare Größe: 1° (2 × Vollmond)
  • Scheinbare Helligkeit: 3,7 mag
  • Sternbild: Perseus
  • Wo zu beobachten: Nordhalbkugel
  • Beste Jahreszeit: Oktober bis Februar
  • So beobachten Sie ihn: Der Doppelsternhaufen ist mit bloßem Auge als nebliger Fleck zwischen Kassiopeia und Perseus sichtbar. Durch ein 10×50-Fernglas teilt er sich in zwei funkelnde Haufen.
  • Beschreibung: NGC 869 und NGC 884 sind junge offene Sternhaufen in etwa 7.500 Lichtjahren Entfernung. Beide sind reich an heißen, hellen Sternen.

Herkules-Kugelsternhaufen

Herkules-Kugelsternhaufen im Herkules
Der Herkules-Kugelsternhaufen (M13) befindet sich im Sternbild Herkules. Er ist einer der berühmtesten Kugelsternhaufen am nördlichen Himmel.
  • Alternative Namen: M13, NGC 6205
  • Scheinbare Größe: 20′ (0,7 × Vollmond)
  • Scheinbare Helligkeit: 5,8 mag
  • Sternbild: Herkules
  • Wo zu beobachten: Nordhalbkugel
  • Beste Jahreszeit: Mai bis September
  • So beobachten Sie ihn: Mit einem 10×50-Fernglas oder größer erscheint M13 als schwacher gräulicher Fleck. Einzelne Sterne werden Sie wahrscheinlich nicht auflösen, aber das Objekt ist trotzdem eindrucksvoll.
  • Beschreibung: M13 ist ein Kugelsternhaufen in etwa 22.200 Lichtjahren Entfernung. Er enthält mehrere Hunderttausend Sterne, die durch Gravitation eng gebunden sind.

Möchten Sie einen visuellen Guide zu einsteigerfreundlichen Galaxien, Nebeln und Sternhaufen? Sehen Sie sich unsere Infografiken zu Deep-Sky-Objekten auf der Nordhalbkugel und Deep-Sky-Objekten auf der Südhalbkugel an.

Die besten Fernglasziele nach Jahreszeit

Nutzen Sie diese Liste als schnellen saisonalen Guide. Die genaue Sichtbarkeit hängt von Ihrem Breitengrad, der Ortszeit und den Himmelsbedingungen ab. Einige Objekte sind für die Nordhalbkugel besser platziert, andere sind von der Südhalbkugel leichter zu sehen.

Im März–Mai können nördliche Beobachter nach Frühlingsgalaxien und Sternhaufen wie Praesepe, M81, M82 und M51 suchen. Südliche Beobachter erhalten hervorragende Ansichten von Omega Centauri, dem Schmuckkästchen und dem Carinanebel.

Im Juni–August ist die Milchstraße reich an Nebeln und Sternfeldern. Nördliche Beobachter können M13, M27, den Lagunennebel und den Omeganebel versuchen; südliche Beobachter erhalten besonders gute Ansichten des Lagunennebels, Trifidnebels und Omeganebels.

Im September–November können sich nördliche Beobachter auf die Andromedagalaxie, den Doppelsternhaufen und den Alpha-Persei-Haufen konzentrieren. Südliche Beobachter können nach der Sculptor-Galaxie, 47 Tucanae und den Magellanschen Wolken suchen.

Im Dezember–Februar bieten beide Hemisphären großartige Ansichten des Orionnebels, der Plejaden und der Hyaden. Südliche Beobachter können außerdem den Carinanebel erkunden.

JahreszeitNordhalbkugelSüdhalbkugel
März–MaiPraesepe, M81, M82, M51Omega Centauri, Schmuckkästchen, Carinanebel
Juni–AugustM13, M27, Lagunennebel, OmeganebelLagunennebel, Trifidnebel, Omeganebel
September–NovemberAndromedagalaxie, Doppelsternhaufen, Alpha-Persei-HaufenSculptor-Galaxie, 47 Tucanae, Magellansche Wolken
Dezember–FebruarOrionnebel, Plejaden, Hyaden, M35Orionnebel, Plejaden, Hyaden, Carinanebel

Weitere saisonale Beobachtungsideen finden Sie in unseren Guides zum Sommerdreieck und zum Messier-Marathon.

So finden Sie Objekte mit Sky Tonight

Am einfachsten finden Sie jedes Fernglasziel mit der Astronomie-App Sky Tonight. Sie zeigt eine Echtzeit-Himmelskarte für Ihren Standort und hilft Ihnen, Ihr Fernglas in die richtige Richtung zu richten.

So finden Sie ein Objekt:

  • Tippen Sie auf dem Hauptbildschirm auf das Lupensymbol.
  • Geben Sie den Namen des Objekts ein, zum Beispiel „Andromedagalaxie“, „Orionnebel“, „Jupiter“ oder „Plejaden“.
  • Tippen Sie in den Suchergebnissen auf das blaue Zielsymbol neben dem Namen des Objekts.
  • Tippen Sie auf das blaue Kompasssymbol oder richten Sie Ihr Gerät auf den Himmel.
  • Folgen Sie dem Pfeil, bis das Objekt im richtigen Bereich des Himmels erscheint.

Profi-Tipp: Nachdem Sie das Objekt in der App gefunden haben, reduzieren Sie die Bildschirmhelligkeit oder wechseln Sie in den Nachtmodus. Helle Bildschirme können Ihre Dunkeladaption ruinieren.

Einen schnellen visuellen Guide finden Sie in unserem Video-Tutorial: Himmelsobjekte mit Sky Tonight leicht identifizieren.

Astronomie mit dem Fernglas: Häufig gestellte Fragen

Was kann ich mit dem Fernglas am Nachthimmel sehen?

Sie können Mondkrater, Jupiters vier größte Monde, helle Sternhaufen, große Nebel, die Andromedagalaxie, Kometen, die Milchstraße und helle künstliche Satelliten sehen. Unter dunklem Himmel zeigen Ferngläser viele Objekte, die mit bloßem Auge schwer oder unmöglich zu sehen sind.

Brauche ich ein Stativ für Astronomie-Ferngläser?

Nicht immer. Kleine und mittlere Ferngläser wie 7×50, 8×42 oder 10×50 können meist aus der Hand verwendet werden, besonders wenn Sie sitzen oder Ihre Ellbogen abstützen. Ein Stativ wird deutlich nützlicher bei schwereren Ferngläsern wie 15×70 oder wenn Sie ein ruhigeres Bild von lichtschwachen Objekten möchten.

Kann ich Galaxien mit dem Fernglas sehen?

Ja, aber sie erscheinen lichtschwach. Die einfachste Galaxie ist die Andromedagalaxie. Unter dunklem Himmel können Sie mit guten Ferngläsern auch Galaxien wie M81, M82, NGC 253 und M51 sehen. Erwarten Sie keine Spiralarme – die meisten Galaxien erscheinen als kleine graue Flecken.

Kann ich Planeten durch das Fernglas sehen?

Ja, aber Ferngläser zeigen nur begrenzte Planetendetails. Jupiter ist der beste Planet für Ferngläser, weil Sie seine vier Galileischen Monde sehen können. Saturn sieht meist wie ein heller gelblicher Punkt aus, Venus kann unter guten Bedingungen eine Phase zeigen, und Mars erscheint meist als heller orangefarbener Punkt.

Kann ich Saturns Ringe mit dem Fernglas sehen?

Normalerweise nicht. Gewöhnliche 7×50- oder 10×50-Ferngläser trennen Saturns Ringe nicht klar vom Planeten. Große, montierte Ferngläser können Saturn leicht oval erscheinen lassen, aber für eine klare Sicht auf die Ringe ist ein Teleskop nötig.

Kann ich Jupiters Monde mit dem Fernglas sehen?

Ja. Jupiters vier größte Monde – Io, Europa, Ganymed und Kallisto – sind im Fernglas sichtbar, wenn sie nicht zu nahe am Planeten stehen. Sie sehen aus wie winzige Sterne, die nahe bei Jupiter aufgereiht sind.

Was ist besser für Astronomie: ein 7×50- oder ein 10×50-Fernglas?

Beide sind gut. 7×50-Ferngläser lassen sich leichter ruhig halten und liefern unter dunklem Himmel ein helleres Bild. 10×50-Ferngläser zeigen mehr Details und sind oft die beste allgemeine Wahl. Wenn Sie ein ruhigeres Bild aus der Hand möchten, wählen Sie 7×50. Wenn Sie mehr Vergrößerung möchten und etwas mehr Verwackeln nicht stört, wählen Sie 10×50.

Sind 10×50-Ferngläser gut für Astronomie?

Ja. 10×50-Ferngläser gehören zu den besten Allround-Optionen für Astronomie. Sie sammeln genug Licht für viele Sternhaufen, Nebel und helle Galaxien und bleiben dabei tragbar. Wenn das Bild zu stark wackelt, setzen Sie sich hin, stützen Sie Ihre Ellbogen ab oder verwenden Sie ein Stativ.

Brauche ich einen dunklen Himmel für Astronomie mit dem Fernglas?

Für den Mond, Planeten, helle Sternhaufen und Satelliten können Sie auch aus der Stadt beobachten. Für Galaxien, Nebel, Kometen und die Milchstraße ist ein dunkler Himmel viel besser. Lichtverschmutzung überstrahlt lichtschwache Objekte sehr schnell.

Kann ich mit dem Fernglas in die Sonne schauen?

Sie können die Sonne nur mit geeigneten Sonnenfiltern beobachten, die sicher vor den Frontlinsen des Fernglases befestigt sind. Schauen Sie niemals durch ein ungefiltertes Fernglas in die Sonne – das kann dauerhafte Augenschäden verursachen.

Was sollte ich zuerst mit dem Fernglas beobachten?

Beginnen Sie mit dem Mond, versuchen Sie dann die Plejaden, Hyaden, Jupiters Monde und den Orionnebel. Diese Ziele sind hell, leicht zu finden und lohnend für Einsteiger.

Sind Ferngläser für Einsteiger besser als ein Teleskop?

Für viele Einsteiger ja. Ferngläser sind einfacher zu verwenden, tragbarer und zeigen einen größeren Himmelsausschnitt, wodurch Objekte leichter zu finden sind. Sie eignen sich hervorragend für den Mond, Jupiters Monde und große Deep-Sky-Objekte. Ein Teleskop ist besser für Ansichten mit hoher Vergrößerung, etwa Saturns Ringe, feine Details auf dem Mond und klarere Ansichten von Planeten.

Astronomie mit dem Fernglas: Fazit

Ferngläser gehören zu den besten Werkzeugen für den Einstieg in die Astronomie. Beginnen Sie mit einem 7×50-, 8×42- oder 10×50-Fernglas und wählen Sie zunächst einfache Ziele: den Mond, Jupiters Monde, die Plejaden, den Orionnebel und die Andromedagalaxie. Danach können Sie zu lichtschwächeren Deep-Sky-Objekten, Kometen und Satelliten übergehen.

Für lichtschwache Galaxien und Nebel gehen Sie in einer dunklen, mondlosen Nacht nach draußen und halten Sie Ihr Bild ruhig. Um jedes Ziel schneller zu finden, öffnen Sie Sky Tonight, geben Sie den Namen des Objekts ein und lassen Sie sich von der App zu seiner Position am Himmel führen.

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